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Dienstag, 25. Januar 2011

CHECK IT OUT, BABY! - Celebrities, Music, Films, Shows, Books and much more

Michelle Obama / Foto, Danke!: 2011 Will Be The Year Of The Black Woman


Mit zwei neuen Kolumnen wollen wir Ihnen zu einem vielfältigeren und regelmäßigeren Einblick in Amerikas Black Community verhelfen: „Check it out, Baby!“ wird Ihnen zeitnah hauptsächlich von den aktuellen Ereignissen der Kulturszene und des Alltags Schwarzer Amerikaner berichten. In der zweiten Kolumne – noch ist sie namenlos - wird unser Blick dann gerichtet sein auf die Bereiche Politik, Bildung, Finanzen, Diskriminierung und Geschichte. Wir freuen uns auf Sie als unseren regelmäßigen Leser und hoffen, Ihnen hier stets ein lebendiges und interessantes Bild von Black America und seinen Menschen vermitteln zu können.

Foto, Danke!: Oprah's OWN Missed Opportunity
Quotenkönigin der ersten Wochen des neuen Jahres ist ganz ohne Zweifel Fernseh-Superfrau Oprah Winfrey: Sie wechselte mit einem eigenen brandneuen Sender ins US-Pay-TV. Dort wird sie in Zukunft nicht nur ihre eigene Kult-Show präsentieren, es soll auch reichlich Raum und Sendeplätze geben für ganz neue, publikumsgerechtere Formate und für Leute von der Straße, die sich eine Show-Karriere zutrauen. Black America nahm den Wechsel der TV-Lady und den Start von OWN Network mit gemischten Gefühlen auf: Die einen bemängelten, dass durch das Bezahlformat nun viele treue Fans vom Empfang ausgeschlossen seien und dass man inhaltlich mit so viel medialem Aufwand weitaus mehr hätte herausholen können aus dem neuen Sender. Die anderen freuen sich über die neuen Möglichkeiten der Identifikation mit Black America auf der Showbühne oder im Talkstudio und an den explodierenden Einschaltquoten. Oprah jedenfalls tut, was sie kann: Sie plaudert und sie enthüllt unentwegt, gerade am Montag präsentierte sie nach spannender, geheimnisumwitterter Ankündigung ihre wieder gefundene Halbschwester. Im Februar wird sie in Hollywood zusammen mit Halle Berry die Oscar-Verleihung moderieren.

Auch in Deutschland sehr beliebt: die Huxtables/ Foto, Danke!: It Will Take More Than a 'Muslim Cosby Show'

Bestens bekannt – über Jahrzehnte und Generationen – ist auch hierzulande die Bill Cosby-Show, die damals zum ersten Mal enthüllte, dass auch Schwarze ein ganz normales, bildungs- und kultur-geprägtes Familienleben führen können und wollen. Die Annäherung an das für viele schwierige Thema Rasse via Comedy hat die Stimmung und das Zusammenleben von Schwarz und Weiß in USA ganz ohne Frage mehr aufgelockert als zahllose soziologische Fachbücher oder Uni-Vorlesungen. Und die Wirkung hält bis heute an. In diesem Zusammenhang hat gerade eine US-Publizistin vorgeschlagen, doch eine Art Cosby-Show über das Leben von Muslimen zu erschaffen, um das schwierige Zusammenleben in Zeiten des Terrors zu erleichtern. Natürlich gab es sogleich Gegenvorschläge, und auch die alte Diskussion vom für viele Schwarze viel zu angepassten und den Weißen gegenüber angeblich zu devoten Bill Cosby wurde auch wieder aus der Versenkung geholt und neu diskutiert.

Durch die Cosby-Show bekannt wurde damals auch Raven Symoné, die kesse Kleine mit dem unwiderstehlichen Augenaufschlag, die zum Ende der Serie hin als Stief-Enkeltochter in die Familie Dr. Huxtables kam. Natürlich ist aus ihr längst eine erwachsene Frau geworden, doch in diesen Tagen schaffte sie es erneut, Black America zu verblüffen: Raven Symoné hatte mehr als erfolgreich gegen viele Kilos Übergewicht angekämpft und überraschte nun  damit, fast genauso süß anzuschauen zu sein wie vor 20 Jahren. Allerdings hätte sich die junge Frau die Aufmerksamkeit lieber aus anderem Grund gewünscht, irgendwie ist ihr die Sache peinlich…

Raven Symoné ist wieder ein Hingucker/ Photo, Danke!: Former 'Cosby Show' Star Raven-Symone Opens Up About Weight Loss & Struggles

Noch über eine andere Show gilt es zu berichten: auf CNN hat der britische Talkmaster Piers Morgan das Mikro von Urgestein Larry King übernommen. Einer seiner ersten Gäste - gleich nach Oprah Winfrey - war Condoleezza Rice, George W. Bush’s ehemalige Sicherheitsberaterin im Weißen Haus und Außenministerin, die sich bislang immer sehr zurück gehalten hatte mit Interviews. Der als frech bekannte Moderator fragte sie dann auch u.a., was wohl alle immer schon mal wissen wollten: warum sie nicht verheiratet ist, ob sie glaubt, was Besseres zu sein und wie es ist, so als Schwarze Frau. 


