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Freitag, 3. Dezember 2010

2010: Black America united against HIV/AIDS and for the people


5 Ways You Can Be Involved On World AIDS Day /Photo: New One for Black America/ Thanks!

War der Welt-AIDS-Tag vor Jahren für Black America noch hauptsächlich ein Tag der tiefen Trauer und der Sorge, so überwiegt 2010 die ernsthafte Auseinandersetzung mit der Bedrohung, die endlich auch als eine Krankheit wahrgenommen wird. Eine, die jeden treffen kann – auch in der Black Community.

Die Weg hierher war schwierig, nicht nur, weil die Moral (z.B.) in und von den Schwarzen Kirchengemeinden lange Zeit sehr hochgehalten worden war, natürlich auch um dem Zusammenleben in stets gefährdeten Zeiten und Umständen Struktur zu geben. 

Auch die Lebensverhältnisse der Schwarzen in Amerika waren (und sind immer noch) sehr verschieden: Im tiefen Süden der USA lebt es sich schon traditionell völlig anders als in Chicago, New York oder Seattle. Oder auch in "Chocolate-City"/Washington D.C. - auch als HIV-Epidemie-Zentrum bekannt!

Auch Bildung, gutbezahlte Jobs und Karrieren auf der Überholspur haben im neuen Jahrtausend die Kluft zwischen den alt-hergebrachten Schwarzen Familienverbänden und den modernen Singles mit ihren diversen Lebensformen noch größer werden lassen. Doch man hat gelernt, sich gegenseitig mehr zu respektieren und – was viel wichtiger ist – auch aufeinander acht zu geben.  



Sogar Kleinstadtpfarrer in Mississippi leugnen - wie noch vor wenigen Jahren üblich - mittlerweile nicht mehr, dass es überhaupt Schwarze gibt, die homosexuell oder gar HIV Positiv sind. Dafür hat man schon zu viele blutjunge Brüder und Schwestern zu Grabe tragen müssen. 

Empathie zusammen mit Aufklärung ist dann auch der Tenor am World-AIDS-Day 2010 in Black America. Und beeindruckend daran ist, dass sich viele Betroffene nicht mehr verstecken und das eigene Überleben in den Vordergrund ihres Alltags stellen, sondern mittlerweile das Wohlergehen aller in den Mittelpunkt stellen wollen. 

AIDS & Me: Hydeia Broadbent's Story/Photo: Black Voices/ Thanks! Also to all others,not mentioned!

Und sie scheuen sich auch nicht, ihre schmerzlichen Lebenserfahrungen und ihren Mut offen zu zeigen – und mit den anderen in ihrer Community darüber zu sprechen: Da ist die gefeierte Broadway-Schauspielerin, die sich am World-AIDS-Tag daran erinnert, wie es war, als zu Beginn der 1980er Jahre plötzlich KollegInnen hinter der Bühne zusammenbrachen oder gute Freunde über Nacht schwer krank wurden und innerhalb weniger Tage auf mysteriöse und schreckliche Weise starben. 

EXCLUSIVE: AIDS Affects Us All 

Damals, als auch die bösen Stimmen laut wurden überall im Land, als Angst sich breit machte und schließlich Panik, nicht nur in Künstlerkreisen , sondern als auch Eltern - voller Entsetzen - ihre leidenden Kinder sterbend allein ließen. Auch Schwarze und oft tief gläubige Eltern, die Angst hatten, aus ihrer  Gemeinschaft ausgestoßen zu werden.


Dr. Marjorie Hill, Vorsitzende von Amerikas ältester AIDS-Hilfsorganisation (The Gay Men's Health Crisis (GMHC ) weiß, dass sich daran auch heute vielerorts nur bedingt was geändert hat. 
Dr. Marjorie Hill On Sex, Stigma & Shame Surrounding HIV/AIDS /Photo: BV/ Thanks!
In ihrem Artikel berichtet sie über die gesellschafts- und gesundheitspolitische Entwicklung in Bezug auf AIDS und HIV in den USA, erzählt von neuen Wirkstoffen ebenso wie von den modernen „Praktiken“ der Verschleierung, aber auch von der Ansteckungsverhinderung, neuen Entwicklungen  und sicherem Sexualverhalten. 

