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| Slideshow: Black American women who broke the mold |
Erst krachte der Schmetterball unerreichbar ins Feld, dann flog der Schläger von Serena Williams durch die Luft, und so kam es, wie es schon vor dem Halbfinale vermutet worden war. Die Weltranglistenerste würde sich mühelos ihren 13. Grand-Slam-Titel sichern und nach 2002, 2003 und 2009 zum vierten Mal beim bedeutendsten Turnier der Welt triumphieren. Als sie strahlend die goldene Venus-Rosewater-Trophäe in die Höhe reckte, sagte sie: „Ich bin glücklich, dass ich gewonnen habe gegen Wera Zwonarewa, die so viel durchgemacht hat.“
Unter die letzten Vier vom Wimbledon hatten sich in Zwetana Pironkowa, Petra Kvitova und Wera Zwonarewa neue Gesichter auf der großen Bühne gezeigt, dennoch bestand kein Zweifel daran, dass sich das unbarmherzige Powertennis der Titelverteidigerin auf dem schnellen Rasen durchsetzen würde. Keinen einzigen Satz hatte Williams bis ins Finale abgegeben, sie sollte es auch an diesem Samstagnachmittag gegen Zwonarewa nicht tun. Das ohnehin schon pralle Selbstvertrauen der Favoritin potenzierte sich auf dem Centre Court zu einem nie gefährdeten 6:3 und 6:2-Sieg, der lediglich eine gute Stunde dauerte. „Ich habe mir immer nur gesagt, dass ich ruhig bleiben muss, wenn ich das hier gewinnen will“, sagte Williams, „ich wollte immer vorlegen, falls ich doch nervös werde.“...
Serena Williams hat ihren Titel in Wimbledon verteidigt. Die hochfavorisierte Amerikanerin ließ am Samstag in London von Beginn an nicht den Hauch eines Zweifels am viertem Wimbledon-Erfolg aufkommen. Sie besiegte Wera Swonarewa in nur 67 Minuten mit 6:3, 6:2. Es war das schnellste Wimbledon-Finale seit Steffi Grafs Sieg 1992 über Monica Seles in 58 Minuten. Swonarewa musste anerkennen, dass sie der Wucht und Spielstärke ihrer 28 Jahre alten Kontrahentin nicht gewachsen war: „Serena hat mir nicht erlaubt, mein Bestes zu zeigen.“„Die 13 ist meine Glückszahl“, sagte dagegen die Siegerin, die für ihren 13. Triumph bei einem der vier Grand-Slam-Turniere 1,218 Millionen Euro einstrich. Damit zog sie an Billie Jean King vorbei, die auf der Tribüne applaudierte, als Serena flachste: „Hey Billie, ich hab Dich!“ Für die drei Jahre jüngere Swonarewa blieb zumindest der Trost, mit 609.000 Euro das höchste Preisgeld ihrer Karriere gewonnen zu haben und am Montag wieder unter die besten zehn Spielerinnen der Tennis-Welt zurückzukehren....
...Mehr als eine Vorentscheidung fiel, als Swonarewa im zweiten Satz zum 1:4 mit einem Doppelfehler zum insgesamt dritten Mal und zum zweiten Mal im zweiten Satz den Aufschlag nicht durchbrachte. Nach einer Stunde und sechs Minuten verwertete Serena gleich den ersten Matchball zum 6:3, 6:2-Sieg.
Die Weltranglisten-Erste bei den Frauen errang zum 13. Mal die Trophäe an einem Grand-Slam-Turnier. Die 28-jährige Amerikanerin gab während des gesamten Turniers keinen Satz ab, obwohl sie vor Wimbledon seit Januar lediglich drei Turniere absolvierte.
Am meisten gefordert wurde Serena Williams im Achtelfinal von Maria Scharapowa, die bei der 6:7, 4:6-Niederlage im ersten Satz zwei Satzbälle vergab....
...Swonarewa musste anerkennen, dass sie der Wucht und Spielstärke ihrer 28 Jahre alten Kontrahentin nicht gewachsen war: "Serena hat mir nicht erlaubt, mein Bestes zu zeigen."
"Die 13 ist meine Glückszahl", sagte die Siegerin, die ihren 13. Triumph bei einem der vier Grand-Slam-Turniere feierte. Damit zog sie an Billie Jean King vorbei, die auf der Tribüne applaudierte, als Serena flachste: "Hey Billie, ich hab Dich!"
Am Abend verlor Wera Swonarewa dann noch ihr zweites Finale binnen eines Tages: Die Russin musste sich auch im Doppel-Endspiel geschlagen geben. Swonarewa verlor mit ihrer Landsmännin Jelena Wesnina mit 6:7 (6:8), 2:6 gegen Vania King aus den USA und die Kasachin Jaroslawa Schwedowa, die erst ihr drittes Turnier gemeinsam bestritten.
"Sind die Skyliners nach der ernüchternden Vorstellung, die sie beim 58:75 in der Stadthalle von Bremerhaven gegeben haben, überhaupt noch in der Lage, die Geschicke zu ihren Gunsten zu wenden? Leise Zweifel sind angebracht.
Schaffen die Skyliners das? Können die Frankfurter Basketballprofis die Auftaktniederlage vom vergangenen Montag beim ersten Halbfinalspiel wieder wettmachen? 0:1 liegen sie im Rennen mit den Eisbären Bremerhaven um den Einzug ins Finale zurück und stehen an diesem Donnerstag im zweiten Spiel dieser „Best of five“-Serie unter Zugzwang (Ballsporthalle, 18 Uhr/ live auf Sport1). Verlieren sie auch dieses Spiel, hätte Bremerhaven an diesem Samstag beim dritten Spiel in eigener Halle die Chance auf den Finaleinzug...
