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Freitag, 21. Januar 2011

BROTHER MARTIN 2011 - 25 Jahre Dr.Martin-Luther-King jr.-Gedenktag in USA

MLK-Gedenkmärsche 2011 / Foto, Danke!: FBI probing MLK route bomb for racial motives

Was den diesjährigen Martin-Luther-King-Tag international in die Schlagzeilen brachte, wurde erst nachträglich so richtig bekannt: In Spokane, Washington hatte man kurz vor Beginn eines Bürgerrechtsmarsches zu Ehren Martin Luther Kings eine Rohrbombe in einem Rucksack entdeckt. Zwar wurden einige Häuser sofort evakuiert und die Startlinie des Marsches verlegt, aber die Demonstration fand ansonsten auf Anraten der Polizei in geplanter Weise statt.
Erst im Nachhinein ist die Aufregung nun groß, denn die Bombe sei voll funktionstüchtig und höchst gefährlich gewesen, war von Seiten der Polizei zu hören. Wem sie allerdings gegolten habe und warum sie gerade hier im hohen Nordwesten der USA gelegt wurde, war bislang von den Behörden nicht eindeutig in Erfahrung zu bringen. Auch bei einer Gedenkveranstaltung in Colorado soll es einen Angriff gegegben haben.

Menschen versammeln sich vor dem Marsch/ Foto, Danke!: Backpack Bomb Found At MLK Event Rattles Spokane

Die Frage nach dem Warum stellt sich den meisten Teilnehmern dieses und vieler weiterer Memorial-Märsche in den USA am 17. Janunar allerdings erst gar nicht - und den meisten anderen Schwarzen Amerikas auch nicht. Das Klima ist bekanntlich z.Z. politisch sehr aufgeheizt in den Vereinigten Staaten, die Stimmung – auch zwischen den Rassen – ist gereizt. Und obwohl sich viele Amerikaner kaum noch an die Zeiten des großen Bürgerrechtlers genau erinnern können, hat sich soviel nun auch wieder nicht geändert im Zusammenleben von Schwarz und Weiß. Das zeigt auch eindrucksvoll die aktuelle Kampagne der Weißen Rassisten im Net, die auch die Martin-Luther-King-Facebooksite am Gedenktag beschmutzen und dann lahm legten. Auch aktuelle politische Aktionen und Beschimpfungen eines US-Gouverneurs in Richtung MLK zeugten davon, dass die Lage auch heute noch sehr weit von „normal“ entfernt ist.

Vandalismus auf der Facebook-Seite/Foto, Danke!: Facebook Page Created For MLK Center Vandalized Over Holiday 

Die Frage, was es denn bedeute, in unseren Tagen frei zu sein, wird auch deshalb an diesem Tag wiederholt in den Schwarzen Medien gestellt. Und auch, was Black Leadership heute bedeutet und  nach den heutigen Schwarzen Bürgerrechtlern und Männern mit wirklichem Einfluss wird gefragt. Einige, wie der Reverend Al Sharpton – von vielen als Kings einziger legitimer Nachfolger gesehen – oder Jesse Jackson und Andrew Young, seine alten Kampfgefährten, melden sich an diesem Tag natürlich auch selbst zu Wort.
Rev. Al Sharpton mit Präsident Obama / Foto, Danke!: Is Sharpton the closest thing we have to a King?

Die Schwarze Presse stellt auch – wie jedes Jahr wieder – laut die Frage: Was würde Martin heute tun und sagen? ( Auch Titel eines neuen Buches in USA). Und die Autoren stellen zahlreiche Vermutungen an, wie sich MLK zu dem einen oder anderem Problem unserer Tage stellen würde. So manch einer erdreistet sich dann auch – wie z. B. das Pentagon – den Bürgerrechtler für seine eigenen, offensichtlichen Ziele zu interpretieren und zu verwerten. Am Besten ist es allerdings, man lässt die Bürgerrechtsikone selbst dazu sprechen und seinen auch heute noch gültigen Rat zu dieser Frage geben.

Dr. Martin Luther King jr./ Foto, Danke!: If Alive, MLK Would Be Married To A White Woman, Living In Africa
Vielfache Ehrungen wurden dem Bürgerrechtler an diesem Gedenktag wieder zuteil, doch es wurde auch gemahnt, dass Dr. Martin Luther King auch heute mehr sein müsse für die Schwarze Community als lediglich ein Mythos - und das sein Andenken nicht vergessen werden dürfe. Tatsache sei, dass sich viele Schwarze der neueren Generationen kaum mit den Zielen, dem Kampf und der Geschichte Martin Luther Kings beschäftigt hätten und herzlich wenig wüssten, über den Mann, dem der MLK-Tag nun seit 25 Jahren als offizieller Feiertag aller Amerikaner gewidmet sei. Aus diesem Grund, wird überall vielfach an die Taten und die Ereignisse jener Zeit vor fast einem halben Jahrhundert erinnert, die wichtigsten Reden werden aufgelistet und die eindringlichsten Kampfeslieder sowie die Soul-Balladen, die an ihn und seine Zeit erinnern, werden aufgezählt. Die Geschichten hinter den bekannten Geschichten – wie die von den Hintergründen der „I have a Dream“-Rede – sind dabei wohl am interessantesten.

Nichelle Nichols von Star Trek erinnert sich an MLK / Foto, Danke!: Nichols: MLK convinced me to stay on 'Star Trek'

Allerdings habe ich 2011 nun zum ersten Mal Artikel gefunden, die MLK weitaus kritischer angehen als bisher: Die damals vom FBI zur Denunzierung enthüllten Frauengeschichten des Bürgerrechtlers werden auch an seinem Gedenktag aus der Versenkung geholt, wo sie von der Black Community immer schon am liebsten belassen worden sind. Einige junge Autoren fragen sich, ob die zahlreichen Ehebrüche des Vorbilds King seinem Lebenswerk geschadet haben – andere listen die Frauen, die ihn zu Lebzeiten tatkräftig unterstützt haben, gar auf. Man fragt sich, wie und wo Bruder Martin wohl heute leben würde, und die Antwort – mit einer weißen Frau in Afrika - wird bestimmt nicht für jeden nachvollziehbar oder gar erfreulich sein. Aber die Tatsache, dass am Andenken MLKs derart offensiv gekratzt wird, zeugt von einer ganz neuen Dimension des Erinnerns in der Black American Community 2011. Kein Wunder, dass da so mancher nach mehr Respekt im Umgang mit der Ikone ruft. 