Condoleezza Rice / Foto, Danke!: Piers Morgan Interviews Condoleezza Rice, Asks Why She is Not Married, Black Women Cringe

Übrigens ist das Jahr 2011 in Black America der Schwarzen Frau gewidmet. Das Thema „Schwarze Frau“ ist aber ohnehin sehr lebendig in den Schwarzen Medien und in der Community. Dabei geht es aber bei Weitem nicht nur um tolle Outfits oder um die kontroverse Debatte, wie frau ihr Haar tragen sollte - natur, geglättet, gefärbt usw… - sondern oft darum, wie sie wahr genommen wird in der Öffentlichkeit und im Alltagsleben, die Schwarze Frau, wenn sie nicht gerade eine Berühmtheit ist. Als Celebrity kann es ihr ergehen wie Venus Williams, die ständig wegen ihrer knappen Tennis-Outfits in der Kritik steht

Venus Williams / Fotos, Danke!: Are Venus Williams' Tennis Outfits a Distraction?


Eine neue Studie hat allerdings gerade behauptet, sichtbar sei die Schwarze Frau fast überhaupt nicht – sie sei so etwas wie unsichtbar in der Gesellschaft. So ganz kann das nicht stimmen - nicht mal auf dem Lande und im tiefsten Süden, auch wenn man sich in diesem Fall wohl doch viel weniger Aufmerksamkeit wünschen würde für die betroffenen jungen Mädchen. Ganz besonders stimmt es natürlich nicht, wenn man an Amerikas First Lady denkt. Sie gilt mittlerweile weltweit als absolute Stil-Ikone und als perfekt präsentables Aushängeschild ihres Landes. Und wer Michelle Obama auf dem Staatsbankett zu Ehren des chinesischen Präsidenten gesehen hat, der kann von dieser Einschätzung wirklich nicht überrascht sein. Allerdings steht auch sie - als Schwarze Frau des Schwarzen Präsidenten - ständig im Kreuzfeuer der Kritik.

First Lady in Red  Foto, Danke!: First Lady in Red
Slideshow: Obamas stun at state dinner for China


 

Dienstag, 28. Dezember 2010

Tobytown - nicht nur ein Ort der Geschichte in Washington D.C.

Respräsentative Villa in Potomac/ Foto, Danke!: Luxury home: Made for entertaining in Potomac - Washington Times


An wenigen Orten der USA wird Geschichte so deutlich sichtbar wie in Washington D.C. Zahlreiche Museen und viele Monumente erzählen vom Werdegang und vom Glanz der Vereinigten Staaten von Amerika, und Reisende aus dem eigenen Land und der ganzen Welt scheinen hier ständig auf der Suche zu sein nach den Wurzeln des modernsten Gemeinwesens der Welt.

Allerdings wissen nur wenige Menschen, dass in kaum einer anderen Stadt der USA die Welten von Schwarz und Weiß so ungebremst und gnadenlos aufeinanderprallen wie hier, denn die Hauptstadt der Vereinigten Staaten wird fast ausschließlich von Bürgern Schwarzer Hautfarbe bewohnt, allerdings von Weißen regiert. 

Diese Regierungsangestellten, sowie die Reichen und die Berühmten des Landes, die in Washington D.C, arbeiten, haben sich in die vornehmen Vororte zurückgezogen und sich dort bombastische Villen mit allem Komfort bauen lassen. Potomac, nach dem gleichnamigen Fluss benannt, ist so ein Edel-Wohnviertel in schönster Landschaft, in dem fast ausschließlich reiche Weiße leben, allerdings nur FAST ausschließlich…

Die TAZ hat aktuell den kleinen Ort Potomac besucht und lässt in einem bemerkenswerten Artikel einen Einwohner besonderer Herkunft von seiner und von der ganz großen – den meisten Menschen völlig unbekannten - Geschichte (des Schwarzen) Amerikas erzählen:

TAZ.de erzählt eine ungewöhnliche Geschichte aus Washington D.C./Danke! /Arm und Reich in Washington: Tote Sklaven wachen über Tobytown

Szene aus Tobytown mitten in Potomac, wo sich das Leben anders anfühlt/ Photo, "The Washington Post", Danke!: Poverty amid plenty in Potomac

msa_se5_17526.pdf (application/pdf-Objekt)  - Bericht zum Tobytown Cemetary

b18f24-0323xdisplay.pdf (application/pdf-Objekt) - Bericht zur Wohnsituation in Tobytown

Sonntag, 5. Dezember 2010

My dear Sister Michelle, what year do we have this Christmas?

How the Nazis Stole Christmas | Features | Fortean Times /Photo: Alex Tomlinson / Thank you!/

My dear American Sister Michelle,

imagine: A dark and cold night in a well-known and often-visited European town, modern and with no doubt of the new Millennium. Walking home, you can suddenly hear the rhythmic sound of marching boots coming down the main street (at daytime a busy, multi-cultural shopping-area with lots of traffic, buses and subway-train-stations). And the light of torches is suddenly dancing up and down the walls of the quiet, gray houses.

Than another sound hits your ear: loud men-voices, half singing, half hollering. And as you start to understand the words (the melody sounded somehow familiar to you anyway – but that, no, that just can not be…!!!), you freeze dead - feeling for an instant like lot’s wife, who took a forbidden glimpse back into the flaming inferno.

“Die Fahne hoch, die Reihen stolz geschlossen…SA marschiert!!!.“ They are singing it with pride – just like in the movies - no doubt, and with confidence - and they are marching towards the building of the Department of Internal Affairs, just a little down the road…

Now, tell me, Michelle, what do you think - what year do we write?