....Novak würde so etwas aber nicht sagen, wenn er nicht überzeugt wäre, dass die Skyliners vor eigenem Publikum zurückfinden zu jener Leistung, welche die Mannschaft im Viertelfinale gegen den großen Favoriten Alba Berlin gezeigt hatte. Der große Unterschied zu diesen Spielen war die mannschaftliche Geschlossenheit, mit der sie auftraten. In Bremerhaven war davon nicht viel zu sehen. Einzelleistungen statt Teamgeist prägten dort die Szene, in der sich lediglich zwei Spieler einigermaßen erfolgreich präsentierten: Jimmy McKinney und Greg Jenkins. „Wir hatten am Montag einen Kater“, sagt Cheftrainer Gordon Herbert und präzisiert: „Keinen Alkoholkater, sondern einen von unserem Sieg gegen Alba.“
Der Siegesrausch ist nach der Niederlage gegen Bremerhaven mit einem Schlag verflogen – und das Erwachen war schmerzhaft. Sportdirektor Novak erhofft sich heilsame Wirkungen von der unerwartet deutlichen Frankfurter Schlappe in Bremerhaven. „Vielleicht war es gut, dass wir nicht nur mit drei oder vier Punkten Unterschied verloren haben. Vielleicht ist das eine gute Lehre für uns.“..."
"...Das unspektakuläre Saisonende des spektakulärsten aller US-Sportstars bedeutet mehr als nur eine große Enttäuschung für einen begnadeten 25-Jährigen: Es könnte ein wahres Beben in der NBA nach sich ziehen.
James kann in diesem Sommer Cleveland verlassen, mehrere Teams sparen schon lange, um ihn zu verpflichten. Auch andere Stars sind in den nächsten Monaten auf dem Sprung, selbst der treue Dirk Nowitzki könnte seinen Mavericks den Rücken kehren. Sollte LeBron James tatsächlich wechseln – zum Beispiel zu den darbenden New York Knicks –, würde das eine wahre Rotation der Spitzenspieler in Gang setzen. Und damit ein völlig neues Machtgefüge in der Liga herstellen.James wird seine Entscheidung strategisch treffen: Er will der erste Sportmilliardär der Geschichte werden, New York als Markt ist da attraktiver als Cleveland. Für die WM im Herbst hat er dem US-Nationalteam bereits abgesagt – der erste Kinofilm lockt. Doch all seine Träume werden sich nicht ohne NBA-Titel erfüllen. Mit den Cavaliers scheint dieses Ziel nach sieben erfolglosen Jahren unmöglich."
"Wie der amerikanische TV-Sender Golf Channel berichtet, wird der Weltranglistenerste Tiger Woods, der an einer Entzündung des Nackenwirbels laboriert, vom 3. bis 6. Juni als Titelhalter am Turnier in Dublin im Bundesstaat Ohio an den Start gehen.
(si) in Ohio hatte Tiger Woods im vergangenen Jahr zum insgesamt vierten Mal triumphiert. Der 34 Jahre alte Amerikaner hatte Anfang Mai an der Players Championship in Ponte Vedra Beach seine vierte Runde wegen seinen Nackenproblemen vorzeitig abgebrochen...."
"...Den Philadelphia Flyers ist als viertem Team der nordamerikanische Sportgeschichte ein grandioses Playoff-Comeback gelungen. Die Mannschaft um die beiden kanadischen Olympiasieger Chris Pronger und Mike Richards gewann am Freitagabend (Ortszeit) auch das siebte und entscheidende Playoff-Spiel der Nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL bei den Boston Bruins mit 4:3 - nach 0:3-Rückstand im ersten Drittel - und zog somit ins Halbfinale ein.Der Triumph war Philadelphias vierter Sieg nacheinander. Die Zeitung „Boston Globe“ nannte das Scheitern der Bruins einen der „zweifellos schlimmsten Zusammenbrüche der Sportgeschichte“, für den „Philadelphia Inquirer“ haben die Flyers „die Geschichtsbücher umgeschrieben“...
"...Und aus Afrika kommt der Präsident des Weltverbandes IAAF, Lamine Diack. Der hat nun die Szene erschreckt mit der Ankündigung, bei den nächsten Wahlen im August 2011 für eine weitere, vier Jahre dauernde Amtszeit kandidieren zu wollen.
Lamine Diack ist seit 1999 IAAF- Präsident, er folgte dem gerade wiedergewählten, aber dann im Alter von 76 Jahren an einem Herzinfarkt gestorbenen Italiener Primo Nebiolo. Nun ist Diack selber 76, und man merkt ihm das Alter an: Wenn er redet, nuschelt er so, dass ihn kaum jemand versteht. Was jedoch die meisten verstanden haben, ist sein Motiv für die abermalige Kandidatur: Das frühere Parlamentsmitglied will 2012 Präsident des Senegals werden, und als Chef einer globalen Organisation, so glaubt er, habe er bessere Chancen bei der Wahl.
Man muss sich wundern, wie Diack demnächst auch noch einem darbenden Land vorstehen will, wenn er zuletzt schon seinen Weltverband nicht ordentlich führen konnte. Immer mehr Klagen drangen an die Öffentlichkeit. So hat er jüngst einen TV-Vertrag abgeschlossen, der dazu führte, dass im Kernmarkt Europa zuletzt so gut wie keine Bilder mehr von hochklassigen IAAF-Veranstaltungen zu sehen waren. Er hat eine neue weltweite Wettkampfserie initiiert, die Diamond League, deren Wertungssystem für Laien selbst dann unverständlich bleibt, wenn es ihm nicht von Diack vorgenuschelt wird. Vor allem aber, so der jüngste und alarmierendste Vorwurf aus inneren IAAF-Zirkeln, droht der in Monaco ansässige Weltverband in finanzielle Bedrängnis zu geraten. Lamine Diack scheint gerade dabei zu sein, die Leichtathletik ins Abseits der öffentlichen Wahrnehmung zu führen...."
