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Dienstag, 8. Februar 2011

Don' t forget to remember: HIV/AIDS

HIV and AIDS in Black America: The Uphill Battle


Heute, am 7. Februar wird in USA der National Black HIV/AIDS Awareness Day begangen, nach dem Welt-AIDS-Tag in jedem Dezember eine weitere gute Gelegenheit für viele Organisationen, das ungeliebte Thema in die Medien und somit in die Gedanken der Menschen zu bringen. Wie wir hier schon beschrieben haben, hat Black America besonders große Verluste zu beklagen an Menschen, die der Krankheit erlegen sind. Die neuesten Statistiken sind alarmierend - und die Schwarze Community fragt sich natürlich, ob das nur am oft lässigen Umgang mit den Kondomen liegen mag. 

Pause Today to Remember Lost Loved Ones ...


Aber es gibt auch viel Hoffnung durch neue Strategien in der Prävention und in der Behandlung sowie durch viele Menschen, die sich der Aufgabe HIV/AIDS mit aller Kraft verschrieben haben. Das bedeutet u.a., dass sich heute wegen immer besserer und unermüdlicher Aufklärung immer mehr Menschen verantwortungsvoll schützen. Hoffnung macht aber auch, dass jene, die erkrankt sind, durch aufwändige Langzeittherapien gute Chancen auf ein Überleben von mittlerweile mehreren Jahrzehnten haben. Am Wichtigsten aber ist wohl für die Gemeinschaft und für den Einzelnen (mit seinen Befürchtungen), dass viele der Betroffenen den Mut gefunden haben, offen über ihr Schicksal zu sprechen, um vielen Anderen die Berührungsängste zu nehmen und ihnen Mut zu machen.

HIV and African Americans: What's Behind the Devastating Statistics?

Mittwoch, 2. Februar 2011

BLACK in GERMANY (9) - Heute schon geholfen?!

Ein Artikel aus dem heutigen Tagesspiegel hat unsere Aufmerksamkeit erweckt. Menchen in Not - ganz in unserer Nähe - brauchen unsere Hilfe:

Familie in Not: Retten konnten sie nur ihr Leben - Berlin - Tagesspiegel

Spenden und Hilfsangebote an:
steffiburck@yahoo.com 
oder 01705944561.

Dienstag, 28. Dezember 2010

Tobytown - nicht nur ein Ort der Geschichte in Washington D.C.

Respräsentative Villa in Potomac/ Foto, Danke!: Luxury home: Made for entertaining in Potomac - Washington Times


An wenigen Orten der USA wird Geschichte so deutlich sichtbar wie in Washington D.C. Zahlreiche Museen und viele Monumente erzählen vom Werdegang und vom Glanz der Vereinigten Staaten von Amerika, und Reisende aus dem eigenen Land und der ganzen Welt scheinen hier ständig auf der Suche zu sein nach den Wurzeln des modernsten Gemeinwesens der Welt.

Allerdings wissen nur wenige Menschen, dass in kaum einer anderen Stadt der USA die Welten von Schwarz und Weiß so ungebremst und gnadenlos aufeinanderprallen wie hier, denn die Hauptstadt der Vereinigten Staaten wird fast ausschließlich von Bürgern Schwarzer Hautfarbe bewohnt, allerdings von Weißen regiert. 

Diese Regierungsangestellten, sowie die Reichen und die Berühmten des Landes, die in Washington D.C, arbeiten, haben sich in die vornehmen Vororte zurückgezogen und sich dort bombastische Villen mit allem Komfort bauen lassen. Potomac, nach dem gleichnamigen Fluss benannt, ist so ein Edel-Wohnviertel in schönster Landschaft, in dem fast ausschließlich reiche Weiße leben, allerdings nur FAST ausschließlich…

Die TAZ hat aktuell den kleinen Ort Potomac besucht und lässt in einem bemerkenswerten Artikel einen Einwohner besonderer Herkunft von seiner und von der ganz großen – den meisten Menschen völlig unbekannten - Geschichte (des Schwarzen) Amerikas erzählen:

TAZ.de erzählt eine ungewöhnliche Geschichte aus Washington D.C./Danke! /Arm und Reich in Washington: Tote Sklaven wachen über Tobytown