Auf die Größe und Wichtigkeit des Lebenswerks von Dr. Martin Luther King jr. - und auf seine Bedeutung für alle Menschen - wird die distanziertere Sichtweise von 2011 aber auch in Zukunft keinen entscheidenden Einfluß nehmen können, denn viele Menschen überall in der Welt haben seine Überzeugungen zu ihrem Lebensmotto gemacht.
Auch heute noch gültig: MLKs Botschaft / Foto, Danke!: In Honor of Dr. Martin Luther King's Birthday, Women Rallied Against Violence in the Nation's Most Dangerous City


Mittwoch, 17. November 2010

Midterm-Elections: Auf dem Weg zu Black Americas Quellen der Kraft

Foto: The Capitol in Washington DC/The Agency/C.J.Stumpf/GNU-free Documentation License/Wikimedia Commons



Drei Wochen nach den Midterm-Elections in USA zeichnen sich in Washington langsam, aber deutlich auch die politischen Langzeit-Auswirkungen für Black America ab.  Dass Präsident Barack Obama zwei Jahre nach der welt-bewegenden "Change"-Wahl herbe Einbußen einstecken musste was die Popularität und die präsidiale Handlungsfreiheit betrifft, hat niemanden wirklich überrascht - eher schon, dass der politische "Erdrutsch" dann doch weit weniger katastrophal ausgefallen ist, als allgemein prognostiziert.


Obama wird - will er nicht auf Dauer die "Lahme Ente" im Oval Office bleiben - in vielen Bereichen seiner Politik umdenken müssen, wird andere Wege einschlagen und neue, wirksame Allianzen schmieden müssen.  
Ganz so leicht wie am heimischen PC ist so ein politischer Reboot in der Machtzentrale Amerikas und der Welt natürlich nicht auszuführen, doch der US-Präsident hat sich seit seinem Amtsantritt 2008 vor allem als strategisch-intellektueller Denker profiliert. Und  ihm stehen - anders als seinen Vorgängern im Amt - neben den üblichen, politischen Mit- und Vordenkern auch noch jede Menge bislang ungenutzter, aber traditionell-erprobter Kraft-Ressourcen zur Verfügung.
Black America hat die letzten drei Wochen genutzt, um sich in Zeitungsartikeln, TV-Auftritten und sehr zahlreich auch in Blog-Posts zu Wort zu melden. Diese politischen Analysen und Standortbestimmungen sind zwar nicht mehr durchgehend von Aufbruchsstimmung wie im Wahlkampf vor 2008 und von reinen Durchhalteparolen wie vor diesen Midterm-Elections getragen, viele Beiträge zeigen vor allem ein ernsthaftes Bemühen, die "gute Sache" auch unter völlig anderen politischen Voraussetzungen weiter voranzutreiben. Und dabei melden sich nicht nur die alten, bestens-vertrauten Stimmen Black Americas zu Wort - so wie heute gerade der Reverend Al Sharpton, der letzte der großen Bürgerrechtler aus der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts - auch viele junge und unkonventionelle Schwarze Männer und Frauen wollen ganz offensichtlich Verantwortung übernehmen für die Zukunft der Vereinigten Staaten von Amerika.


Galt der Schock beim Bekanntwerden der Midterm-Wahlergebnisse neben Obamas Zustimmungsdesaster zunächst der Tatsache, dass es im neuen US-Senat keinen einzigen Schwarzen mehr geben wird - obwohl sich in den letzten Jahren viele Kandidaten Schwarzer Hautfarbe von Obamas Siegen motiviert auf den langen Weg durch die States-und Parteien-Hierarchien nach Washington aufgemacht hatten - so versucht Black und Liberal America mittlerweile, die Möglichkeiten des politischen Status Quo kreativ auszuloten.


Und es fällt auf, dass sich die Stimmung grundlegend geändert hat: Waren bei den Wählern in den ersten beiden Jahren dieser präsidialen Legislaturperiode noch sehr oft ungläubiges Staunen ob des Wahlsieges, Bewunderung für Obama und der starke Wunsch, mühsamst Errungenes der Schwarzen nicht leichtfertig wieder zu gefährden der Grundtenor der meisten Publikationen, so trauen sich die AutorInnen jetzt, Fehlentwicklungen, Schwächen und Kontraindikationen der eigenen Sache klar und deutlich zu benennen und neue Perspektiven aufzuzeigen.

Colin Powell: President Obama Lost Focus - BV Black Spin /DANKE!

Barack Obama hat sich bis jetzt immer sehr bemüht gezeigt, vor allem als Präsident ALLER Amerikaner anerkannt zu werden. Das ist ganz offensichtlich fehlgeschlagen, wie die politische Demontage des Präsidenten in den letzten Wochen gezeigt hat. Diese hämische, oft einfach gemeine Demontage in den Medien - und zuvor das offensichtliche Selbstverständnis Obamas als Nicht-Nur-Schwarzer - hat viele Schwarze bei allem politischen Verständnis nicht nur geschmerzt, es hat sie auch innerlich wieder abrücken lassen von dem "eben doch nur braunen" Mann, der das Weiße Haus entgegen aller Erfahrungen und Voraussagen vor allem mit ihrer Begeisterung und ihren Stimmen - den Stimmen Black Americas - erobern konnte.


Es bleibt zu hoffen, dass der erste Schwarze Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika aus den Wahlergebnissen dieser letzten entscheidenden Wahl vor den nächsten Präsidentschaftswahlen 2012 gelernt hat. Und dass er den Mut finden wird, zu seinem Intellekt in Zukunft auch seiner Intuition und seinen Wurzeln zu vertrauen. Er sollte sich nun endlich - persönlich wie politisch  - im Klaren darüber sein, wo seine wahren Kraftreserven für die Zukunft ruhen und wo er die für seine Aufgabe unabdingbare echte und konstruktive Loyalität dauerhaft wird finden können.