Ebenfalls aus Jamaika stammt die Sprinterin Merlene Ottey, der die FAZ anlässlich ihres 50. Geburtstags einen Artikel plus Fotostrecke widmete:
"...Jamaika brennt, Jamaika rennt. „Wir müssen an unsere Freunde zu Hause denken“, sagt Usain Bolt, während in den Ghettos seiner Heimat Staatsmacht und Bürger aufeinander schießen und bereits mehr als sechzig Menschen ums Leben gekommen sind (siehe: Dutzende Tote bei Jagd auf Drogenbaron in Jamaikaund Banden-Unruhen in Jamaika eskalieren). „Aber ich habe einen Job zu tun.“ Der schnellste Sprinter der Welt trug in Ostrau, im einstigen Kohlenrevier Tschechiens, am Donnerstagabend seinen Teil zum ambitionierten Sportfest „Goldene Spikes“ bei, indem er einen 300-Meter-Lauf bestritt. In 30,97 Sekunden gewann der 23 Jahre alte Supersprinter das Rennen zwar deutlich vor seinem Landsmann Jermaine Gonzales (32,49), verpasste die angestrebte Weltbestzeit aber knapp. Bolt war 12/100-Sekunden langsamer als Michael Johnson im Jahr 2000.Vor den Kameras und auf der Bahn war Bolt, wie üblich, nicht zu bremsen. Doch wenn er nicht rannte, nicht Interviews gab und nicht mit den Kameras flirtete, traf er sich mit seinen Landsleuten auf einem ihrer Hotelzimmer vor dem Fernsehgerät. „Hoffentlich gibt es keine weiteren Toten“, sagt er, ganz der Botschafter, zu dem die Regierung ihn zum Dank für seine Triumphe bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaft ernannt hat. „Ich wünsche mir, dass Jamaika wieder das schöne Land sein kann, das es ist.“..."
"1980 gewann sie ihre erstes olympisches Edelmetall. 2008 verpasste sie die Sommerspiele in Peking nur knapp. An diesem Montag feiert Merlene Ottey ihren 50. Geburtstag. Ihre Karriere hat sie noch immer nicht beendet.
Als „Mannequin in Motion“ machte sie die Kunststoffpiste zu ihrem Laufsteg. Doch sie war auch ganz schön schnell. Keine andere errang in ihrer Sportart so viele Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften wie Merlene Ottey. Mit 20 Jahren gewann die 1,75 Meter große karibische Schönheit 1980 ihr erstes olympisches Edelmetall. Mit 48 verpasste sie 2008 die Sommerspiele in Peking nur knapp. An diesem Montag feiert sie ihren 50. Geburtstag. Ihre Karriere hat sie noch immer nicht beendet.„Ich bin noch immer fasziniert von diesem Sport. Noch kann ich nicht endgültig aufhören“, sagt die Frau mit den Kulleraugen, für die der Sprint zur Sucht geworden ist. Noch mit 36 lief sie in 10,74 Sekunden persönliche Bestzeit - mit der sie auf Platz vier der ewigen Weltrangliste steht. Seit sie 30 ist, führt sie in allen Altersklassen weltweit die Sprint-Statistik an. Mit 46 stellte Merlene Ottey in 11,41 Sekunden einen „Senioren“-Weltrekord auf....
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Die Karriere von Merlene Joyce Ottey, am 10. Mai 1960 als eines von sieben Geschwistern in Cold Spring/Jamaika geboren, blieb nicht ohne Makel. 1999 für sie positiv auf Nandrolon getestet. Ottey fühlte sich in den Monaten danach geächtet, selbst als sie wegen eines Formfehlers rehabilitiert worden war. „Man wollte mich aus dem Sport drängen“, erklärte Ottey - und wechselte nach Slowenien, wo sie 2002 die Staatsbürgerschaft erhielt.
Unter Trainer Srdjan Djordjevic erreichte die „ewige Ottey“ 2004 bei den Olympischen Spielen von Athen das Halbfinale über 100 Meter, ebenso bei ihrem EM-Debüt 2006 in Göteborg. Ein Jahr später schied sie als älteste WM-Teilnehmerin der Leichtathletik-Geschichte im 100-Meter-Vorlauf von Osaka aus, 2008 verpasste sie die Olympia-Norm. Das heißt aber nicht, dass sie mit dem Laufen aufgehört hätte. Nicht viele würden sich wundern, wenn die 50-Jährige bei der EM 2010 in Barcelona wieder auftauchen würde."
Foto: Usain Bolt 2007/Phil McElhinney/Creative Commons License 2.0/Wikimedia Commons
"...Diese Mallorca-Reise hat sich gelohnt: Die Frankfurt Skyliners haben am Sonntagabend beim achtmaligen Meister Alba Berlin ihr erstes Viertelfinalspiel um die deutsche Basketball-Meisterschaft gewonnen. „Es lag alles am Teamwork“, sagte der überragende Spieler bei diesem 76:71, Derrick Allen. Mit 16 Punkten und vier Rebounds ragte er aus seiner Mannschaft heraus, die sich nach der Hauptrunde zum „Teambuilding“ ein Trainingslager auf Mallorca gegönnt hatte und dessen Erfolg mit einer massiven und ausdauernden Zonenverteidigung demonstrierte. Das Selbstbewusstsein, mit dem er seine Mannschaftsdienlichkeit in Verteidigung und Angriff am Sonntag krönte, hat er sich noch zu Zeiten des ehemaligen Skyliners-Trainers Murat Didin erworben. „Wir haben hier doch schon mal gewonnen“, sagte er und meinte den 76:70-Sieg Mitte März; eine Überraschung sei der Erfolg des Siebten der Hauptrunde und Finalisten des EuroCup über den Zweiten der Liga keinesfalls.Beim Korbwurf wurde Allen vor den nur 9.600 Zuschauern in der Berliner Arena nur von seinem amerikanischen Landsmann und Mannschaftskameraden Seth Doliboa übertroffen, der auf 17 Punkte kam; er traf bei vier Distanz- und drei Freiwürfen. Bei den Berlinern kamen Aufbauspieler Rashad Wright und Flügelspieler Julius Jenkins auf je 16 Punkte, Immanuel McElroy erzielte 15 Punkte und holte zehn Rebounds. „Wir sind froh, dass wir hier ein Spiel klauen konnten“, sagte der Frankfurter Aufbauspieler Pascal Roller. „Wir hatten es ja auch die meiste Zeit unter Kontrolle. Die Berliner müssen jetzt reagieren, aber sie werden mit dem Druck umgehen können. Wir haben einen großen Schritt getan.“ Am Donnerstag findet in der Frankfurter Ballsporthalle die zweite Partie der Serie statt. Sie ist beendet, sobald eine Mannschaft drei Mal gesiegt hat."