What New Numbers on HIV/AIDS Mean


Als Roger Chapman vor 31 Jahren die Diagnose AIDS bekam, gab man ihm nicht mehr als ein Jahr Überlebenszeit, denn man wusste noch wenig über diese neue Seuche. Es gab kaum wirksame Medikamente, die auch nur die Schmerzen oder die anderen schweren Beeinträchtigungen hätten lindern können. 
 Living With the Disease 31 Years Later
Trotzdem konnte Chapman in diesem Jahr seinen 58. Geburtstag feiern: Es geht ihm gut mittlerweile (Dank der Forschung und neuer Medikamente). Und er ist heute der Vorzeige-HIV-Patient in Harlem ("client representative on the executive board at Harlem United, a holistic health care center for people with HIV/AIDS in Harlem"). Auf einem Video und in dem Artikel erzählt er über sein (unverhofft langes) Leben mit HIV und in der Schwarzen Community New Yorks.

Dass HIV und AIDS das eigene Leben auch für immer verändern können, wenn man gar nicht infiziert ist, darüber schreibt die junge, Schwarze Autorin Patrice J. Williams, deren Vater 1991 erfuhr, dass er sich angesteckt hatte. Sie war damals 12 Jahre alt und lebte seit Kleinkind-Tagen bei ihm, nachdem die Eltern sich getrennt hatten. 

Losing My Father to AIDS /Photo: The Root/Thanks!
Der Vater – groß und gut aussehend -  hatte immer viele Frauen-Bekanntschaften und Freundinnen gehabt, er genoss sein Leben, so wie es damals (und auch heute noch) viele Männer tun – Schwarze und weiße, in USA und in aller Welt. Bevor Patrice die Leser mitnimmt auf die lange, traurige (16 Jahre dauernde) Abschieds-Reise mit ihrem Vater, erinnert sie sich in ihrem Artikel, wie sie das allererste Mal von AIDS gehört hatte: Acht Jahre alt war sie, damals, als der gefeierte und viel-geliebte Basketball-Star Magic Johnson vor die Weltpresse treten musste, um seine HIV-Infektion und das Aus seiner Karriere bekannt zugeben.

In diesem Jahr nun erhielt Earvin „Magic“ Johnson den nach ihm benannten „World-AIDS-Day-Magic-Award“ verliehen, für sein unermüdliches Engagement gegen die Krankheit und für die betroffenen Menschen - und vor allem für stetige die Aufklärung. 
Magic Johnson Receives 'World AIDS Day Magic Award' /Photo: The Root/Thanks!


Viele Schwarze US-Stars haben sich an ihm ein Vorbild genommen und sich in den letzten Jahren den Kampf gegen die HIV-Bedrohung auf ihre ganz persönlichen Fahnen geschrieben:  
Rapper, Hip-Hopper, Sportler, SchauspielerInnen, Pop-Sängerinnen .

Sie alle  (und noch viele Menschen mehr, überall auf der Welt, besonders auch in Afrika !) setzen sich ein für das Leben jedes Einzelnen - jeder auf seine ganz persönliche Art und Weise.  

Aber alle zusammen auch - und nicht zuletzt - für ein gutes, glückliches und dauerhaftes Überleben der Black Community – ohne HIV und ohne AIDS.   

 AIDS Activist Plans to Row Boat from Africa to NYC to Fight Disease /Photo: The Root/Thanks!

Unicef-Studie: „HIV trifft vor allem Kinder am Rande der Gesellschaft“ - Gesundheit - Gesellschaft - FAZ.NET 


Weltaidstag: Der Traum von einer Generation ohne Aids





Der Text ist weitgehend gelinkt: dahinter befinden sich zahlreiche Artikel aus den BLACK-US-Medien.