Szene aus Tobytown mitten in Potomac, wo sich das Leben anders anfühlt/ Photo, "The Washington Post", Danke!: Poverty amid plenty in Potomac

msa_se5_17526.pdf (application/pdf-Objekt)  - Bericht zum Tobytown Cemetary

b18f24-0323xdisplay.pdf (application/pdf-Objekt) - Bericht zur Wohnsituation in Tobytown

Montag, 20. Dezember 2010

Schwarz in Europa: Kältetod in Dänemark

Obdachlose Ausländer in Kopenhagens Nachtasyl "En Varm Seng" / Foto, Danke!: lilleskvat.blogspot.com


Wer schnell und unkompliziert die Ehe schließen will, für den  ist Dänemark seit langem ein Begriff. Hochzeiten, bei denen ein Partner aus dem Ausland kommt oder bei denen hier oder anderswo die Papiere (noch) nicht ausreichen würden, werden dabei bei unserem nördlichen Nachbarn besonders unkompliziert behandelt: ein Grund für viele Paare ins idyllische Dänemark zu reisen – und das Hochzeitsgeld dort auszugeben.

Weit weniger offen ist Dänemark allerdings für andere Ausländer, vor allem im eiskalten Winter und für jene ohne Geld - jene nämlich, die obdachlos geworden sind in Margaretes schönem Königreich. Seit 2007 gibt es dort ein hammerhartes Gesetz, das es ausdrücklich verbietet, Menschen ohne Dänische Staatsangehörigkeit in Obdachlosenheimen und Kälte-Asylen aufzunehmen, was bislang zu elf kältetoten Ausländern geführt hat.

Wie die TAZ aktuell berichtet, halten sich alle dänischen Hilfsorganisationen an dieses unmenschliche Gesetz, schließlich soll es u.a. die unangenehmen Ausländer fern halten aus dem kleinen, aber feinen Dänemark. 


Eine Frau allerdings widersetzt sich dem Verbot – wirksam, laut und öffentlich: April Chris, eine in Dänemark lebende Amerikanerin. Sie hat im letzten Jahr spontan ein improvisiertes Asyl geschaffen, in das nun jede eiskalte Nacht die obdachlosen Ausländer Kopenhagens strömen. Ihr privat und von Spenden finanziertes Haus hat bislang stets mit den Behörden zusammen gearbeitet, sagt Chris:"..., um offenzulegen, dass wir kein Unterschlupf für Kriminelle sind, wie uns immer wieder vorgeworfen wird."

April Chris/Foto, Danke!: S: Offentlige herberg til udenlandske hjemløse - Politiken.dk
Vor kurzem besuchte die Ministerin für Soziales demonstativ die Einrichtung und äußerte sich im Anschluß vernichtend über die Aufnahmepraxis dort. Sie behauptete tatsächlich, dass osteuropäische kriminelle Banden das Asyl gewohnheitsmäßig als Hauptquartier mißbrauchen würden. Die Leiterin April Chris verteidigte ihr Obdachlosenheim und ihre dringend notwendige Arbeit wenig später gegenüber der Ministerin in einem TV-Duell. 

Spenden werden sortiert und verteilt / Foto, Danke!: sletogret.dk

Nur wenige Tage später allerdings gab es im "En Varme Seng" eine nächtliche Polizei-Razzia, bei der 69 der etwa einhundert anwesenden Obdachlosen (aus EU-Europa und aller Welt) aus ihren warmen Betten gezerrt und abgeführt wurden. Zusätzlich wurde das Haus nach Drogen und Diebesgut durchsucht. Den Festgenommenen (mehrheitlich aus Afrika und aus Osteuropa) drohte neben drei Tagen Sofort-Haft die umgehende Abschiebung. Einge der Betroffenen waren zum Zeitpunkt der Razzia bettlägerig krank, andere leiden unter Behinderungen. Menschen aus Afrika z.B. sind den ungewohnten Minusgraden in unseren Breiten völlig hilflos ausgeliefert, was ein ungeschütztes Übernachten in jedem Fall verbietet. 
 
Das Medienecho war -je nach Prägung des Blattes - gewaltig. Zahlreiche Privatpersonen und Organisationen sagten spontan ihre Unterstützung und/oder Spenden zu.

Nächtliche Razzia im "En Varm Seng" / Foto, Danke!: bt.dk

Am per Gesetz manifestierten Prinzip wird sich aber auch in Zukunft wohl kaum etwas ändern. Der Konsens der christlich-konservativen Regierung mit dem ansonsten so freundlichen dänischen Volk ist in dieser Sache offensichtlich. Und wer sonst schaut schon ernsthaft nach Dänemark, wenn es um soziale, menschliche und gesetzliche Missstände geht - in dieser vor Elend und Ungerechtigkeiten nur so strotzenden Welt. 