Blogs zum Thema:
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"Tiger Woods sucht nach seinem desaströsen Abschneiden in Charlotte weiter seine Form und liegt nach der zweiten Runde der Players Championship gleichauf mit dem deutschen Duo Martin Kaymer (Mettmann) und Alex Cejka (München). Der Weltranglistenerste aus den Vereinigten Staaten spielte auf dem Par-72-Platz im TPC Sawgrass in Ponte Vedra Beach ebenso wie Kaymer eine 71 und rutschte mit insgesamt 141 Schlägen auf den geteilten Platz 49 ab. Dort liegt auch Cejka, der am zweiten Tag einer 72er Runde spielte. Die Halbzeit-Führung übernahm der englische Ryder-Cup-Spieler Lee Westwood, der nach einer starken 65 mit insgesamt 132 Schlägen schon neun Schläge Vorsprung vor Woods hat. Hinter Westwood liegt das Verfolger-Trio Ryuji Imada, Francesco Molinari und Heath Slocum mit jeweils 133 Schlägen. Woods war beim Turnier in Charlotte nach seiner zweitschlechtesten Profirunde erst zum sechsten Mal in seiner Karriere am Cut gescheitert war. "Dass es für Tiger Woods nicht so läuft, wie geplant, das zeichnete sich schon vor Wochen ab. Jetzt allerdings hat sich der US-Champion von der Meisterschaftsausscheidung ganz zurückgezogen - angeblich wegen eines Bandscheibenvorfalls:
"1980 gewann sie ihre erstes olympisches Edelmetall. 2008 verpasste sie die Sommerspiele in Peking nur knapp. An diesem Montag feiert Merlene Ottey ihren 50. Geburtstag. Ihre Karriere hat sie noch immer nicht beendet. Als „Mannequin in Motion“ machte sie die Kunststoffpiste zu ihrem Laufsteg. Doch sie war auch ganz schön schnell. Keine andere errang in ihrer Sportart so viele Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften wie Merlene Ottey. Mit 20 Jahren gewann die 1,75 Meter große karibische Schönheit 1980 ihr erstes olympisches Edelmetall. Mit 48 verpasste sie 2008 die Sommerspiele in Peking nur knapp. An diesem Montag feiert sie ihren 50. Geburtstag. Ihre Karriere hat sie noch immer nicht beendet. „Ich bin noch immer fasziniert von diesem Sport. Noch kann ich nicht endgültig aufhören“, sagt die Frau mit den Kulleraugen, für die der Sprint zur Sucht geworden ist. Noch mit 36 lief sie in 10,74 Sekunden persönliche Bestzeit - mit der sie auf Platz vier der ewigen Weltrangliste steht. Seit sie 30 ist, führt sie in allen Altersklassen weltweit die Sprint-Statistik an. Mit 46 stellte Merlene Ottey in 11,41 Sekunden einen „Senioren“-Weltrekord auf.Jahrelang galt Ottey als „Bronze-Queen“, denn immer wenn es um alles ging, verpasste sie den ganz großen Sieg um Wimpernschläge. 1996 in Atlanta fehlten ihr im fast „toten Rennen“ in 10,94 fünf Tausendstel zum Sieg - den die Amerikanerin Gail Devers verbuchen durfte. Damals gewann Ottey eine ihrer drei Silbermedaillen bei Sommerspielen. Dazu stehen sechs Bronzene in ihrer Bilanz. Die letzte erhielt sie vergangenes Jahr nach der späten Aberkennung des Olympiasieges von Marion Jones (USA) 2000 in Sydney..."
Foto: Merlene Ottey 1997 in Köln/Free Software Foundation/GNU-Free Dokumentations License/Wikimedia Commons
"Als sich Dirk Nowitzki abgekämpft auf die Bank fallen ließ, ein weißes Handtuch über seine verschwitzten Schultern legte und dabei immer wieder fassungslos den Kopf schüttelte, blendete der US-Fernsehsender TNT noch schnell ein paar Statistiken ein. Einfach nur um zu verdeutlichen, wie bitter das abermalige Ausscheiden für den deutschen Basketballstar ist. Zehn Mal nacheinander hat der Würzburger mit den Dallas Mavericks mindestens 50 Spiele (von 82) in der regulären Saison der Profi-Basketball-Liga NBA gewonnen - und was ist dabei herausgekommen? Nichts. Null Meisterschaften. Schlimmer noch: In drei der vergangenen vier Jahre war sogar in der ersten Runde der Playoffs Schluss. Nun also auch in dieser Saison. Die Mavericks, angeführt von ihrem bravourös spielenden Nowitzki, sind nach sechs Erstrundenspielen an ihrem verbissen rackernden und verteidigenden Dauerrivalen San Antonio Spurs gescheitert. Deren beste Spieler sind zwar nicht mehr die Jüngsten, doch nach vier Meisterschaften seit 1999 wissen sie nur zu gut, wie man aus eng umkämpften Duellen als Gewinner hervorgeht. Die Mavericks haben davon keinen Schimmer..."Basketball in der NBA: Nowitzkis Playoff-Fluch bleibt bestehen
"...Somit gilt der Vertrag weiter, der ihm in der kommenden Spielzeit 20 Millionen Dollar garantiert. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass er nach dieser Spielzeit oder während der kommenden Saison einen weiteren Vertrag bei jenem Klub unterschreibt, dem er seit elf Jahren die Treue hält. An Dirk Nowitzki, das hat er nun erneut deutlich gemacht, soll es nicht liegen. „Ich habe noch nicht mit Mark Cuban gesprochen und er ist der Chef“, sagte er über den Besitzer der Dallas Mavericks, „was mich betrifft, werde ich diese Saison zu Ende spielen und dann sehen, wie es läuft, denn in diesem Geschäft kann viel passieren.“ Der bodenständige Dirk Nowitzki würde wohl seine NBA-Karriere nur dann nicht in Dallas beenden, wenn der Klub ihn nicht mehr will..."Niederlage gegen San Antonio: Nowitzki verliert mit Dallas zweites Playoff-Spiel
"...Was die jungen Männer miteinander verbindet, sind eine schwierige Jugendzeit und die Erfolge in der Schulmannschaft von St. Vincent. Und jenes Gefühl, dass der nach Kobe Bryant vom Meister Los Angeles Lakers wirtschaftlich erfolgreichste NBA-Spieler (Gehalt: 14 Millionen Dollar, Nebeneinkünfte aus Werbeverträgen: 25 Millionen Dollar pro Jahr) immer wieder betont: „Ich werde Akron immer treu bleiben. Auch wenn mich mein berufliches Leben woandershin bringt.“Auf solche Erklärungen reagieren die Fans der Cleveland Cavaliers jedes Mal konsterniert und erschrocken. Denn der Verein, der 2003 durch ein glückliches Los in der Draft-Lotterie das damals erst 18-jährige Phänomen aus der Nachbarstadt verpflichten konnte, würde ohne LeBron - der gemeinhin unter solchen Ehrbezeichnungen wie „King James“ oder „der Auserwählte“ figuriert - auch weiterhin im Leistungskeller der Liga dahindümpeln.Stattdessen begann mit dem 2,03 Meter großen Alleskönner, der ein formidables Auge für seine Nebenleute hat und jede Menge Rebounds einsammelt, die Wende. Das Klubmanagement baute mit einigem Erfolg um ihn herum an einer Mannschaft, die das Format hat, den Titel zu gewinnen. So wurde im Winter unter anderem der Handlungsreisende Shaquille O'Neal von den Phoenix Suns weggeeist. Der Center soll - wenn er gerade nicht verletzt ist - als riesiges Kraftpaket James den Weg zum Korb frei sperren. Das Resultat: Die Cavaliers wurden zum zweiten Mal nacheinander das beste der 30 Teams in der regulären Saison. Ihr Gegner in der ersten Runde der Play-offs sind die Chicago Bulls. Eine relative leichte Aufgabe, die Cavaliers gewannen das erste Spiel 96:83..."