Sorry, I can’t spare it out, not on you, my American Sister – and not on me, who has been living here all my life: It’s not a cold December-night in 1934, here in Germanys Capital Berlin. It was last night, Friday the 3rd of December 2010.


The note in the news was short this morning, something like:
“…and by the way: A group of Neo-Nazis marched down Alt-Moabit last night, with torches and paroles like “Out with the foreigners!”, singing “SA marschiert” and other songs from the time of the Third Reich…”

Well, if you think, that this is, what’s happening here anyway all the time, I can assure you: No, that is not so!

There is a permanent threat against people that don’t seem to “belong” here, but that is happening much more under the surface. Officially everybody is very concerned about Xenophobia. The politicians never get tired to assure everybody that everything is fine here in Germany. They will make sure, they say, that the society will take care of the very few who – still or again – keep hanging on to the old propaganda and the old times.

And it seems to be true: If someone in Germany lifts up the arm to high or in wrong intentions in the public, if someone yells ”Heil Hitler!” after a beer-full evening, he indeed will be prosecuted. And off course there are demonstrations (also from Nazis - we are a Democracy just like the US, who thought us how...!), but they must be registered ahead and there is always a lot of police, press and anti-demonstrators around.

I wonder what our politicians will say now after that "silent" march last night - maybe nothing at all. They are lucky anyway, because it didn’t happen around the Reichstag-area close to Brandenburg Gate, where there are always tourists, diplomats and people who are (money-wise) concerned about what is happening in good old Berlin. These poor German politicians are so busy nowadays, busy with these new times: like Wikileaks and recent terror-threats to the City. To my hometown Berlin, that is looking so bright with all that snow and the pretty Christmas-illuminations everywhere…

So it is well possible that nobody will have much time to take care of business here in Berlin. Why should anybody care much about a few old-fashioned torches, down the road of the Department of Internal Affairs. Someone mean could say: "That's good old tradition in that area!" And the scene with these singing people on these dark streets did look a little like the Christkindl-Market downtown anyway: simply nice somehow – traditional songs to sing along and many, many old-fashioned real lights... 
How the Nazis Stole Christmas | Features | Fortean Times/Photo: Davd Sutton/Alex Tomlinson /Thanks!

Merry Christmas from one capital to the other, dear Sister Michelle! Enjoy your season with your lovely family, give everybody a big hug from me.
And please: Don’t you all forget
your Sister in Berlin

P.S. I know you all have so nice seasons-habits, too! 
Photo from Frosty the klansman.


Thank you very much to the photographer AlexTomlinson (Fortean Times, UK), the following writers (who tell from their memories), and to the editor and author of Fortean Times, UK, David Sutton. I have looked for the right pictures and stories for hours - and you really got it! Thanks also to Wayne! Have a good Christmastime!

How the Nazis Stole Christmas | Features | Fortean Times


Weihnachten 1934 - Leseratte

Zeitgut Verlag Berlin: Unvergessene Weihnachten/Leseprobe 

Freitag, 3. Dezember 2010

2010: Black America united against HIV/AIDS and for the people


5 Ways You Can Be Involved On World AIDS Day /Photo: New One for Black America/ Thanks!

War der Welt-AIDS-Tag vor Jahren für Black America noch hauptsächlich ein Tag der tiefen Trauer und der Sorge, so überwiegt 2010 die ernsthafte Auseinandersetzung mit der Bedrohung, die endlich auch als eine Krankheit wahrgenommen wird. Eine, die jeden treffen kann – auch in der Black Community.

Die Weg hierher war schwierig, nicht nur, weil die Moral (z.B.) in und von den Schwarzen Kirchengemeinden lange Zeit sehr hochgehalten worden war, natürlich auch um dem Zusammenleben in stets gefährdeten Zeiten und Umständen Struktur zu geben. 

Auch die Lebensverhältnisse der Schwarzen in Amerika waren (und sind immer noch) sehr verschieden: Im tiefen Süden der USA lebt es sich schon traditionell völlig anders als in Chicago, New York oder Seattle. Oder auch in "Chocolate-City"/Washington D.C. - auch als HIV-Epidemie-Zentrum bekannt!

Auch Bildung, gutbezahlte Jobs und Karrieren auf der Überholspur haben im neuen Jahrtausend die Kluft zwischen den alt-hergebrachten Schwarzen Familienverbänden und den modernen Singles mit ihren diversen Lebensformen noch größer werden lassen. Doch man hat gelernt, sich gegenseitig mehr zu respektieren und – was viel wichtiger ist – auch aufeinander acht zu geben.  



Sogar Kleinstadtpfarrer in Mississippi leugnen - wie noch vor wenigen Jahren üblich - mittlerweile nicht mehr, dass es überhaupt Schwarze gibt, die homosexuell oder gar HIV Positiv sind. Dafür hat man schon zu viele blutjunge Brüder und Schwestern zu Grabe tragen müssen. 

Empathie zusammen mit Aufklärung ist dann auch der Tenor am World-AIDS-Day 2010 in Black America. Und beeindruckend daran ist, dass sich viele Betroffene nicht mehr verstecken und das eigene Überleben in den Vordergrund ihres Alltags stellen, sondern mittlerweile das Wohlergehen aller in den Mittelpunkt stellen wollen. 