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Freitag, 12. November 2010

WennTräume wahr werden: Bettina Wulffs großer Einsatz für Deutschland


Eigentlich könnte sie einem ja Leid tun, die liebe Betty Wulff.

Wenn..., ja wenn sich dieser merkwürdige Auftritt am gestrigen Donnerstag nicht so nahtlos in das flackernde und wackelnde Bild einfügen würde, das die Welt bislang von Deutschlands neuer First Lady und ihrem Gatten, dem Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, einfangen konnte.  Und vor allem, wenn dieser Auftritt in der deutschen Provinz tatsächlich ein rein persönlicher gewesen  - oder wenigstens als solcher (abgeschirmt) gehandhabt - worden wäre.

Erstes Treffen: Michelle Obama, First Lady der USA, und Bettina Wulff, First Lady der Bundesrepublik Deutschland. (© dpa)/DANKE!/Michelle Obama und Bettina Wulff: First Ladies unter sich


Wer die letzten Jahrzehnte und damit die Amtszeit mehrerer deutscher Staatsoberhäupter überblicken kann (oder recherchieren mag), der weiß natürlich, dass es für die Ehefrau des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland keine offizielle Jobbeschreibung, ja nicht einmal eine monetär gewürdigte, offizielle Position im Staatsgefüge gibt. Nichts desto Trotz aber haben bislang alle Präsidentenfrauen in einem nicht unerheblichen Maße mitgewirkt an der Aufgabe ihrer Gatten, nach außen hin ein souveränes und freundliches Bild unseres Landes und seiner Menschen zu zeichnen. Sowie nach innen hin - fürs eigene Volk -  das Bild eines engagierten, warmherzigen und mitten im Lebens stehenden Ehepaares abzugeben - eines, das erste, von vielen im Land.  Das stille, aber kraftvolle Wirken von Frau Rau und Frau Köhler an der Seite ihrer Amtstragenden Ehemänner und im Hintergrund der großen Staatsgeschäfte wird wohl allen BundesbürgerInnen noch lebhaft in Erinnerung sein. 

Dass sich die Welt der Bettina Wulff  - oder die Welt, wie sie sie sieht - von der ihrer Vorgängerinnen maßgeblich unterscheidet, wird schon auf den ersten Blick sichtbar: Deutschlands neue Bundespräsidentengattin gehört einer anderen, viel jüngeren Generation an. Sie ist aufgewachsen mit "Gala" und mit "M-TV", sie bekennt sich auch persönlich ganz offen zu Tattoos und Patchwork-Familie und ist ihrem Mann ganz offensichtlich eine Partnerin, die ganz genau weiß, was gut ist für ihn, das von ihm (gerade) repräsentierte (Bundes-)Land - und für seine Lieben zu Hause. 




In den gerade erst überschrittenen ersten Einhundert Tagen im Amt ist man in Deutschland - anders als sonst üblich - mit Kritik an Bundespräsident Wulff und seiner Amtsführung nicht gerade zimperlich gewesen. Zu holprig war dieser Start eines beliebten und durchaus erfolgreichen Ministerpräsidenten (mit Option auf den Einzug ins Kanzleramt) in seine neue, Staats-tragende und Regierung-rettende Karriere. 



Dass seine junge und ambitiöse Ehefrau an dieser, seiner Entscheidung zum Paradigmen- und Jobwechsel maßgeblich mitgewirkt hat, ist wohl für niemanden überraschend - bemerkenswert ist allerdings, wie schnell und unverfroren sich Bettina Wulff ihrem großen Vorbild als First Lady angenähert hat. 

DANKE!/www.abendblatt.de/.../ Die-Wulffs-in-Moskau.html



Foto: Jason Reed/Reuters/DANKE!/ Black Voices, Life & StyleMichelle Obama's Indonesian Look for Less

Ganz sicher war diese für Bettina Wulff ungewohnt freundliche (und rein zufällige?!)  Presseresonanz Balsam für ihre von harscher Kritik verwundete Seele, denn sie wirkte beim (ohne Ton ausgestrahlten) Geplauder mit Amerikas First Lady beinahe so souverän und locker als wäre das genau der Platz, auf dem sie immer schon sitzen wollte, der Platz, der ihr einfach zusteht.



Und genau da wird die Sache prekär: Dass die Ehefrau des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland - ohne eigenes, offizielles Amt wohlgemerkt - protokollarisch an die Seite ihres Gatten (oder ganz in den Hintergrund) gehört, das hatten wir ja schon geklärt. 
Wo aber war er denn an diesem Donnerstag, Bettinas Amt- und Würden-tragender Gatte? Auf seinem Dienstplan stand gar kein offizieller Empfang des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika und seiner First Lady in diesem, unseren schönen Land, schon gar nicht jwd in der pfälzer Provinz, kurz vor der Grenze. Der US-Präsident befindet sich z.Z. - wie überall nachzulesen ist - in Südkorea beim G-20 Gipfel, wo er um Amerikas wirtschaftliches Ansehen in der Welt kämpfen muss. 

Die Obamas auf Staatsbesuch  in Indonesien/ Foto: Jim Watson/Getty Images/DANKE!/ Black Voices, Life & Style/Michelle Obama's Indonesian Look for Less

Und deshalb war Amerikas Präsidentengattin eigentlich offiziell auch gar nicht in Provinz-Deutschland: Sie befand sich lediglich auf einem Zwischenstopp auf ihrer Rückreise vom Asienstaatsbesuch nach USA. Dass sie dabei die gute Gelegenheit nutzte, am amerikanischen Kriegs-Veteranen-Tag verwundete Soldaten auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein und im US-Hospital in Landstuhl - auf US-amerikanischem Territorium also - zu besuchen, spricht von Michelle Obamas schon oft gezeigtem persönlichem Engagement für Amerikas Kriegs-müde Soldaten und ihre Familien. Das Bild, das sie dabei von sich und den Menschen ihres Landes zeigt, ist stimmig, bescheiden und menschlich zugewandt.