"Shaquille O’Neal galt 18 Jahre lang als der Platzhirsch der NBA. Am Ende seiner Karriere gibt er sich mit der Rolle im Schatten eines anderen Superstars zufrieden - und hat damit Erfolg. Noch vor wenigen Jahren wäre dieser Satz aus dem Mund von Shaquille O’Neal undenkbar gewesen. "Mein Motto ist einfach", hatte O’Neal vor Beginn der Spielzeit der nordamerikanischen Basketballliga NBA gesagt. "Es lautet: Gewinne einen Ring für den King!" Der King, der König, das ist nicht er selbst, es ist der Spitzname seines Kollegen bei den Cleveland Cavaliers, LeBron James. Er will die Meisterschaft gewinnen, aber nicht für sich selbst, sondern für seinen zwölf Jahre jüngeren Mitspieler....
Die reguläre Saison beendeten die Cavaliers erneut als beste Mannschaft der Liga, die Mannschaft gilt in der Eastern Conference neben den Orlando Magic als Kandidat für den Einzug ins NBA-Finale. Im Westen sind dies neben den Los Angeles Lakers auch die Dallas Mavericks mit Dirk Nowitzki, der mal wieder seine fast letzte Chance nutzen möchte, endlich einen Titel zu gewinnen.
Für O'Neal wäre eine Finalserie gegen die Los Angeles Lakers und deren Superstar Kobe Bryant der passende Abschluss. Innerhalb seiner Mannschaft gibt er den bereitwilligen Helfer - und doch würde er am Ende seiner Karriere gerne auf mehr Titel verweisen können als Bryant. Derzeit haben beide je vier Meisterschafen gewonnen, drei davon gemeinsam. "Ich will diesen Titel, ich bin mehr als entschlossen", sagt O'Neal..."
Basketball-Nachwuchs: Talente ohne Chance
"...
Und wo haben die Deutschen bei diesem Pokalfinale des deutschen Spitzenbasketballs in Frankfurt gespielt? Ja, diese Frage muss kommen, immer wieder. So lange, bis sie sich erübrigt. Warum? Weil von der Antwort abhängt, ob und wann der Basketball, zweifellos ein Weltsport, auch in diesem Lande nicht nur von Durchreisenden gespielt, geprägt, beherrscht wird. Das Dauerthema mag selbst die engagiertesten Manager dieser Sportart nerven. Aber am Wochenende kam man kaum an dieser Thematik vorbei. In Frankfurt inszenierten die Profis der Basketball-Bundesliga ein bisweilen mitreißendes (Göttingen) und spannednes Spiel (Bamberg/Frankfurt). Aber mehr oder weniger ohne deutsche Beteiligung. Misst man Spielzeitanteile sowie Einfluss der Profis auf das Geschehen zwischen und unter den Körben, dann kommt man an einem Urteil nicht vorbei: Das Turnier war eine weitgehend inneramerikanische Veranstaltung auf deutschem Boden..."