AIDS & Me: Hydeia Broadbent's Story/Photo: Black Voices/ Thanks! Also to all others,not mentioned!

Und sie scheuen sich auch nicht, ihre schmerzlichen Lebenserfahrungen und ihren Mut offen zu zeigen – und mit den anderen in ihrer Community darüber zu sprechen: Da ist die gefeierte Broadway-Schauspielerin, die sich am World-AIDS-Tag daran erinnert, wie es war, als zu Beginn der 1980er Jahre plötzlich KollegInnen hinter der Bühne zusammenbrachen oder gute Freunde über Nacht schwer krank wurden und innerhalb weniger Tage auf mysteriöse und schreckliche Weise starben. 

EXCLUSIVE: AIDS Affects Us All 

Damals, als auch die bösen Stimmen laut wurden überall im Land, als Angst sich breit machte und schließlich Panik, nicht nur in Künstlerkreisen , sondern als auch Eltern - voller Entsetzen - ihre leidenden Kinder sterbend allein ließen. Auch Schwarze und oft tief gläubige Eltern, die Angst hatten, aus ihrer  Gemeinschaft ausgestoßen zu werden.


Dr. Marjorie Hill, Vorsitzende von Amerikas ältester AIDS-Hilfsorganisation (The Gay Men's Health Crisis (GMHC ) weiß, dass sich daran auch heute vielerorts nur bedingt was geändert hat. 
Dr. Marjorie Hill On Sex, Stigma & Shame Surrounding HIV/AIDS /Photo: BV/ Thanks!
In ihrem Artikel berichtet sie über die gesellschafts- und gesundheitspolitische Entwicklung in Bezug auf AIDS und HIV in den USA, erzählt von neuen Wirkstoffen ebenso wie von den modernen „Praktiken“ der Verschleierung, aber auch von der Ansteckungsverhinderung, neuen Entwicklungen  und sicherem Sexualverhalten. 

What New Numbers on HIV/AIDS Mean


Als Roger Chapman vor 31 Jahren die Diagnose AIDS bekam, gab man ihm nicht mehr als ein Jahr Überlebenszeit, denn man wusste noch wenig über diese neue Seuche. Es gab kaum wirksame Medikamente, die auch nur die Schmerzen oder die anderen schweren Beeinträchtigungen hätten lindern können. 
 Living With the Disease 31 Years Later
Trotzdem konnte Chapman in diesem Jahr seinen 58. Geburtstag feiern: Es geht ihm gut mittlerweile (Dank der Forschung und neuer Medikamente). Und er ist heute der Vorzeige-HIV-Patient in Harlem ("client representative on the executive board at Harlem United, a holistic health care center for people with HIV/AIDS in Harlem"). Auf einem Video und in dem Artikel erzählt er über sein (unverhofft langes) Leben mit HIV und in der Schwarzen Community New Yorks.

Dass HIV und AIDS das eigene Leben auch für immer verändern können, wenn man gar nicht infiziert ist, darüber schreibt die junge, Schwarze Autorin Patrice J. Williams, deren Vater 1991 erfuhr, dass er sich angesteckt hatte. Sie war damals 12 Jahre alt und lebte seit Kleinkind-Tagen bei ihm, nachdem die Eltern sich getrennt hatten. 

Losing My Father to AIDS /Photo: The Root/Thanks!
Der Vater – groß und gut aussehend -  hatte immer viele Frauen-Bekanntschaften und Freundinnen gehabt, er genoss sein Leben, so wie es damals (und auch heute noch) viele Männer tun – Schwarze und weiße, in USA und in aller Welt. Bevor Patrice die Leser mitnimmt auf die lange, traurige (16 Jahre dauernde) Abschieds-Reise mit ihrem Vater, erinnert sie sich in ihrem Artikel, wie sie das allererste Mal von AIDS gehört hatte: Acht Jahre alt war sie, damals, als der gefeierte und viel-geliebte Basketball-Star Magic Johnson vor die Weltpresse treten musste, um seine HIV-Infektion und das Aus seiner Karriere bekannt zugeben.

In diesem Jahr nun erhielt Earvin „Magic“ Johnson den nach ihm benannten „World-AIDS-Day-Magic-Award“ verliehen, für sein unermüdliches Engagement gegen die Krankheit und für die betroffenen Menschen - und vor allem für stetige die Aufklärung. 
Magic Johnson Receives 'World AIDS Day Magic Award' /Photo: The Root/Thanks!


Viele Schwarze US-Stars haben sich an ihm ein Vorbild genommen und sich in den letzten Jahren den Kampf gegen die HIV-Bedrohung auf ihre ganz persönlichen Fahnen geschrieben:  
Rapper, Hip-Hopper, Sportler, SchauspielerInnen, Pop-Sängerinnen .

Sie alle  (und noch viele Menschen mehr, überall auf der Welt, besonders auch in Afrika !) setzen sich ein für das Leben jedes Einzelnen - jeder auf seine ganz persönliche Art und Weise.  

Aber alle zusammen auch - und nicht zuletzt - für ein gutes, glückliches und dauerhaftes Überleben der Black Community – ohne HIV und ohne AIDS.   

 AIDS Activist Plans to Row Boat from Africa to NYC to Fight Disease /Photo: The Root/Thanks!

Unicef-Studie: „HIV trifft vor allem Kinder am Rande der Gesellschaft“ - Gesundheit - Gesellschaft - FAZ.NET 


Weltaidstag: Der Traum von einer Generation ohne Aids





Der Text ist weitgehend gelinkt: dahinter befinden sich zahlreiche Artikel aus den BLACK-US-Medien.