FLOTUS Michelle Obama serves troops in Germany. (Getty Images)/DANKE!/Michelle Obama Surprises Troops in Germany on Veteran's Day


Ich wünschte mir sehr, dass man das auch von unserer, deutschen (Obama- und Medien-begeisterten) First Lady sagen könnte! Da hatte sie nun die erstbeste Gelegenheit genutzt, endlich, endlich mit ihrem großen Vorbild Michelle Obama zusammenzutreffen, war dafür extra durch halb Germany gereist - sicherlich haben sich deshalb nicht nur viele Protokoll-Beamte auf beiden Seiten des Atlantiks verzweifelt die Haare gerauft, auch dem Gatten wird Bettys Herzenswunsch so einige Qualen bereitet haben  - ja und dann...?!

Wer genau hingeschaut hat, sah - ja, der sah eigentlich etwas sehr Anrührendes, aber in dieser Situation völlig Unmögliches und auch Unnötiges: eine schrecklich aufgeregte, junge Frau, die ohne Punkt und Komma vor sich hin plapperte und sich im Glanze der warmherzigen, souveränen und zu ihrer "Kollegin" sehr freundlichen  Michelle Obama spiegelte. Ob die sich wohl auch gefragt hat, was diese aufgeregte, deutsche Ehefrau eigentlich wirklich von ihr wollte?

Michelle Obama/Foto: ap/DANKE!/ Letzte Hoffnung Michelle


Ich mache mir Sorgen. 

Nicht nur um Betty und ihren Ehemann, nein um unser Land. Wie muss es denn um uns bestellt sein, wenn sich in unserer ganzen, medial so up-to-daten, politisch gebeutelten  Republik mit offiziell  um die drei Millionen Arbeitslosen (und in echt viel mehr natürlich!) niemand mit genug Erfahrung und Lebensweisheit zu finden scheint, der diese junge Frau (mit all ihren Träumen, Wünschen, Begabungen, Ambitionen, Aufgaben und Verpflichtungen) ganz bildlich fest an die Hand nimmt (wenn der Gatte gerade mal anderswo gebraucht wird!) und ihr diesen schweren, nichtdotierten, aber ständig gefährlich wackelnden Job von der Pike auf gründlich beibringt? 
In früheren Zeiten hatten die Präsidentenfrauen Zeit und genügend Abstand von der Pressemeute, um sich in ihre neue Rolle ihrer Persönlichkeit und ihrem Vermögen entsprechend einzufühlen und einzuarbeiten. Dazu bleibt in unserer heutigen, schnell-lebigen, Medien-dominierten Gesellschaft wohl einfach keine Zeit mehr. Doch wie man gerade gesehen hat, ist ein in jeder Hinsicht professioneller Umgang mit dem höchsten Amt im Staate dringend notwendig, leider auch von den Familienangehörigen...

In Zeiten, wo in Deutschland gerade glanzvolle, adelige Etikette wieder in Mode kommt und sich Medien- und Wähler-wirksam, politische  Langzeitkarrieren à la Guttenburg spielerisch auf die Reihe bringen lassen, ist das wirklich an ganz falscher Stelle gespart. Vielleicht wäre das ja ein prima Job für eine(n) engagierte(n) und gebildete(n) Ein-Euro-Jobber(in) über 50...!




Stil-Ikone Michelle Obama/ Foto: Yuri Gripas/ AFP/Getty Images/ DANKE!/First Lady Michelle Obama's Influential Style
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Dienstag, 9. November 2010

Traumpaar besucht Märchenland: Die Obamas in Indien

Obama und seine Frau zu Besuch in Indien - ©APA (epa)/DANKE!/Obama gibt Milliarden-Geschäfte mit Indien bekannt


Barack Obama ist zu einem Staatsbesuch nach Indien aufgebrochen - und das sehr kurz nach der großen Wahlniederlage seiner Demokratischen Partei bei den US-Midterm-Wahlen in der vergangenen Woche.

Doch wer diese Reise in erster Lienie für einen  gelungenen, gut vorausgeplanten Schachzug in Richtung "politischer Themenwechsel" hält, der mag damit zwar recht haben, doch mit dieser Gewichtung macht er es sich auch zu leicht.

Mit drei Tagen beschenkt Obama (Mitte) Indien mit mehr Aufmerksamkeit als andere Länder in seiner bisherigen Amtszeit/© AFP/DANKE!/USA unterstützen ständigen Sitz Indiens im Sicherheitsrat

Sicher hat dieser Staatsbesuch erster Klasse ohnehin alles, was zu einem ganz großen Auftritt gehört: üppig glänzende Staatsbanketts (ähnlich dem viel beachteten, das die Obams im vergangenen Jahr für das indische Präsidentenpaar im Weißen Haus in Washington gaben), Empfänge und Besuche bei namhaften Organisatoren und Unternehmen, und damit natürlich mit ganz viel internationaler Presse und noch viel mehr wunderschönen Fotos vom Traumpaar Obama im Traumland Indien. Und damit ebenso von der aufstrebenden neuen Supermacht namens Indien, jenem Beinahe-Kontinent in der vielumworbenen Mitte Asiens.

Wen wundert es da noch, dass einer der ersten Visiten des US-Präsidentenpaares direkt nach Bollywood führte, der indischen Traumfabrik - einstmals fast anmaßend nach dem amerikanischen Film-Eldorado in Los Angeles benannt. Mittlerweile aber haben die Filmstudios das US-Vorbild längst erfolgmäßig überholt, denn die hier produzierten Musik-, Tanz- und Liebesschnulzen à la Orient sind Kassenschlager überall auf der Welt geworden während in Hollywood gerade wieder eines der einst ganz großen Studios Konkurs anmelden musste.
Auch der Auftritt von Amerikas First Lady in Indien, das von vielen jungen Leuten heutezutage als ein einziges großes Bollywood gesehen wird, war dann ganz großes Kino: Michelle Obama zog es sofort - und natürlich ganz spontan - zu den angetretenen ProtagonistInnen im Stile Bollywoods auf die Tanzfläche und vor die Kameras. Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika Himself allerdings wusste sich etwas länger zu zieren vor der ungeduldigen Weltpresse, er ließ sich erst mit minutiös aufgezeichnetem Zögern schließlich doch noch aufs mediale Tanzparkett ziehen und schieben.