"...Und die Gründe mancher Trainerkollegen, deutsche Spieler zu verschmähen, für „vorgeschoben“. „Man sieht ja, dass wir genügend Talente haben. An der Qualität liegt es nicht. Eher an der Bereitschaft, sie spielen, sie auch mal Fehler machen zu lassen.“ Das setzt langfristige Konzepte voraus. In einer kurzatmigen Welt, von der die BBL, wie die Praxis mit Dreimonats-Verträgen belegt, längst erfasst ist, setzen viele Trainer aber lieber auf fertig ausgebildete Amerikaner. Mit dem Segen der Klubmanager. Profis, die heute kommen und morgen gehen, die zwar gut spielen, der Liga aber kein Gesicht geben, sind für 3.000 bis 4.000 Dollar pro Saison zu haben. Ein vergleichbarer Deutscher kostet das Doppelte. Weil sie so rar sind. Weil das System diese Preise stabilisiert.Zweifellos hat sich die BBL bewegt. Mit der Einrichtung der Nachwuchsligen JBBL und NBBL, berichteten Landestrainer in Mannheim, steigen Qualität und Quantität deutscher Spieler. Nachdem Bundestrainer Dirk Bauermann mit dem starken Auftritt einer „Jugendgruppe“ bei der EM im vergangenen Jahr verblüffte, scheint die Botschaft auch in der Bundesliga auf Resonanz gestoßen zu sein. Immerhin haben sich die Einsatzzeiten der U-24-Spieler, jeder Klub erhält aus dem Nachwuchsfonds der BBL eine Spielminutenprämie, verglichen mit dem Vorjahr, von rund 4.800 auf 8..480 Minuten fast verdoppelt.Jungnationalspieler wie unter anderen Robin Benzing (Ulm), Tim Ohlbrecht (Bonn) oder Tibor Pleiß (Bamberg) werden nun kontinuierlich zu Stützen ihrer Teams aufgebaut. Trotzdem stehen die Spieler der U 18 schon bald vor einer Lebensentscheidung, die in kaum einem Land Europas mit einer vergleichbaren Sportkultur so schwierig ist: Für erstklassigen Basketball oder für einen bürgerlichen Beruf? „Ich fürchte, wir werden einige dieser Jungen nicht integrieren, obwohl sie das Potential haben“, sagt Koch: „Das darf eigentlich nicht wahr sein.“Basketball: Auf die sanfte Tour
"Alba geht angeschlagen ins Final Four des Eurocups. Es wird eines der wichtigsten Spiele der Vereinsgeschichte sein....Die Mannschaft zahle nun Tribut dafür, dass sie noch in zwei Wettbewerben vertreten sei und ständig spielen müsse. „Wir haben mit ein paar Problemen zu kämpfen“, gab der Trainer zu. Derrick Byars, zuletzt einer der besten Berliner, behinderten am Sonntag Rückenprobleme: Er brachte den Ball bei neun Wurfversuchen aus dem Feld kein einziges Mal im Korb unter. Blagota Sekulic hingegen ließ sich von Oberschenkelbeschwerden nicht stoppen und war mit 19 Punkten Topscorer..."Basketball: Alba Berlin stürmt ins Europacup-Finale
Dann eben mit dem Bus zum Halbfinale"Der Einzug in das „Final Four“, das europäische Finalturnier an diesem Wochenende in Vitoria, erscheint manchem Berliner Basketballfreund als so etwas wie die Olympiaqualifikation: Alba hat es unter die Besten Europas geschafft. Damit ist der Klub international so erfolgreich wie seit fünfzehn Jahren nicht mehr, als er den Korac-Pokal gewann. Allerdings spielt er in Spanien um den EuroCup. Das ist aller Ehren wert, aber nicht allererste Sahne.Luka Pavicevic wäre der Letzte, der das bestritte. „Ich bin in Berlin für Kontinuität angetreten“, sagt der Trainer des Tabellenführers der Basketball-Bundesliga. „Wenn wir die Mannschaft der vergangenen Saison hätten beisammenhalten können und nicht nur ihren Kern, stünden wir jetzt im Final Four der EuroLeague.“..."
"...Für den ganz großen Erfolg hat es für Alba nicht gereicht an diesem Sonntagabend, die 44:67 (22:36)-Finalniederlage gegen den spanischen Tabellenvierten Valencia BC war eine klare Angelegenheit. Das gesamte Spiel über erschrecken die Spanier Alba mit unbarmherziger Verteidigung, kein Berliner erzielt an diesem Abend mehr als neun Punkte. Vorbei an baskischen Polizisten, die ihre Gesichter mit schwarzen Stoffmasken gespenstisch verhüllt haben, ziehen sich die Alba-Spieler in die Kabine zurück. Der Jubel der spanischen Spieler, die wie von Sinnen Sekt durch die Katakomben der Halle spritzen, dringt dumpf durch die geschlossene Tür. Albas Flügelspieler Derrick Byars starrt auf die Silbermedaille in seiner Hand, die meisten seiner Mitspieler haben sie längst abgenommen. „Alle haben mit viel Herz gespielt“, sagt Byars. „Deswegen ist es auch besonders schwer, den zweiten Platz zu akzeptieren.“ Byars ist genauso wie Jenkins und Sekulic angeschlagen in das Wochenende gegangen, Immanuel McElroy hat das Halbfinale nur mit Wadenkrämpfen durchgestanden. Jetzt wollen alle nur noch unter die Dusche und raus aus der Halle..."
Foto: Shaquille O'Neal 2009/Keith Allison/ Creative Commons Attribution ShareAlike 2.0/Wikimedia Commons
"....Sie sind gerade für den DFB nach Kapstadt gereist und haben in einer südafrikanischen Township mit Kids von der Straße einen Fußballworkshop gemacht.
Moment mal: Ich bin auf eigene Kosten gereist, und das Ganze ist eine Initiative des privaten Projekts „Auf Ballhöhe“, das seit Jahren Jugendarbeit in Südafrika betreibt. Daran ist der DFB nur als Förderer beteiligt.
Der superreiche DFB hat für diese Aktion kurz vor der WM in Südafrika nichts bezahlt?
Nicht für mich. Doch mir war es das wert. Ich habe zwei Wochen mit Jungs trainiert, die nach Anerkennung lechzen, die aus ihrer materiellen Misere herauswollen und dafür kämpfen, ohne zu klagen. Sie lachen und tanzen und geben den Glauben an die Zukunft nicht auf. Das ist kein Kitsch. Manchmal habe ich an die Lowald-Siedlung in Offenbach zurückdenken müssen, wo ich aufwuchs. Das ist meine Township gewesen.
War das Ihr stärkster Eindruck?
Nein, das war der Besuch auf Robben Island in der ehemaligen Gefängniszelle von Nelson Mandela. Ein Tisch, ein Stuhl, eine fünf Zentimeter dicke Filzmatte zum Schlafen, daneben ein roter Blecheimer für die Notdurft. Da hat Mandela 27 Jahre gelebt und ist am Ende rausgekommen und hat statt Hass und Gewalt Versöhnung und Nächstenliebe gelehrt. Ich durfte mich ausnahmsweise auf seine Schlafmatte legen. Da bekam ich eine Gänsehaut. Früher habe ich mich für meine Hautfarbe geschämt, seit diesem Erlebnis bin ich stolz darauf...
....Nach dem Stürmer Erwin Kostedde waren Sie Anfang der 80er Jahre der einzige farbige deutsche Nationalspieler. Und nach Ihnen kam lange Zeit keiner mehr.