Die Links sind auch hier noch einmal zusammengefasst:


Etta's Translationbox: ZUSATZLINKS ZUM ARTIKEL: 2010: Black America united against HIV/AIDS and for the people

Thanks (to everybody concerend) for the photos. All articles (that come with the pics) are mentioned and linked in the text.

Mittwoch, 17. November 2010

Midterm-Elections: Auf dem Weg zu Black Americas Quellen der Kraft

Foto: The Capitol in Washington DC/The Agency/C.J.Stumpf/GNU-free Documentation License/Wikimedia Commons



Drei Wochen nach den Midterm-Elections in USA zeichnen sich in Washington langsam, aber deutlich auch die politischen Langzeit-Auswirkungen für Black America ab.  Dass Präsident Barack Obama zwei Jahre nach der welt-bewegenden "Change"-Wahl herbe Einbußen einstecken musste was die Popularität und die präsidiale Handlungsfreiheit betrifft, hat niemanden wirklich überrascht - eher schon, dass der politische "Erdrutsch" dann doch weit weniger katastrophal ausgefallen ist, als allgemein prognostiziert.


Obama wird - will er nicht auf Dauer die "Lahme Ente" im Oval Office bleiben - in vielen Bereichen seiner Politik umdenken müssen, wird andere Wege einschlagen und neue, wirksame Allianzen schmieden müssen.  
Ganz so leicht wie am heimischen PC ist so ein politischer Reboot in der Machtzentrale Amerikas und der Welt natürlich nicht auszuführen, doch der US-Präsident hat sich seit seinem Amtsantritt 2008 vor allem als strategisch-intellektueller Denker profiliert. Und  ihm stehen - anders als seinen Vorgängern im Amt - neben den üblichen, politischen Mit- und Vordenkern auch noch jede Menge bislang ungenutzter, aber traditionell-erprobter Kraft-Ressourcen zur Verfügung.
Black America hat die letzten drei Wochen genutzt, um sich in Zeitungsartikeln, TV-Auftritten und sehr zahlreich auch in Blog-Posts zu Wort zu melden. Diese politischen Analysen und Standortbestimmungen sind zwar nicht mehr durchgehend von Aufbruchsstimmung wie im Wahlkampf vor 2008 und von reinen Durchhalteparolen wie vor diesen Midterm-Elections getragen, viele Beiträge zeigen vor allem ein ernsthaftes Bemühen, die "gute Sache" auch unter völlig anderen politischen Voraussetzungen weiter voranzutreiben. Und dabei melden sich nicht nur die alten, bestens-vertrauten Stimmen Black Americas zu Wort - so wie heute gerade der Reverend Al Sharpton, der letzte der großen Bürgerrechtler aus der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts - auch viele junge und unkonventionelle Schwarze Männer und Frauen wollen ganz offensichtlich Verantwortung übernehmen für die Zukunft der Vereinigten Staaten von Amerika.


Galt der Schock beim Bekanntwerden der Midterm-Wahlergebnisse neben Obamas Zustimmungsdesaster zunächst der Tatsache, dass es im neuen US-Senat keinen einzigen Schwarzen mehr geben wird - obwohl sich in den letzten Jahren viele Kandidaten Schwarzer Hautfarbe von Obamas Siegen motiviert auf den langen Weg durch die States-und Parteien-Hierarchien nach Washington aufgemacht hatten - so versucht Black und Liberal America mittlerweile, die Möglichkeiten des politischen Status Quo kreativ auszuloten.


Und es fällt auf, dass sich die Stimmung grundlegend geändert hat: Waren bei den Wählern in den ersten beiden Jahren dieser präsidialen Legislaturperiode noch sehr oft ungläubiges Staunen ob des Wahlsieges, Bewunderung für Obama und der starke Wunsch, mühsamst Errungenes der Schwarzen nicht leichtfertig wieder zu gefährden der Grundtenor der meisten Publikationen, so trauen sich die AutorInnen jetzt, Fehlentwicklungen, Schwächen und Kontraindikationen der eigenen Sache klar und deutlich zu benennen und neue Perspektiven aufzuzeigen.

Colin Powell: President Obama Lost Focus - BV Black Spin /DANKE!

Barack Obama hat sich bis jetzt immer sehr bemüht gezeigt, vor allem als Präsident ALLER Amerikaner anerkannt zu werden. Das ist ganz offensichtlich fehlgeschlagen, wie die politische Demontage des Präsidenten in den letzten Wochen gezeigt hat. Diese hämische, oft einfach gemeine Demontage in den Medien - und zuvor das offensichtliche Selbstverständnis Obamas als Nicht-Nur-Schwarzer - hat viele Schwarze bei allem politischen Verständnis nicht nur geschmerzt, es hat sie auch innerlich wieder abrücken lassen von dem "eben doch nur braunen" Mann, der das Weiße Haus entgegen aller Erfahrungen und Voraussagen vor allem mit ihrer Begeisterung und ihren Stimmen - den Stimmen Black Americas - erobern konnte.