Als Spende dem Asyl zur Verfügung gestellt: Porträt von Ebrima Bah, Bild des dänischen Malers Calle Jensen /callejensen.dk

Möglicherweise bringt es die Dänen dann aber doch zum Nachdenken (und mehr?!), wenn die vielen leicht verdienten Euros der zahlungsfreudigen Touristen und langjährigen Feriengäste- auch der Hochzeitspaare! - nicht mehr ganz so leicht und unkommentiert in Königin Margaretes Staatskasse landen. Manch europäisch (oder einfach nur menschlich!) denkender Mensch könnte sich ja gerade zu Weihnachten durchaus massiv gestört fühlen von soviel Unmenschlichkeit und gesetzlicher Kälte im idyllischen EU-Partnerland Dänemark. So sehr gestört, dass er persönliche Konsequenzen ziehen wird.


Freitag, 3. Dezember 2010

2010: Black America united against HIV/AIDS and for the people


5 Ways You Can Be Involved On World AIDS Day /Photo: New One for Black America/ Thanks!

War der Welt-AIDS-Tag vor Jahren für Black America noch hauptsächlich ein Tag der tiefen Trauer und der Sorge, so überwiegt 2010 die ernsthafte Auseinandersetzung mit der Bedrohung, die endlich auch als eine Krankheit wahrgenommen wird. Eine, die jeden treffen kann – auch in der Black Community.

Die Weg hierher war schwierig, nicht nur, weil die Moral (z.B.) in und von den Schwarzen Kirchengemeinden lange Zeit sehr hochgehalten worden war, natürlich auch um dem Zusammenleben in stets gefährdeten Zeiten und Umständen Struktur zu geben. 

Auch die Lebensverhältnisse der Schwarzen in Amerika waren (und sind immer noch) sehr verschieden: Im tiefen Süden der USA lebt es sich schon traditionell völlig anders als in Chicago, New York oder Seattle. Oder auch in "Chocolate-City"/Washington D.C. - auch als HIV-Epidemie-Zentrum bekannt!

Auch Bildung, gutbezahlte Jobs und Karrieren auf der Überholspur haben im neuen Jahrtausend die Kluft zwischen den alt-hergebrachten Schwarzen Familienverbänden und den modernen Singles mit ihren diversen Lebensformen noch größer werden lassen. Doch man hat gelernt, sich gegenseitig mehr zu respektieren und – was viel wichtiger ist – auch aufeinander acht zu geben.  



Sogar Kleinstadtpfarrer in Mississippi leugnen - wie noch vor wenigen Jahren üblich - mittlerweile nicht mehr, dass es überhaupt Schwarze gibt, die homosexuell oder gar HIV Positiv sind. Dafür hat man schon zu viele blutjunge Brüder und Schwestern zu Grabe tragen müssen. 

Empathie zusammen mit Aufklärung ist dann auch der Tenor am World-AIDS-Day 2010 in Black America. Und beeindruckend daran ist, dass sich viele Betroffene nicht mehr verstecken und das eigene Überleben in den Vordergrund ihres Alltags stellen, sondern mittlerweile das Wohlergehen aller in den Mittelpunkt stellen wollen. 

AIDS & Me: Hydeia Broadbent's Story/Photo: Black Voices/ Thanks! Also to all others,not mentioned!

Und sie scheuen sich auch nicht, ihre schmerzlichen Lebenserfahrungen und ihren Mut offen zu zeigen – und mit den anderen in ihrer Community darüber zu sprechen: Da ist die gefeierte Broadway-Schauspielerin, die sich am World-AIDS-Tag daran erinnert, wie es war, als zu Beginn der 1980er Jahre plötzlich KollegInnen hinter der Bühne zusammenbrachen oder gute Freunde über Nacht schwer krank wurden und innerhalb weniger Tage auf mysteriöse und schreckliche Weise starben. 

EXCLUSIVE: AIDS Affects Us All 

Damals, als auch die bösen Stimmen laut wurden überall im Land, als Angst sich breit machte und schließlich Panik, nicht nur in Künstlerkreisen , sondern als auch Eltern - voller Entsetzen - ihre leidenden Kinder sterbend allein ließen. Auch Schwarze und oft tief gläubige Eltern, die Angst hatten, aus ihrer  Gemeinschaft ausgestoßen zu werden.