Nach eineinhalb Minuten ließ sich dann auch der mächtigste Mann der Welt erweichen, auf die Tanzfläche zu kommen. Seine kurze Tanzeinlage wirkte allerdings deutlich weniger anmutig als die seiner Ehefrau © Jason Reed/Reuters/DANKE!/Indienreise: Obamas in Bollywood


Honi soit qui mal y pense:
Right on, Sister Michelle, shake, shake, shake - shake your booty!!!


Gleich nach ihrer Ankunft streifte sie sich die Schuhe ab und tanzte zur Musik eines Bollywood-Films, später machte sie mit den Mädchen Musik und spielte Tamburin © Punit Paranjpe/AFP/DANKE! Indienreise: Obamas in Bollywood

(Schließlich konnten wir Schwarzen - und durften ja auch! - immer schon recht gut vortanzen - und mit ganz vielen leuchtend-weißen Zähnen dazu auch ausgelassen lachen...!!!)

Wirklich wichtig und voller Ungeduld erwartet von den Gastgebern waren allerdings die Dollars, die die Obamas mitbrachten ins Partnerland Indien. Der US-Präsident kündigte gleich am ersten Besuchstag seiner 10-tägigen Asientour an, dass insgesamt Geschäfte im Wert von zehn Milliarden Dollar kurz vor dem Abschluss stünden. Dafür befänden sich 250 Wirtschaftsfachleute und US-Unternehmer in seinem Tross. 

Und noch ein zweites Gastgeschenk hatte der US-Präsident dabei: eines, das sich zwar  erst in der Zukunft auszahlen wird, dann allerdings mit ganzer Macht. Barack Obama versicherte dem Indischen Premierminister Manmohan Singh, dass er sich für einen festen Sitz des Sub-Kontinents im UN-Sicherheitsrat mit voller Kraft einsetzen werde, was Indien weltpolitisch ganz kräftig aufwerten wird.


US-Präsident Barack Obama und der indische Premierminister Manmohan Singh. - Foto: dpa/Tagesspiegel.de/DANKE!/ USA unterstützen ständigen Sitz Indiens im Sicherheitsrat

Soviel zu den politischen Eckpunkten der Präsidentenvisite und zu dem, was die Gastgeber erwarten durften von Obama, bzw.  was politisch schon vorher abzusehen war.

Allerdings hat der US-Präsident den Indern noch ein weiteres, ganz besonderes Geschenk gemacht, mit dem er nicht nur die Weisheit eines großen Politikers zeigte, sondern auch - und vor allem! - menschliche Größe und die Überwindung der nur allzu menschlichen Angst, die einer einfach haben muss, der ständig im Fadenkreuz und im Scheinwerferlicht steht. Niemand auf der Welt hätte schließlich darauf bestehen können oder wollen, dass der wichtigste und am meisten gefährdetste Mann auf diesem Trabanten sich ausgerechnet in dem  Bombayer Luxushotel einquartiert, das vor nicht allzu langer Zeit der Schauplatz eines schrecklichen Terrorangriffs war.
Doch Michelle und Barack Obama übernachteten nicht nur dort im wieder hergestellten ersten Haus in Mumbay, sie besuchten gemeinsam auch die Gedenkstätte, die für die zahlreichen Opfer des Überfalls errichtet worden ist. 

Die Obamas besuchten das Denkmal, das an die Opfer der Anschläge von 2008 erinnert./DANKE!/US-Präsident Obama besucht Indien

Weitere Presseartikel zur Indien-Reise hinter den markierten Links im Text.

FOTOS: DANKE!

Obama gibt Milliarden-Geschäfte mit Indien bekannt

Indienreise: Obamas in Bollywood


USA unterstützen ständigen Sitz Indiens im Sicherheitsrat


US-Präsident Obama besucht Indien 

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Mittwoch, 3. November 2010

Barack Obama - Amerikas schwarzer Prügelknabe

Bei so viel Einfallsreichtum darf das hier natürlich nicht fehlen: Obama mit kleinem Hitler-Bärtchen. Doch wie passt das eigentlich mit den außenpolitischen Forderungen der Konservativen zusammen? Die USA hätten den Respekt der Welt verloren und seien pleite, sagte der republikanische Kongressabgeordnete Mike Pence bei der Kundgebung in Washington © Nicholas Kamm/AFP


In wenigen Stunden werden wir es wissen: Lässt sich ein "gefürchtetes" Wahlergebnis einfach so und auf gut Glück herbeireden bzw. herbeischreiben und - senden?
In jedem Blatt war es nachzulesen, jeder Sender verkündete es rund um die Uhr, dass man für Barack Obama eine ganz herbe Niederlage erwartet bei den heutigen Midterm-Wahlen der Vereinigten Staaten von Amerika. Dabei steht der Präsident überhaupt nicht zur Wahl! Gewählt werden - wie immer zur Halbzeit der Regierungsperiode - die beiden Kammern des Parlaments, das Repräsentantenhaus und der Senat  - beide angesiedelt in der zweiten Hochburg von Amerikas  Macht neben dem Weißen Haus, im ehrwürdigen Capitol.


Dass auf Grund dieser Parlamentswahlen meistens  - zumindest aber doch in schöner Regelmäßigkeit - eine wichtige Verschiebung dieser Macht stattfindet, das weiß jeder, der schon ein paar Legislaturperioden der amerikanischen Regierungen verfolgt hat. Der auch anderswo gebräuchliche Ausdruck "Lahme Ente" verdankt seine Popularität eben dieser Verschiebung, denn meistens bleibt der US-Präsident danach für die zweite Hälfte seiner Amtszeit politisch gelähmt, zumindest aber stark eingeschränkt. Der Wählerwille hat dann nämlich meistens der bei den Präsidentenwahlen politischen Verliererpartei  nun eine Mehrheit beschert, die ein Regieren  hauptsächlich da erschweren bzw. fast unmöglich machen, wo es um Gesetze und Entscheidungen geht, die der Absegnung der beiden Kammern des Parlaments bedürfen.