Es bleibt zu hoffen, dass der erste Schwarze Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika aus den Wahlergebnissen dieser letzten entscheidenden Wahl vor den nächsten Präsidentschaftswahlen 2012 gelernt hat. Und dass er den Mut finden wird, zu seinem Intellekt in Zukunft auch seiner Intuition und seinen Wurzeln zu vertrauen. Er sollte sich nun endlich - persönlich wie politisch  - im Klaren darüber sein, wo seine wahren Kraftreserven für die Zukunft ruhen und wo er die für seine Aufgabe unabdingbare echte und konstruktive Loyalität dauerhaft wird finden können.

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Freitag, 12. November 2010

WennTräume wahr werden: Bettina Wulffs großer Einsatz für Deutschland


Eigentlich könnte sie einem ja Leid tun, die liebe Betty Wulff.

Wenn..., ja wenn sich dieser merkwürdige Auftritt am gestrigen Donnerstag nicht so nahtlos in das flackernde und wackelnde Bild einfügen würde, das die Welt bislang von Deutschlands neuer First Lady und ihrem Gatten, dem Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, einfangen konnte.  Und vor allem, wenn dieser Auftritt in der deutschen Provinz tatsächlich ein rein persönlicher gewesen  - oder wenigstens als solcher (abgeschirmt) gehandhabt - worden wäre.

Erstes Treffen: Michelle Obama, First Lady der USA, und Bettina Wulff, First Lady der Bundesrepublik Deutschland. (© dpa)/DANKE!/Michelle Obama und Bettina Wulff: First Ladies unter sich


Wer die letzten Jahrzehnte und damit die Amtszeit mehrerer deutscher Staatsoberhäupter überblicken kann (oder recherchieren mag), der weiß natürlich, dass es für die Ehefrau des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland keine offizielle Jobbeschreibung, ja nicht einmal eine monetär gewürdigte, offizielle Position im Staatsgefüge gibt. Nichts desto Trotz aber haben bislang alle Präsidentenfrauen in einem nicht unerheblichen Maße mitgewirkt an der Aufgabe ihrer Gatten, nach außen hin ein souveränes und freundliches Bild unseres Landes und seiner Menschen zu zeichnen. Sowie nach innen hin - fürs eigene Volk -  das Bild eines engagierten, warmherzigen und mitten im Lebens stehenden Ehepaares abzugeben - eines, das erste, von vielen im Land.  Das stille, aber kraftvolle Wirken von Frau Rau und Frau Köhler an der Seite ihrer Amtstragenden Ehemänner und im Hintergrund der großen Staatsgeschäfte wird wohl allen BundesbürgerInnen noch lebhaft in Erinnerung sein. 

Dass sich die Welt der Bettina Wulff  - oder die Welt, wie sie sie sieht - von der ihrer Vorgängerinnen maßgeblich unterscheidet, wird schon auf den ersten Blick sichtbar: Deutschlands neue Bundespräsidentengattin gehört einer anderen, viel jüngeren Generation an. Sie ist aufgewachsen mit "Gala" und mit "M-TV", sie bekennt sich auch persönlich ganz offen zu Tattoos und Patchwork-Familie und ist ihrem Mann ganz offensichtlich eine Partnerin, die ganz genau weiß, was gut ist für ihn, das von ihm (gerade) repräsentierte (Bundes-)Land - und für seine Lieben zu Hause. 




In den gerade erst überschrittenen ersten Einhundert Tagen im Amt ist man in Deutschland - anders als sonst üblich - mit Kritik an Bundespräsident Wulff und seiner Amtsführung nicht gerade zimperlich gewesen. Zu holprig war dieser Start eines beliebten und durchaus erfolgreichen Ministerpräsidenten (mit Option auf den Einzug ins Kanzleramt) in seine neue, Staats-tragende und Regierung-rettende Karriere. 



Dass seine junge und ambitiöse Ehefrau an dieser, seiner Entscheidung zum Paradigmen- und Jobwechsel maßgeblich mitgewirkt hat, ist wohl für niemanden überraschend - bemerkenswert ist allerdings, wie schnell und unverfroren sich Bettina Wulff ihrem großen Vorbild als First Lady angenähert hat. 

DANKE!/www.abendblatt.de/.../ Die-Wulffs-in-Moskau.html



Foto: Jason Reed/Reuters/DANKE!/ Black Voices, Life & StyleMichelle Obama's Indonesian Look for Less

Ganz sicher war diese für Bettina Wulff ungewohnt freundliche (und rein zufällige?!)  Presseresonanz Balsam für ihre von harscher Kritik verwundete Seele, denn sie wirkte beim (ohne Ton ausgestrahlten) Geplauder mit Amerikas First Lady beinahe so souverän und locker als wäre das genau der Platz, auf dem sie immer schon sitzen wollte, der Platz, der ihr einfach zusteht.



Und genau da wird die Sache prekär: Dass die Ehefrau des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland - ohne eigenes, offizielles Amt wohlgemerkt - protokollarisch an die Seite ihres Gatten (oder ganz in den Hintergrund) gehört, das hatten wir ja schon geklärt. 
Wo aber war er denn an diesem Donnerstag, Bettinas Amt- und Würden-tragender Gatte? Auf seinem Dienstplan stand gar kein offizieller Empfang des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika und seiner First Lady in diesem, unseren schönen Land, schon gar nicht jwd in der pfälzer Provinz, kurz vor der Grenze. Der US-Präsident befindet sich z.Z. - wie überall nachzulesen ist - in Südkorea beim G-20 Gipfel, wo er um Amerikas wirtschaftliches Ansehen in der Welt kämpfen muss. 