Die Links sind auch hier noch einmal zusammengefasst:


Etta's Translationbox: ZUSATZLINKS ZUM ARTIKEL: 2010: Black America united against HIV/AIDS and for the people

Thanks (to everybody concerend) for the photos. All articles (that come with the pics) are mentioned and linked in the text.

Mittwoch, 23. Juni 2010

FATHERHOOD - mittlerweile ein Wort mit Bedeutung für Black America




Haben Sie's gewußt? Am letzten Wochenende war Vatertag.




In Amerika jedenfalls, wo es dann natürlich auch "Fathersday" heißt. Und außer dem Datum ist noch etwas anders:  Im Land jenseits des Großen Teiches ist dieser Tag kein halbherziger Versuch, die Väter (wegen des Muttertags) auch noch irgendwie auf ihre Hoch-soll'n-se-leben!-Kosten kommen zu lassen. 

Die Amerikaner nehmen diesen besonderen Tag im Jahr sehr ernst - was natürlich nicht heißt, dass man nicht zusammen fröhlich und ausgelassen sein kann am Fathersday. Wobei die Betonung unbedingt auf zusammen liegt. 

Gerade in der Schwarzen community ist dieser Tag aber auch Anlaß, sich an die eigenen an- oder abwesenden Väter zu erinnern - viele Schwarze Kinder sind "nur" mit Müttern und Großmüttern aufgewachsen - und sich Gedanken darüber zu machen, was es heutzutage bedeutet, ein guter Vater zu sein. 

Bei meiner täglichen "Reise" durch die US-News-Blogs und die gesellschaftspolitschen Blogs von Black America habe ich einige schöne Beispiele für diese Vatertags-Tradition gefunden, die ich Ihnen nicht vorhalten will:


7 Out Of 10 Black Americans “Love” Their Dad  
 News One for Black America


Those numbers might seem surprising given the reportedly bleak state of the Black family in the United States. On Father’s Day last year, then-Senator Barack Obama pointed out the problems:
“If we’re honest with ourselves we’ll admit that too many fathers are … missing. Too many fathers are MIA. Too many fathers are AWOL, missing from too many lives and too many homes. They’ve abandoned their responsibilities. They’re acting like boys instead of men, and the foundations of our family have suffered because of it. You and I know this is true everywhere, but nowhere is it more true than in the African-American community.”

Indeed, 56 percent of Black households are headed by single parents, according to data the U.S. Census Bureau collected in 2006. 91 percent of those single parents are mothers. Across all races, there are 18 million children in the U.S. living apart from their fathers, 34 percent of whom told the National Fatherhood Initiative that they don’t know their biological fathers at all.
But even though African-American families are often headed by single mothers, the Philadelphia Inquirer reported on research that showed that, “African American fathers, more than any other group, are more likely to maintain lasting relationships with their children when they don’t live with them.”
Perhaps that bit of good news, amid all the bad press African-American fathers get, is the reason why 70 percent of African-Americans say they love their dads....

When Fathers Fall Somewhere Between Awesome and Absentee

Black Fatherhood and Black Families: What We Must Do Now  
By Dr. Boyce Watkins, PhD   / Black Voices


...At any rate, when my birthday hits, doubled-up with Father's Day, I am led to evaluate my life and myself. I evaluate my life to see if I am the same man this year that I was last year; the truth is that I should have grown in some meaningful way or achieved something positive. I also evaluate myself as a father to see if I am getting at least a little bit better at making myself the kind of man that my kids need me to be.
In round one of fatherhood, I made quite a few mistakes. I had a child at the age of 18, too early to know what the heck I was doing or to afford the massive amounts of child support I would pay for the next 18 years. I always advise young men to think twice before putting themselves in situations where they may be asked to do things they are not able to do. I also learned first hand the challenges of finding space in the life of a child that doesn't live with you: There were barriers built that I tried my best to overcome, and I admit that I have not yet been successful. There's always hope that next year will be better than the last one when it comes to creating those critical connections.... 