Die letzte erdrutschartige Verschiebung auf dieser Basis traf BillClinton in der Mitte seiner ersten Amtsperiode. Doch ihm und den Demokraten blieben zwei weitere Jahre, um aus der großen Midterm-Niederlage einem erneuten Siegeszug bei den nächsten Präsidentschaftswahlen herauszuholen. Was ihm mit großer Mehrheit auch gelang und ihm eine zweite Amtszeit bescherte.


Barack Obama hat nun beste Aussichten auf einen ähnlichen Ablauf. Dass er z.Z. so ausgezählt wirkt, liegt neben einem rasanten Arbeits- und Reise-Tempo auch an vielen, lauten Presseleuten, die seinen "apokalyptischen Absturz"  täglich gebetsmühlenartig aufs Neue herbeizureden versuchen.
Das ewige Berichten über Amerikas Probleme ist zu langweilig geworden für die Leser und Hörer, wie viel interessanter läßt es sich da doch von politischen Wadenbeißern und Möchte-Gern-Politikern schreiben, denn die verstehen es noch dazu sich von ganz allein recht bunt und aufreizend in Medien-Stellung zu bringen. Und ja: Wirklich nette, unterhaltsame Geschichtchen sind dabei herausgekommen in den letzten Monaten: von Fernsehmoderatoren, die offen Wahlkampf machen, bzw. Verteufelung betreiben z.B. oder von KandidatInnen, die zuvor schon als Hexen, Astrologen oder Knasties das Scheinwerferlicht gesucht haben.

Es geht natürlich noch ein bisschen simpler, schließlich hat man im konservativen Amerika den alten Feind im Osten nicht vergessen: Obama ist ein Kommunist, das will wohl dieser Demonstrant mit seinem Hammer-und-Sichel-Shirt sagen © Nicholas Kamm/AFP 4/ 10/ DANKE!/Fotostrecke zu: US-Kongresswahlen: Dauerfeuer von rechts - S.4 - Politik | STERN.DE

Viel schlimmer aber ist die (zumindest!) äußerst laxe Art, die absolute Respektlosigkeit mit der man in Amerika heute dem amtierenden Präsidenten begegnet. Nicht einmal zu Zeiten des abgesetzten, intriganten Richard Nixon, in Zeiten des offen lügenden Bill Clinton oder des völlig unfähigen Kriegsanzettlers George W. Bush haben es sich politische Gegner oder Medien, schon gar nicht einfache Bürger gewagt, den amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten als Verbrecher, als Terroristen, als neuen Hitler in aller Öffentlichkeit zu beschimpfen.  Täglich in allen Medien wiederholte ganz offensichtliche Lügen über seine Religionszugehörigkeit, seine Staatsbürgerschaft, sein Geburtsland und seine politischen Ziele wirken daneben fast noch harmlos. Für alles, was schief läuft in USA und in der Welt, scheint es jetzt ja - wie zu Zeiten der Sklaverei - einen kleinen, Schwarzen Prügelknaben im Weißen Haus  zu geben.


Und noch ein Angriff auf Obama: "Nicht mein Gott" titeln die zumeist religiösen Rechten - und drücken dem US-Präsidenten auf dem Plakat etwas Lektüre von Karl Marx in die Hand © Nicholas Kamm/AFP/Danke!/Fotostrecke zu: US-Kongresswahlen: Dauerfeuer von rechts - S.9 - Politik | STERN.DE

Dass es für den ersten Schwarzen US-Präsidenten der Geschichte  und seine Administration nicht leicht sein würde, die Erwartungen vom politischen Messias Amerikas aufrechtzuerhalten, das haben alle und ganz besonders Barack Obama selbst von Anfang an gewusst. Dass es schwer sein würde, ein so tief in fundamentalen Problemen steckendes Riesenland auf einen guten Weg zu bringen, daran hat vor zwei Jahren auch niemand gezweifelt. Und dass diese präsidiale Riesenaufgabe nicht in aller kürzester Zeit zu bewältigen sein würde - wer hätte denn daran je ernsthaft gezweifelt?.


Barack Obama hat in den vergangenen 24 Monaten mehr auf die Reihe bekommen und politisch auf den Weg gebracht als irgendein anderer amerikanischer Präsident in einem vergleichbaren Zeitraum. Und da waren die Vereinigten Staaten nicht in einer ähnlich schweren wirtschaftlichen und politischen Krise wie heute. Die tiefgreifende Sinn-Krise zeigt doch schließlich in diesen Monaten überall auf der Welt ihre hässlichen Fratzen, nicht nur in Amerika.
Warum soll nun einer dafür den Preis der Niederlage bezahlen, der den großen Messias-Hype von 2008 immer zurückgewiesen hat, der viel geleistet hat in seinem Amt, aber der eben nicht damit geprahlt hat wie es sonst alle tun in der Politik? 




Ich jedenfalls bin überzeugt davon, dass sich heute Nacht zeigen wird, dass viele ernsthafte amerikanische Wähler ihrem Votum von vor zwei Jahren treu geblieben sind. Dass auch sie weitervertrauen wollen auf einen Mann, der immer wieder bewiesen hat, dass Integrität, Ernsthaftigkeit, Bescheidenheit und Durchsetzungswillen zu seinen Charakterstärken zählen und der noch lange nicht aufs Abstellgleis gehört.

US-Präsident Barack Obama / Foto: Getty Images / Danke!

Zwei Dinge jedenfalls sind glasklar: Die Oper ist niemals zuende bevor nicht die dicke Dame gesungen hat.


Und, Dear Fellow-American Voters: Barack Obama ist - und bleibt auch in Zukunft - unser aller Präsident!


Bitte beachten Sie die zahlreichen Links hinter dem link-unterstrichenen Text!
Bitte beachten Sie auch die  Fotostrecke zu: US-Kongresswahlen: Dauerfeuer von rechts - Politik | STERN.DE

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Freitag, 1. Oktober 2010

Obama's Stabs-Chef: Tausche Weißes Haus gegen Rathaus in Chicago

Rahm Emmanuel, Präsident Obamas Stabschef, will Bürgermeister werden / Getty Images/Thank you!