Die Obamas auf Staatsbesuch  in Indonesien/ Foto: Jim Watson/Getty Images/DANKE!/ Black Voices, Life & Style/Michelle Obama's Indonesian Look for Less

Und deshalb war Amerikas Präsidentengattin eigentlich offiziell auch gar nicht in Provinz-Deutschland: Sie befand sich lediglich auf einem Zwischenstopp auf ihrer Rückreise vom Asienstaatsbesuch nach USA. Dass sie dabei die gute Gelegenheit nutzte, am amerikanischen Kriegs-Veteranen-Tag verwundete Soldaten auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein und im US-Hospital in Landstuhl - auf US-amerikanischem Territorium also - zu besuchen, spricht von Michelle Obamas schon oft gezeigtem persönlichem Engagement für Amerikas Kriegs-müde Soldaten und ihre Familien. Das Bild, das sie dabei von sich und den Menschen ihres Landes zeigt, ist stimmig, bescheiden und menschlich zugewandt.

FLOTUS Michelle Obama serves troops in Germany. (Getty Images)/DANKE!/Michelle Obama Surprises Troops in Germany on Veteran's Day


Ich wünschte mir sehr, dass man das auch von unserer, deutschen (Obama- und Medien-begeisterten) First Lady sagen könnte! Da hatte sie nun die erstbeste Gelegenheit genutzt, endlich, endlich mit ihrem großen Vorbild Michelle Obama zusammenzutreffen, war dafür extra durch halb Germany gereist - sicherlich haben sich deshalb nicht nur viele Protokoll-Beamte auf beiden Seiten des Atlantiks verzweifelt die Haare gerauft, auch dem Gatten wird Bettys Herzenswunsch so einige Qualen bereitet haben  - ja und dann...?!

Wer genau hingeschaut hat, sah - ja, der sah eigentlich etwas sehr Anrührendes, aber in dieser Situation völlig Unmögliches und auch Unnötiges: eine schrecklich aufgeregte, junge Frau, die ohne Punkt und Komma vor sich hin plapperte und sich im Glanze der warmherzigen, souveränen und zu ihrer "Kollegin" sehr freundlichen  Michelle Obama spiegelte. Ob die sich wohl auch gefragt hat, was diese aufgeregte, deutsche Ehefrau eigentlich wirklich von ihr wollte?

Michelle Obama/Foto: ap/DANKE!/ Letzte Hoffnung Michelle


Ich mache mir Sorgen. 

Nicht nur um Betty und ihren Ehemann, nein um unser Land. Wie muss es denn um uns bestellt sein, wenn sich in unserer ganzen, medial so up-to-daten, politisch gebeutelten  Republik mit offiziell  um die drei Millionen Arbeitslosen (und in echt viel mehr natürlich!) niemand mit genug Erfahrung und Lebensweisheit zu finden scheint, der diese junge Frau (mit all ihren Träumen, Wünschen, Begabungen, Ambitionen, Aufgaben und Verpflichtungen) ganz bildlich fest an die Hand nimmt (wenn der Gatte gerade mal anderswo gebraucht wird!) und ihr diesen schweren, nichtdotierten, aber ständig gefährlich wackelnden Job von der Pike auf gründlich beibringt? 
In früheren Zeiten hatten die Präsidentenfrauen Zeit und genügend Abstand von der Pressemeute, um sich in ihre neue Rolle ihrer Persönlichkeit und ihrem Vermögen entsprechend einzufühlen und einzuarbeiten. Dazu bleibt in unserer heutigen, schnell-lebigen, Medien-dominierten Gesellschaft wohl einfach keine Zeit mehr. Doch wie man gerade gesehen hat, ist ein in jeder Hinsicht professioneller Umgang mit dem höchsten Amt im Staate dringend notwendig, leider auch von den Familienangehörigen...

In Zeiten, wo in Deutschland gerade glanzvolle, adelige Etikette wieder in Mode kommt und sich Medien- und Wähler-wirksam, politische  Langzeitkarrieren à la Guttenburg spielerisch auf die Reihe bringen lassen, ist das wirklich an ganz falscher Stelle gespart. Vielleicht wäre das ja ein prima Job für eine(n) engagierte(n) und gebildete(n) Ein-Euro-Jobber(in) über 50...!




Stil-Ikone Michelle Obama/ Foto: Yuri Gripas/ AFP/Getty Images/ DANKE!/First Lady Michelle Obama's Influential Style
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Dienstag, 9. November 2010

Traumpaar besucht Märchenland: Die Obamas in Indien

Obama und seine Frau zu Besuch in Indien - ©APA (epa)/DANKE!/Obama gibt Milliarden-Geschäfte mit Indien bekannt


Barack Obama ist zu einem Staatsbesuch nach Indien aufgebrochen - und das sehr kurz nach der großen Wahlniederlage seiner Demokratischen Partei bei den US-Midterm-Wahlen in der vergangenen Woche.

Doch wer diese Reise in erster Lienie für einen  gelungenen, gut vorausgeplanten Schachzug in Richtung "politischer Themenwechsel" hält, der mag damit zwar recht haben, doch mit dieser Gewichtung macht er es sich auch zu leicht.