Remembering Pappy


What My Son Taught Me



Neben den sehr persönlichen Erfahrungen  mit dem Vater-Sein oder dem "einen-Vater-haben" melden sich auch Soziologen und Pädagogen zu Wort, und Schwarze Männer werden geehrt, die sich nicht nur für ihre eigenen Kinder vorbildlich einsetzen, so wie Steve Harvey mit seiner Stiftung. Die alten Bürgerrechtler wie  Reverend Al Sharpton melden sich natürlich auch zu Wort, da sie mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung von "fatherhood in the Black neighbourhood" wohl auch am Besten wissen, was sich geändert hat und welche Entwicklungen dringend anstehen.


The Root Interview: Jeffrey Gardere on Young Men and Fatherhood  

This Weekend, Steve Harvey Is Mentoring Boys 

Rev. Al Sharpton and Dr. Boyce Discuss the Plight of the Black Male



Dann werden tatsächlich auch noch ganz besonders coole Dads aus dem Zylinder gezaubert wie Will Smith und Barack Obama, aber wenn Sie sich die Fotogalerie "Devoted Dads" nicht entgehen lassen, dann werden Sie sehen, dass es sehr viele ganz tolle Väter gibt in Black America:

From Essence: Hot Daddies

Video Commentary: Real Dads  

GALLERY: Devoted Dads And Their Children | ELEV8 


Sogar Gedichte schreiben können die Afro-amerikanischen Männer, wenn es um Fatherhood geht. Schade, dass sich dieser Trend hierzulande noch nicht eingenistet hat.


It’s Somethin’ To Be A Father | ELEV8 

 How Do We Forgive Our Fathers?



Ganz zum Schluss sollen auch noch die Politiker zu Wort kommen, die stets die gute Gelegenheit nutzen, den Familienoberhäuptern  ins Gewissen zu reden:

Paterson Encourages Harlem Fathers To Get Involved With Kids’ Education | News On
 By Ashton Lattimore/News One for Black America

“Education is not just for the mothers to be involved in, it’s for the whole family,” said Paterson. He urged fathers and father figures to keep bringing their children to school and stay involved by helping with homework.
Paterson, a Black father himself, also emphasized the need for students to take their studies seriously.
“Whatever your dreams are, whatever you see yourself being when you grow up, you need an education to get there,” he said. “In this terrible economy, it’s a fact that the ones who lost their jobs first are the ones who didn’t get as much education.”

“Education is not just for the mothers to be involved in, it’s for the whole family,” said Paterson. He urged fathers and father figures to keep bringing their children to school and stay involved by helping with homework.
Paterson, a Black father himself, also emphasized the need for students to take their studies seriously.
“Whatever your dreams are, whatever you see yourself being when you grow up, you need an education to get there,” he said. “In this terrible economy, it’s a fact that the ones who lost their jobs first are the ones who didn’t get as much education.”

Attorney General Holder Calls On Black Fathers To Take Responsibility | News One 


Holder, a Queens native and the first black Attorney General, urged the 400 worshippers at the Memorial Presbyterian Church on Baldwin Turnpike in Queens, N.Y., to orchestrate a “spiritual awakening,” according to the New York newspaper. The Attorney General said a father’s involvement in a family can help combat poverty and crime in black neighborhoods, according to Newsday.
“Too many men in the black community have created children and left them to be raised by caring mothers. These women do a wonderful job, but we ask too much of them and too little of our men,” Holder told the congregation, which included members of his family, according to Newsday. “It should simply be unacceptable for a man to have a child and then not play an integral part in the raising and nurturing of the child.”


Obama's Fatherhood.gov Commercial: Too Feminine for Black Men?