Dr. Marjorie Hill, Vorsitzende von Amerikas ältester AIDS-Hilfsorganisation (The Gay Men's Health Crisis (GMHC ) weiß, dass sich daran auch heute vielerorts nur bedingt was geändert hat. 
Dr. Marjorie Hill On Sex, Stigma & Shame Surrounding HIV/AIDS /Photo: BV/ Thanks!
In ihrem Artikel berichtet sie über die gesellschafts- und gesundheitspolitische Entwicklung in Bezug auf AIDS und HIV in den USA, erzählt von neuen Wirkstoffen ebenso wie von den modernen „Praktiken“ der Verschleierung, aber auch von der Ansteckungsverhinderung, neuen Entwicklungen  und sicherem Sexualverhalten. 

What New Numbers on HIV/AIDS Mean


Als Roger Chapman vor 31 Jahren die Diagnose AIDS bekam, gab man ihm nicht mehr als ein Jahr Überlebenszeit, denn man wusste noch wenig über diese neue Seuche. Es gab kaum wirksame Medikamente, die auch nur die Schmerzen oder die anderen schweren Beeinträchtigungen hätten lindern können. 
 Living With the Disease 31 Years Later
Trotzdem konnte Chapman in diesem Jahr seinen 58. Geburtstag feiern: Es geht ihm gut mittlerweile (Dank der Forschung und neuer Medikamente). Und er ist heute der Vorzeige-HIV-Patient in Harlem ("client representative on the executive board at Harlem United, a holistic health care center for people with HIV/AIDS in Harlem"). Auf einem Video und in dem Artikel erzählt er über sein (unverhofft langes) Leben mit HIV und in der Schwarzen Community New Yorks.

Dass HIV und AIDS das eigene Leben auch für immer verändern können, wenn man gar nicht infiziert ist, darüber schreibt die junge, Schwarze Autorin Patrice J. Williams, deren Vater 1991 erfuhr, dass er sich angesteckt hatte. Sie war damals 12 Jahre alt und lebte seit Kleinkind-Tagen bei ihm, nachdem die Eltern sich getrennt hatten. 

Losing My Father to AIDS /Photo: The Root/Thanks!
Der Vater – groß und gut aussehend -  hatte immer viele Frauen-Bekanntschaften und Freundinnen gehabt, er genoss sein Leben, so wie es damals (und auch heute noch) viele Männer tun – Schwarze und weiße, in USA und in aller Welt. Bevor Patrice die Leser mitnimmt auf die lange, traurige (16 Jahre dauernde) Abschieds-Reise mit ihrem Vater, erinnert sie sich in ihrem Artikel, wie sie das allererste Mal von AIDS gehört hatte: Acht Jahre alt war sie, damals, als der gefeierte und viel-geliebte Basketball-Star Magic Johnson vor die Weltpresse treten musste, um seine HIV-Infektion und das Aus seiner Karriere bekannt zugeben.

In diesem Jahr nun erhielt Earvin „Magic“ Johnson den nach ihm benannten „World-AIDS-Day-Magic-Award“ verliehen, für sein unermüdliches Engagement gegen die Krankheit und für die betroffenen Menschen - und vor allem für stetige die Aufklärung. 
Magic Johnson Receives 'World AIDS Day Magic Award' /Photo: The Root/Thanks!


Viele Schwarze US-Stars haben sich an ihm ein Vorbild genommen und sich in den letzten Jahren den Kampf gegen die HIV-Bedrohung auf ihre ganz persönlichen Fahnen geschrieben:  
Rapper, Hip-Hopper, Sportler, SchauspielerInnen, Pop-Sängerinnen .

Sie alle  (und noch viele Menschen mehr, überall auf der Welt, besonders auch in Afrika !) setzen sich ein für das Leben jedes Einzelnen - jeder auf seine ganz persönliche Art und Weise.  

Aber alle zusammen auch - und nicht zuletzt - für ein gutes, glückliches und dauerhaftes Überleben der Black Community – ohne HIV und ohne AIDS.   

 AIDS Activist Plans to Row Boat from Africa to NYC to Fight Disease /Photo: The Root/Thanks!