Wenn jetzt ein dunkelhäutiger Rapper – auch einer mit großer Klappe – zum Bestsellerautor wird und sein Leben verfilmt kriegt, dann ist das für mich wie eine andere Welt. Ich bin knapp zehn Jahre nach dem Krieg geboren, da war noch die ganze Nazizeit in den Köpfen drin. „Beim Adolf hätte es das nicht gegeben, dass hier ein Neger bei uns rumläuft!“, das habe ich als Schulkind tagtäglich gehört.
Auch beim Fußball?
„Du Negerschwein“, das hörte ich auch auf dem Platz. Aber mein erster Jugendtrainer bei den Offenbacher Kickers hat mein Talent sofort erkannt. Er hat mich auch gegen alle Anzüglichkeiten verteidigt. Später, beim VfL Osnabrück, bei 1860 München, beim HSV und dem 1. FC Köln, habe ich mich mit meiner großen Fresse zu verteidigen versucht. Damit macht man sich wenig Freunde. Und je höher du steigst, desto mehr Leute freuen sich über deinen Absturz.
Noch im WM-Endspiel 2006 hat eine Schmähung den Weltstar Zidane zum Ausrasten gebracht. Und Lothar Matthäus war als Bayern-Spieler bekannt für seine Bemerkungen über die Genitalien schwarzer Fußballer. Wie viel Rassismus gibt es unter den Spielern?
Der Lothar war ein herausragender Spieler; ich war mal sein Kapitän in der B-Nationalmannschaft, bevor seine große Karriere begann. Er tut mir ein bisschen leid, weil er noch immer die jungen Dinger flachlegen muss, aber weiter will ich ihn nicht kommentieren. Manche haben halt weniger in der Birne als in den Beinen. Aber gegen einen wie mich gab es Vorurteile auf allen Ebenen....
...Warum haben Sie eigentlich nur zwei A-Länderspiele gemacht?
Zu Zeiten meiner Hochform in den 80er Jahren war ich einer der besten defensiven Mittelfeldspieler Europas. In der Bundesliga hat sonst keiner auf meiner Position auch noch bis zu 14 Tore pro Saison geschossen. Einmal habe ich mir da ein Herz gefasst und im Flugzeug den damaligen DFB-Trainer Jupp Derwall angesprochen: „Herr Derwall, ich glaube, ich gehöre in die Nationalmannschaft.“ Der Derwall hat auf meiner Position immer einen der blonden Förster-Brüder als Stammspieler aufgestellt. „Hartwig“, war seine Antwort, „bei mir bist du nicht erste Wahl.“ Ohne Begründung, die brauchte es auch nicht.
Lag das nur an Jupp Derwall?
Nein. Noch ein Erlebnis: Als ich in Irland und Island meine beiden A-Länderspiele gemacht habe und wir in Frankfurt mit der Nationalmannschaft gelandet sind, begrüßte uns DFB-Präsident Hermann Neuberger. Wir standen in einer Reihe, und direkt vor mir hat Neuberger den Sepp Maier und den Bernd Cullmann umarmt und dann direkt nach mir dem Bernd Schuster herzlich die Hand geschüttelt. Ich stand dazwischen und war Luft für ihn.
So ein Affront würde heute zum Skandal.
Natürlich. Aber eine Gegenfrage: Können Sie mir bis heute einen farbigen Spieler nennen, der es nicht nur im Club, sondern in der deutschen Nationalmannschaft zum Stammspieler oder gar Führungsspieler gebracht hätte?
Trotzdem, der DFB engagiert sich öffentlich gegen Rassismus in den Stadien und in der Gesellschaft. Könnte der Fußball auch sonst eine Botschafterfunktion haben für die soziale Integration von Migranten und Unterschichten?
Klar, dafür biete ich mich selber regelmäßig an. Ich weiß ja, wie es unten in der Gesellschaft aussieht, ich habe Abstürze erlebt, und ich mache jede Menge freiwillige Jugendarbeit, übrigens auch mit krebskranken Kindern. Nur, beim DFB hat das bisher kaum jemanden interessiert. Dort gibt es einen Herrn, der behauptet noch immer, der Jimmy Hartwig sei „eine verkrachte Existenz“....
...Herr Hartwig, wann waren Sie zum ersten Mal Millionär?
Mit 24. Da bin ich von 1860 München zum Hamburger SV gekommen. Plötzlich sah ich die Eins mit den vielen Nullen dahinter auf meinem Konto, und auf einmal gab’s wahnsinnig viele Leute, die mir auf die Schulter geklopft haben. Das hatte mir vorher so sehr gefehlt: nicht nur Geld, sondern Anerkennung.
Sie sind in Offenbach 1954 als unehelicher Sohn eines schwarzen GIs geboren, Ihren Vater haben Sie nur ein Mal kurz gesehen und Ihre Mutter musste als Arbeiterin die Familie alleine durchbringen.
Meine Mutter wollte ihren farbigen Jungen immer beschützen, aber sie konnte mir so wenig Anerkennung verschaffen wie meine Umgebung. Dabei ist das für einen Heranwachsenden das Wichtigste.
Sie sollen trotzdem immer schon eine große Klappe gehabt haben.
Weil ich mir damit Anerkennung herbeireden wollte. Ich habe immer Respekt und Liebe gesucht. Deswegen sind auch drei Ehen kaputtgegangen: Es war gar nicht so sehr der Sex, den ich in den Armen von Frauen gesucht habe, sondern Geborgenheit. Das Gefühl, als Mensch angenommen zu sein, selbst wenn ich mir das nur eingebildet habe, weil ein Mädel aus der Disco bloß den berühmten Fußballer im Bett haben wollte. An einem Punkt hat die Illusion aber nicht mehr funktioniert: beim Geld, das ich durch die angeblichen Freunde mit ihren Bauherrenmodellen verloren habe. Plötzlich bist du als Aufsteiger von ganz unten um deinen Lohn gebracht, du hast das Gefühl, die haben dir wieder einen Teil deines Lebens geraubt..."