Obamas Stabschef verlässt das Weisse Haus 


Rahm Emmanuel Will Quit White House And Run For Mayor Of Chicago

Rahm Emanuel Expected To Leave White House This Week 


"White House Chief of Staff Rahm Emanuel is expected to announce Friday that he is leaving the Obama administration to consider a campaign for mayor of Chicago.

Though ABC News reports that he has yet to make a final decision, speculation has swirled around Emanuel’s possible run for the Chicago mayoralty — a stated goal of his — since longtime Mayor Richard M. Daley announced he would not seek another term."
Wenn man nicht ganz genau wüsste, dass der Text nach heutigen Maßstäben rassistisch ist - ein absolutes "NO ! NO" also - dann könnte man fast versucht sein, das Lied von den zehn kleinen....


Präsidentenberatern anzustimmen... 

Aber zimperlich war er ja  nun wirklich noch nie, der Noch-Berater, der mächtige Stabschef im Weißen Haus. Schließlich verlässt Rahm Emmanuel, der engste, politische Vertraute des US-Präsidenten, das Obama-Team kurz vor den Paralmentswahlen, wo jeder versierte (Wahl-)Kämpfer dringend gebraucht wird.
Und was für ein Signal soll das sein, das der Stabschef mit seinem Rückzug den Wählern gibt? Ich bevorzuge Chicagos Rathaus, weil ich im Weißen Haus nur Nummer Zwei sein kann? Oder gar: Abflug, denn hier lässt sich kein Blumentopf mehr gewinnen!?  
Das sah vor eineinhalb Jahren noch ganz anders aus:

 An Enforcer Named Emanuel
 By KAREN TUMULTY and Michael Scherer/Time.com/21.01.2009

"...Though they hail from the same state, the new President and his chief of staff are an unusual pair. Two years before Barack Obama was elected President, Emanuel jokingly noted as much in a speech at Washington's annual white-tie Gridiron Club dinner: "Senator Obama and I don't just share a home state. We also share exotic names that were given to us by our fathers--Barack, which in Swahili means 'blessed,' and Rahm, which, roughly translated from Hebrew, means 'go screw yourself.'"
"Chief of Staff" im Weißen Haus: Rahm Emanuel. Foto: dpa/taz.de
A foulmouthed showman and backroom infighter, Emanuel has been known to manage, motivate and intimidate by standing on a table and screaming. And yet the early signs of how he will be running things at the no-drama Obama White House are auspicious: Emanuel, 49, has run the smoothest presidential transition in modern history. Obama "is thrilled with him," says David Axelrod, the President's chief political strategist. "He has said he's sure he made the right decision on this one."

Obamas Stabsschef: Der Durchsetzer
Von Matthias Rüb/FAZ.net/08.11.08

"
Den besten Witz über den künftigen Stabschef im Weißen Haus hat wahrscheinlich dessen Vorgesetzter selbst gemacht. Seit sich Rahm Emanuel, so erzählte Barack Obama kürzlich bei einem Spenden-Dinner in Chicago, versehentlich den Mittelfinger abgeschnitten habe, sei er praktisch verstummt. Denn wenn auch nur ein Bruchteil der Geschichten stimmt, die über den Führungsstil Emanuels kursieren, dann gehört dieser Teil der Hand offenbar zu seinen bevorzugten Kommunikationsinstrumenten. Einem einstigen Mitstreiter, mit dem er sich überworfen hatte, soll Emanuel per Post einen verrottenden Fisch zugesandt haben.
Emanuel wurde am 29. November 1959 als Sohn des aus Jerusalem stammenden jüdischen Einwanderers Benjamin Emanuel, der später Kinderarzt wurde, und von dessen Frau Martha Smulevitz, der Tochter eines örtlichen Gewerkschaftsführers, in Chicago geboren. Zur Politik fand Emanuel bald nach dem Studium, er arbeitete in den Stäben von Senator Paul Simon und Bürgermeister Richard M. Dailey, ehe er den Weg nach Washington fand. Während des Golfkrieges 1991 ging er als ziviler Freiwilliger nach Israel, um das Heimatland des Vaters gegen Saddam Husseins Raketenangriffe schützen zu helfen. Die enthusiastische und schon damals instinktsichere Mitarbeit im Wahlkampfteam des damaligen Gouverneurs aus Arkansas, Bill Clinton, vergalt der spätere Präsident Emanuel mit wichtigen Posten im Beraterteam des Weißen Hauses...."


Poträt Rahm Emanuel : Der Chef-Drahtzieher von Obama
von Bettina Gaus/taz.de/07.11.08 

"....Was immer seine Gegner über ihn jetzt sagen: Niemand bestreitet, dass Emanuel über viel Erfahrung verfügt. Seit 2002 sitzt der ehemalige Spitzenberater von Bill Clinton und spätere Investmentbanker im Kongress. Er weiß also, wie man Mehrheiten organisiert. Und er gehört zu den wenigen, die sowohl die Arbeit in der Exekutive als auch die in der Legislative von innen kennen.
Der dreifache Familienvater, der übrigens in seiner Jugend eine Ausbildung als Ballett-Tänzer absolviert hat - was für ein Stoff für Karikaturisten! Spitzentanz! Schwanensee! -, wohnt ebenso wie die Obamas in Chicago. Für die künftige politische Richtung dürften andere Faktoren wesentlich sein: Emanuel gilt als treuer Verbündeter Israels und als Gegner teurer Sozialprogramme.
Der Personalwunsch des neuen Präsidenten ist also sehr aufschlussreich. Er deutet darauf hin, dass Barack Obama auch künftig seiner bisherigen Linie treu bleiben will: mit wirkungsvollen Worten eine Politik umzusetzen, die auch in den so genannten gemäßigten Kreisen der USA und, wenn denn irgend möglich, sogar bei Teilen der Opposition auf Zustimmung stößt."