Unicef-Studie: „HIV trifft vor allem Kinder am Rande der Gesellschaft“ - Gesundheit - Gesellschaft - FAZ.NET 


Weltaidstag: Der Traum von einer Generation ohne Aids





Der Text ist weitgehend gelinkt: dahinter befinden sich zahlreiche Artikel aus den BLACK-US-Medien.


Die Links sind auch hier noch einmal zusammengefasst:


Etta's Translationbox: ZUSATZLINKS ZUM ARTIKEL: 2010: Black America united against HIV/AIDS and for the people

Thanks (to everybody concerend) for the photos. All articles (that come with the pics) are mentioned and linked in the text.

Samstag, 20. März 2010

Washington DC: Suppenküchen hinter dem Capitol

Dass sich die Lebensverhältnisse für viele Amerikaner in den letzten beiden Jahren durch die diversen Krisen und Crashs drastisch verschlechtert haben, hat sich auch hierzulande herumgesprochen. Doch wussten Sie schon, dass auch in der gern  als "glanzvoll" bezeichneten Hauptstadt der USA sehr viel bittere Armut zuhause ist  - viel mehr jedenfalls als der staatstragende Pomp rund ums Capitol  und dem Weißen Haus den Besuchern aus aller Welt glauben machen möchte.


Und: Die Bürger von Washington DC sind in der Mehrzahl Schwarz.



Armut in Washington: Hunger im Schatten des Kapitols
VON Antje Passenheim/TAZ
Wenige Meter von den Parlamentsgebäuden Washingtons entfernt liegen die ärmsten Viertel der US-amerikanischen Hauptstadt. Viele Kinder dort sind sich selbst überlassen.  

Schüsse fürchtet Diamante nicht so wie Hunger. "Ich höre sie oft nachts, wenn ich im Bett liege", sagt der Elfjährige. "Die Gangs wollen uns bloß Angst machen, aber Hunger, der tut weh." Diamante weiß wovon er spricht, denn der Afro-Amerikaner gehört zu den ärmsten Kindern der Hauptstadt des reichsten Landes der Welt..."



US-Report: "Der Hunger existiert vor unserer Haustür"
Von Sabine Müller, HR-Hörfunkstudio Washington 
"...Holloway erlebt mit, wie sich das Gesicht des Hungers verändert. Die "working poor" brauchten immer schon Hilfe. Aber in der Wirtschaftkrise, mit hoher Arbeitslosigkeit und zwangsversteigerten Häusern, kommen zum ersten Mal auch Mittelklassefamilien. Viele, die in der Vergangenheit Lebensmittel spendeten, kommen jetzt, um sich welche abzuholen. Holloway nennt es eine Schande, dass so etwas in einer der reichsten Nationen der Erde passiert, aber sie sieht wenigstens einen Lichtblick: Die Spendenbereitschaft der Amerikaner habe zumindest hier im Raum Washington nicht nachgelassen.
Zwar kommt weniger Geld von großen Firmen, aber die einzelnen Bürger geben mehr. Und wenn sie kein Geld geben können, dann geben sie ihre Zeit und wenn es nur ein paar Stunden sind. Das hat auch Don Dickson von "SOME" festgestellt: In seiner Suppenküche halfen im vergangenen Jahr mehr als 18.000 Freiwillige."

Freiwillige und vor allem Spender im ganzen Land will auch der "Hunger Report 2010" ansprechen, und auch die amerikanischen Journalisten haben sich dem brennenden Thema angenommen. Pamela Gentry z.B., sie ist politische Analystin und berichtet hautnah aus dem Weißen Haus, dem Capitol oder von aktuellen Brennpunkten. Und sie schreibt das Online-Magazin "Pamela on Politics" :


Civil Rights Leaders Rally for a Jobs Bill
African Americans Could Use Affordable Health Care Options 
More Jobs Gone
Jobs, Jobs, Jobs  


Hunger Report 2010




 "The Root" ist ebenfalls ein themenumfassender Onlinedienst, er hat seinen Fokus ganz und gar auf das Schwarze Amerika gerichtet:


Nothing Special for the Black Jobless

By Joel Dreyfuss/The Root
"President Barack Obama did something Wednesday he hasn't done until now in his first year in office; he had an exclusive meeting with civil rights leaders. The first African-American president of the U.S. met with the Rev. Al Sharpton of the National Action Network; Marc Morial, president of the National Urban League, and Benjamin Jealous, head of the NAACP on a day when snow again paralyzed the nation's capital. Dorothy Height, the 97-year-old president of the National Council of Negro Women was also scheduled to attend but had to cancel because of the blizzard-like conditions..."
Slavery 2010 