Mit drei Tagen beschenkt Obama (Mitte) Indien mit mehr Aufmerksamkeit als andere Länder in seiner bisherigen Amtszeit/© AFP/DANKE!/USA unterstützen ständigen Sitz Indiens im Sicherheitsrat

Sicher hat dieser Staatsbesuch erster Klasse ohnehin alles, was zu einem ganz großen Auftritt gehört: üppig glänzende Staatsbanketts (ähnlich dem viel beachteten, das die Obams im vergangenen Jahr für das indische Präsidentenpaar im Weißen Haus in Washington gaben), Empfänge und Besuche bei namhaften Organisatoren und Unternehmen, und damit natürlich mit ganz viel internationaler Presse und noch viel mehr wunderschönen Fotos vom Traumpaar Obama im Traumland Indien. Und damit ebenso von der aufstrebenden neuen Supermacht namens Indien, jenem Beinahe-Kontinent in der vielumworbenen Mitte Asiens.

Wen wundert es da noch, dass einer der ersten Visiten des US-Präsidentenpaares direkt nach Bollywood führte, der indischen Traumfabrik - einstmals fast anmaßend nach dem amerikanischen Film-Eldorado in Los Angeles benannt. Mittlerweile aber haben die Filmstudios das US-Vorbild längst erfolgmäßig überholt, denn die hier produzierten Musik-, Tanz- und Liebesschnulzen à la Orient sind Kassenschlager überall auf der Welt geworden während in Hollywood gerade wieder eines der einst ganz großen Studios Konkurs anmelden musste.
Auch der Auftritt von Amerikas First Lady in Indien, das von vielen jungen Leuten heutezutage als ein einziges großes Bollywood gesehen wird, war dann ganz großes Kino: Michelle Obama zog es sofort - und natürlich ganz spontan - zu den angetretenen ProtagonistInnen im Stile Bollywoods auf die Tanzfläche und vor die Kameras. Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika Himself allerdings wusste sich etwas länger zu zieren vor der ungeduldigen Weltpresse, er ließ sich erst mit minutiös aufgezeichnetem Zögern schließlich doch noch aufs mediale Tanzparkett ziehen und schieben.

Nach eineinhalb Minuten ließ sich dann auch der mächtigste Mann der Welt erweichen, auf die Tanzfläche zu kommen. Seine kurze Tanzeinlage wirkte allerdings deutlich weniger anmutig als die seiner Ehefrau © Jason Reed/Reuters/DANKE!/Indienreise: Obamas in Bollywood


Honi soit qui mal y pense:
Right on, Sister Michelle, shake, shake, shake - shake your booty!!!


Gleich nach ihrer Ankunft streifte sie sich die Schuhe ab und tanzte zur Musik eines Bollywood-Films, später machte sie mit den Mädchen Musik und spielte Tamburin © Punit Paranjpe/AFP/DANKE! Indienreise: Obamas in Bollywood

(Schließlich konnten wir Schwarzen - und durften ja auch! - immer schon recht gut vortanzen - und mit ganz vielen leuchtend-weißen Zähnen dazu auch ausgelassen lachen...!!!)

Wirklich wichtig und voller Ungeduld erwartet von den Gastgebern waren allerdings die Dollars, die die Obamas mitbrachten ins Partnerland Indien. Der US-Präsident kündigte gleich am ersten Besuchstag seiner 10-tägigen Asientour an, dass insgesamt Geschäfte im Wert von zehn Milliarden Dollar kurz vor dem Abschluss stünden. Dafür befänden sich 250 Wirtschaftsfachleute und US-Unternehmer in seinem Tross. 

Und noch ein zweites Gastgeschenk hatte der US-Präsident dabei: eines, das sich zwar  erst in der Zukunft auszahlen wird, dann allerdings mit ganzer Macht. Barack Obama versicherte dem Indischen Premierminister Manmohan Singh, dass er sich für einen festen Sitz des Sub-Kontinents im UN-Sicherheitsrat mit voller Kraft einsetzen werde, was Indien weltpolitisch ganz kräftig aufwerten wird.


US-Präsident Barack Obama und der indische Premierminister Manmohan Singh. - Foto: dpa/Tagesspiegel.de/DANKE!/ USA unterstützen ständigen Sitz Indiens im Sicherheitsrat

Soviel zu den politischen Eckpunkten der Präsidentenvisite und zu dem, was die Gastgeber erwarten durften von Obama, bzw.  was politisch schon vorher abzusehen war.

Allerdings hat der US-Präsident den Indern noch ein weiteres, ganz besonderes Geschenk gemacht, mit dem er nicht nur die Weisheit eines großen Politikers zeigte, sondern auch - und vor allem! - menschliche Größe und die Überwindung der nur allzu menschlichen Angst, die einer einfach haben muss, der ständig im Fadenkreuz und im Scheinwerferlicht steht. Niemand auf der Welt hätte schließlich darauf bestehen können oder wollen, dass der wichtigste und am meisten gefährdetste Mann auf diesem Trabanten sich ausgerechnet in dem  Bombayer Luxushotel einquartiert, das vor nicht allzu langer Zeit der Schauplatz eines schrecklichen Terrorangriffs war.
Doch Michelle und Barack Obama übernachteten nicht nur dort im wieder hergestellten ersten Haus in Mumbay, sie besuchten gemeinsam auch die Gedenkstätte, die für die zahlreichen Opfer des Überfalls errichtet worden ist. 

Die Obamas besuchten das Denkmal, das an die Opfer der Anschläge von 2008 erinnert./DANKE!/US-Präsident Obama besucht Indien

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FOTOS: DANKE!

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