"...Etwas Ähnliches wird er ihm damals auch im „Ciao“ gesagt haben. Womit die Begegnung normalerweise zu Ende gewesen wäre. „Aber jetzt“, fährt Thieme fort, „passierte etwas völlig Verrücktes. Ein Fremder am Tisch hinter Hartwig steht nun ebenfalls auf und ruft aus: ,Das ich das erleben darf!’ Es war ein Lottogewinner aus Dortmund, der sich gerade einen Partykeller in sein neues Haus gebaut hatte.“ Und dort spielte er immer Poolbillard, mit den Ex-Nationalkickern Jürgen Kohler und Andy Möller. „Der Lottogewinner lud uns alle ein, es wurde ein längeres Besäufnis; ich saß neben Hartwig und murmelte natürlich auch so was in der Art: Sie waren doch als Nationalspieler der erste oder zweite ... äh ... – und der Jimmy sofort in seinem schlagfertigen Hessisch: ,Du konnst ruisch Nescher zu mir saache!’“
Einen Neger spielt er auch jetzt. Einen weißen Neger namens Woyzeck. Jimmy Hartwig ist Georg Büchners geprügelter Woyzeck, dieser erste Proletarier (und proletarische Philosoph) des Welttheaters. Thomas Thieme hat das in Leipzig zum 20. Jubiläum des Mauerfalls inszeniert, und der etwas prätentiös „Büchner/Leipzig/Revolte“ überschriebene Abend sollte so eigentlich gar nicht stattfinden. Es war zunächst an eine Dramatisierung von Erich Loests Roman „Nikolaikirche“ gedacht, auch sollte der Heldenstadt-Dirigent Kurt Masur irgendwie filmisch mitwirken, doch das hat wohl wegen allerlei Differenzen nicht so geklappt (Thieme über Masur: „Dem hat die Geschichte im richtigen Moment den Fuß hingehalten, und er hat ins Tor geschossen“).
In sehr kurzer Zeit ist stattdessen eine Mixtur aus Leipzigfilmchen, einem kurios anrührenden Altmännerchor mit jungsozialistischen Liedern, einigen Stasi-Anspielungen und, im Zentrum, einem fast monologischen Woyzeck-Solo entstanden. Thieme weiß, „ich habe mich da übernommen“, doch „was der Jimmy macht, ist ganz ungewöhnlich“..."
Ermöglicht Ihnen das Theater, intensiver zu leben?
Natürlich ist es auch das. Das Theater bedeutet mir heute viel, weil ich den Leuten immer auch etwas von mir zeigen kann und ständig in verschiedene, neue Leben schlüpfen kann. Ich weiß ja nicht mehr, wie lange ich noch zu leben habe.
Bei Ihnen wurde 2007 zum dritten Mal Krebs diagnostiziert.
Ich spiele jeden Tag um mein Leben, weil ich jeden Tag eine Unmenge an Arznei schlucken muss. Ich bin durch die Krankheit körperlich extrem angeschlagen. Die vergangenen Wochen habe ich unter Schmerzen gespielt. Aber ich mache hier nicht schlapp.
Warum tun Sie sich das an?
Weil ich hier eine Verantwortung habe. Ich war immer ein Mensch, der, wenn ihm jemand eine Chance gibt, für denjenigen durchs Feuer geht. Egal, ob das meine Trainer Branko Zebec und Heinz Lucas waren oder jetzt Thomas Thieme. Menschen, die an mich glauben, will ich einfach nicht enttäuschen. Und wenn ich jetzt zusammenbreche, wäre das für alle der GAU. Deshalb schlucke ich meine Tabletten und ziehe das durch.
Haben Sie Angst vor den nächsten Wochen?
Vor jeder Vorstellung frage ich mich, ob ich das körperlich durchhalte. Schon wenn der Vorhang aufgeht und ich die Leute sehe, fange ich innerlich an zu beben. Ich stehe ja von der ersten bis zur letzten Minute auf der Bühne. Für mich ist das eine hohe psychische und physische Belastung. Wenn ich nach einem Drittel des Stücks plötzlich merke, dass mein Körper anfängt zu rebellieren, davor habe ich Angst.
Wie gegenwärtig ist der Tod in Ihrem Leben?
Meinen Ärzten habe ich gesagt, dass sie ruhig sein sollen, weil ich nicht wissen will, wie lange ich noch hab’. Doch als jetzt Rolf Rüssmann gestorben ist, habe ich gemerkt, wie es mir wieder den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Das hat mich innerlich erschüttert. Der Rolf ist ja auch an Krebs gestorben. Und ich habe das jetzt schon dreimal gehabt. Da unten und im Kopf. In diesen Momenten beginnt man natürlich wieder nachzudenken.
Gibt es vor dem Hintergrund der Krankheit Situationen in Büchners Stück, die Sie emotional besonders berühren – etwa in den Szenen, in denen Woyzeck auf den Doktor trifft?
Ja. Besonders diese Figur des Arztes erinnert mich ganz stark an meine Zeit nach der ersten Chemotherapie Anfang der 90er. Da gab es einen Professor, den Namen darf ich heute nicht mehr nennen, der mir knallhart ins Gesicht gesagt hat, was ich eigentlich wolle, ich hätte ja eh nur noch zwei Jahre zu leben.
Was geht da auf der Bühne in Ihnen vor?
Wenn mich der Doktor auf der Bühne anschreit, ob ich meine Erbsen schon genommen hätte, da denke ich mir, das ist doch dasselbe Arschloch wie damals. Ich merke dann, wie ich auf der Bühne sofort Wut entwickeln kann, weil der Woyzeck gequält wird, weil ihm Unrecht widerfährt. Da kommt dann viel von früher hoch.
Wie wirkt sich diese persönliche Betroffenheit auf Ihr Spiel aus?
Ich kann dadurch in diesen Momenten die nötige Spannung und Kraft aufbauen, die ich für diese Szenen brauche, in denen alle auf mich einhämmern.
Unter Ihrem Regisseur Thomas Thieme haben Sie in Weimar bereits Brechts „Baal“ und Shakespeare gespielt. Welche Rolle spielt er in Ihrem Leben?
Eine väterliche. Er ist Freund, Ziehvater und Kritiker in einer Person. Thomas würde mich nie ins Verderben schicken. Wenn er merkt, dass ich etwas nicht kann, dann sagt er mir das und zeigt mir, wo ich noch lernen kann..."