Auch die deutschen und die europäischen Medien haben dem Thema "Armut und Hunger in den USA" mittlerweile zahlreiche Artikel gewidmet. Unsere kleine Auswahl beginnt mit einem Blick nach Kalifornien:
 
Arm im Land der Reichen
Die Finanzkrise zeigt ihr Gesicht

40 Millionen Menschen betroffen - US-Armut auf Rekordhoch - n-tv.de
USA: Jeder sechste US-Bürger unter der Armutsgrenze - Nachrichten Wirtschaft - WELT ONLINE 
Zahl der Armen in den USA stark gestiegen

Armut in einer reichen Nation: 50 Millionen Amerikaner hungern  
Wirtschaftskrise: Zahl der Armen in den USA stark gestiegen | Wirtschaft | ZEIT ONLINE



Suppenküchen gegen den Hunger

By Chris McGreal, The Guardian/Der Freitag


"...Die Zahl der Kinder, die in Haushalten mit Lebensmittelengpässen leben, erhöhte sich 2008 um nahezu ein Drittel auf 17 Millionen. Im Bericht der Regierung heißt es, dass die meisten Eltern, die selbst nicht genug zu essen haben, zwar dafür Sorge tragen, dass wenigstens ihre Kinder nicht hungern – dennoch über eine Million Kinder unter mangelnder Ernährung leiden. Am stärksten sind davon die Südstaaten betroffen. Mississippi weist den höchsten Anteil an Menschen auf, die mit langfristiger Lebensmittelknappheit zu kämpfen haben. Es folgen Texas und Arkansas. Mehr als die Hälfte der Betroffenen sind Schwarze oder Latinos. Millionen weiterer Amerikaner hungern nur deshalb nicht, weil sie so arm sind, dass sie von der Regierung Lebensmittelmarken erhalten oder sich auf die Versorgung durch Suppenküchen wie die von Feeding America verlassen. In manchen Staaten wie etwa West Virginia ist jeder sechste auf Lebensmittelmarken angewiesen..."


Wie Armut aussieht und wie sich Hunger anfühlt, das wollte der norwegische Fotograf Jonas Bendiksen hautnah erfahren. Er und seine Kamera lebten deshalb jeweils für mehrere Wochen auf vier Kontinenten in den "Slums des 21. Jahrhunderts". Von dem gleichnamigen Fotoprojekt und seinen Folgen  berichtete der Journalist in einem lesenswerten "Zeit Online"-Interview:


"Armut beherrscht nicht den Alltag"

Von Evelyn Runge/Zeit Online


"Ein Slum ist keine monolithische Einheit, wo die Armut die Agenda bestimmt. Es gibt wirklich verzweifelte Menschen, die keine Unterstützung haben. Es gibt aber auch sehr erfolgreiche Menschen. Eine Milliarde Menschen zeigen eine nahezu unbegrenzte Vielfalt, größer als in Berlin, London oder New York. Es ist eine Multitude von Erfahrungen. Slums zeigen, wie die modernen Städte begannen, zu existieren. Die Menschen denken nicht daran, die Slums zu verlassen. Sie sagen: Wir arbeiten hart, um unsere Nachbarschaft zu verbessern, um unsere Orte zur Normalität zu transformieren. Oft müssen sie gegen die Kommunalbehörden kämpfen. Gerade in Wahlkämpfen wollen Kandidaten sich als stark gegen Kriminalität und Armut erweisen. Dann bulldozern sie ein paar Slums nieder. Das ist eine Tragödie für die Menschen dort..."


More information about Washington DC:


Washington D.C. – Wikipedia

Washington.org - Official Tourism Site of Washington, DC

America's Homepage - the Virtual Tour of Washington, DC
Washington DC webcam at the US Capitol
Camera Over Washington  

Dr. Martin Luther King jr.-Memorial:
http://www.mlkmemorial.org/site/c.hkIUL9MVJxE/b.4718119/k.70EC/Download_the_MLK_Toolbar.htm
Humanities Council of Washington, DC - Home  

Washington, District of Columbia (DC) profile: population, maps, real estate, averages, homes, statistics, relocation, travel, jobs, hospitals, schools, crime, moving, houses, sex offenders, news, sex offenders
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Foto: The Capitol in Washington DC/The agency/C.J.Stumpf/GNU-free Documentation License/Wikimedia Commons