Der neue Stabschef : Rahm Emanuel – so bissig ist Obamas Wadenbeißer

USA: Obamas Stabschef schätzt Politik im Rambo-Stil
 AFP/ik/Welt online.de/06.11.08

".....Obamas erste Personalentscheidung lässt einige Rückschlüsse zu. Der Stabschef im Weißen Haus ist der Manager der Macht, ihm obliegt die Formulierung und Umsetzung der politischen Strategie. Emanuels Benennung signalisiert, dass der neue Präsident dabei keine Konflikte scheut. Unter Präsident Bill Clinton war der aggressive Stratege in den 90er Jahren Berater im Weißen Haus, seit 2002 vertritt er einen Wahlkreis in Chicago im Repräsentantenhaus, wo er schnell in die Fraktionsführung aufstieg. Er ist einer der wenigen Demokraten, die Doppel-Erfahrungen in Exekutive und Legislative haben. Emanuels Aufgabe könnte es sein, im Kongress Mehrheiten für Obamas Politik zu organisieren.
Wohl bald Vergangenheit/Foto:

Zusammen waren die Beiden aus dem Oval Office - zumindest anfangs - ein gutes Team: Beide stammen aus Chicago, beide sind seit langer Zeit Demokraten, der eine ein Schwarzer, der andere ein Jude. Für viele Amerikaner war das allerdings eine  schwer verdauliche Mischung dort in Washington an den Hebeln der Macht. Nun, da Emmanuel geht, wird sich zeigen müssen, dass Obama auch mit dieser Herausforderung politisch umgehen kann. Schließlich ist Emmanuel bei Weitem nicht der erste hochkarätige Berater, der sich seit dem Amtsantritt Barack Obamas aus der US-Regierung verabschiedet. Erst in den letzen Wochen sind drei einfluss- und kenntnisreiche Mitarbeiter ausgestiegen:

USA: Wie Obamas Ökonomenteam zerfällt 


Aderlass im Weißen Haus: Weiterer Berater verlässt Obama
rts/dpa/N-tv.de 

"...Präsidentensprecher Robert Gibbs kündigte unterdessen für Freitag die "Bekanntgabe einer personellen Veränderung" an. Amerikanische Medien gehen davon aus, dass Berater Peter Rouse zum Interim-Stabschef ernannt wird.
Emanuels Abgang ist keine Überraschung: Er macht seit langem keinen Hehl daraus, dass es sein Lebenstraum wäre, in seiner Heimatstadt Bürgermeister zu werden. In den vergangenen Tagen hatten sich die Hinweise auf seinen Ausscheiden verdichtet. Um bei den Wahlen anzutreten, muss er bestimmte Fristen einhalten.
Jüngst hatte bereits Obamas Top-Wirtschaftsberater Lawrence Summers angekündigt, er wolle bald gehen, um wieder als Professor an der Universität Harvard zu lehren. Erst vor wenigen Wochen musste der Präsident auch Christina Romer, die Leiterin seines ökonomischen Rates, ziehen lassen. Kurz davor hatte auch der oberste Haushaltsaufseher im Weißen Haus, Peter Orszag, den Job quittiert."
US-Wirtschaftspolitik: Obama allein zu Haus

Lawrence Summers to Leave Obama's Economic Team

Obamas ökonomischer Chefberater Summers geht

Lieber Uni als Weißes Haus: Berater kündigt Obama 

Afghanistan-Streit im Weißen Haus: Obama besteht auf Ausstieg

Streit im Weißen Haus: Enthüller-Legende Woodward stellt Obama bloß


Das Ende einer politischen Freundschaft? Foto: News One for Black America/

Ob Barack Obama seinem langjährigen politischen Wegbegleiter den Ausstieg zur Unzeit übel nimmt, bleibt wohl - wie bei anderen Wichtigkeiten auch - zuverlässig hinter den geschlossenen Türen des Oval Offices. Er müsse sich schnellstens entscheiden, war lediglich vom Präsidenten zu vernehmen. Mittlerweile wird weltweit damit gerechnet, dass die Verabschiedung Emmanuels und die Vorstellung des neuen Chief of Staff am Freitag stattfinden wird:


Obama On Rahm ’s Possible Run For Chicago Mayor: He ‘Will Have To Make A Decision Quickly’  

 Obama Expected To Announce Rahm Emanuel’s Resignation Friday

Emanuel Leaving for Chicago Mayoral Run
By Paul Shepard  /Black voices

"The man expected to replace Emanuel in the interim is senior advisor Peter Rouse, who projects a fairly calm demeanor. After two years with Emanuel, that may take some getting used to around the West Wing."

Alter Zauber: Obama kämpft vor Studentenmassen um Comeback

Wahlkampf in den USA: Obama warnt vor Apathie

USA: Obamas Kampf um die weiße Mittelklasse 

Obama Tries to Rally Support at Black Caucus Gala

field negro: Let them eat hot dogs.

President Obama Attends CNBC Town Hall 

At U.N., Obama to Remind the World of His Agenda

Dass nicht nur der Kampf ums Capitol für Obama hart werden wird, sondern für ihn selbst auch der ums Rathaus seiner Heimatstadt Chicago, darüber ist sich Emmanuel klar. Noch schwerer aber dürfte es für den weißen Demokraten jüdischen Glaubens werden, aus der geschundenen und doch heißgeliebten Stadt, aus Windy-City, einen Ort zu machen, der positiv in der Welt wahrgenommen wird - und vor Allem auch für Black America und "Gods Own Country".

Emanuel Leaving for Chicago Mayoral Run

Chicago Mayor: If Not Rahm Emanuel , Then Who?  

Can A Homophobic Black Pastor Become Chicago’s Next Mayor?

Chicago Mayor Richard Daley Will Not Seek Re-Election 

African Americans and the Legacy of the Daley Dynasty

Run, Jesse, Run: Jesse Jackson Jr. Eyes Chicago Mayor's Office



 Fotos: Thank you! Dankeschön!

1.Rahm Emmanuel/ Black Voices /Getty Images/Thank you!
 2. 10 kleine.../Cool Cooky/ Birgitte Schjoth/Danke!!!
3. Chief of Staff/Taz.de/DPA/Danke!!!!
4.

Das Ende einer politischen Freundschaft? Foto: News One for Black America/
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