Obama Unveils Fatherhood, Mentoring Initiative

President Barack Obama’s 2009 Father’s Day Message


Obama On Father’s Day: “Time To Honor The Men Who Raised Us”
News One for Black America



In this year’s Father’s Day proclamation, the president pays tribute not just to biological dads, but to foster and adoptive fathers as well as men who make “compassionate commitments outside the home by serving as mentors, tutors, or big brothers to young people in their community.” He also tips his hat to non-traditional households....


Barack Obama's Kids, Father's Day and Black Economics 

Michelle Obama’s Salutes Fathers with Courage to Step-Up

VIDEO: Obama Tells Dads They “Don’t Need To Be Superheroes”  


Noch ein bisschen Sommerlektüre, weil's schön war mit den tollen Vätern?


"In My Father's House,'' Novel By The Late E. Lynn Harris Is A Summer Scorcher 



FOTOS: DANKE! THANK YOU!
 Flickr 
 CG2_SoulArtist
 lucienphoto
Thank you ever so much, Luke! I just couln't resist!
 AOL/Black Voices/Dr. Boyce Watkins 
The White House 
News One for Black America (Obamas) 


....

Mittwoch, 24. März 2010

What's up, Governor?! Sundown on Harlem?


Foto: Das New York State-Capitol in Albany,NY/ Nikopoley /Creative Commons Attribution 1.0 License/
Wikimendia Commons

Während sich in Washington alle demokratischen Abgeordneten um ihren siegreichen Präsidenten scharten, um ihm beim Unterzeichnen der neuen Gesundheitsgesetze möglichst nahe zu sein, war im kühlen Norden Amerikas gerade ein anderer Demokrat vor Presse und Wähler getreten, um das Ende seiner politischen Karriere bekanntzugeben. Dabei galt auch David Paterson noch vor nicht allzulanger Zeit als aufstrebender demokratischer Hoffnungsträger, schließlich war der New Yorker Gouverneur der allererste Schwarze auf diesem Posten. Den hatte der - außerdem blinde  - Politiker 2008 von Eliot Spitzer übernommen, der damals wegen eines Sexskandals zurücktreten musste.

After Oct. 31 Clash, Paterson Aides Scrambled - NYTimes.com 
By DANNY HAKIM and WILLIAM K. RASHBAUM

"The dispute had ended, and his companion had called 911, saying she had been a victim of domestic violence. Sometime before 10 p.m. on Oct. 31, David W. Johnson left the Bronx apartment he shared with the woman and began making a series of phone calls.
Mr. Johnson, a senior aide to Gov. David A. Paterson, called Clemmie L. Harris Jr., a confidant and a senior adviser of Mr. Paterson’s. He also called Maj. Charles Day of the State Police, the commander of the governor’s security detail, who was at home in Albany.
Mr. Johnson told Major Day aspects of the dispute with his companion, Sherr-una Booker, and said she had called the New York City police. Major Day soon called and spoke with Ms. Booker — even before the city police arrived to investigate the 911 call. Mr. Johnson also called a friend, a woman who knew both Ms. Booker and Mr. Paterson, and she went to the Bronx apartment, arriving before the police..."

New York: Gouverneur muss auf Wiederwahl verzichten
Spiegel Online

"Er wollte offenbar seine Macht nutzen, um seinen politischen Freund und Berater vor einer Verurteilung zu schützen - und schadete sich damit selbst: Der umstrittene New Yorker Gouverneur David A. Paterson bricht seine gerade erst begonnene Wahlkampagne für eine zweite Amtszeit ab. Paterson bestätigte am Freitag, dass er nicht erneut zur Wahl antrete..."

New Yorks Gouverneur verzichtet auf Wiederwahl
 NZZ Online


"...In amerikanischen Medienberichten wurde Paterson vorgeworfen, persönlich in einen Kriminalfall eingegriffen zu haben. Dazu sagte Paterson mit zum Eid erhobener Hand, «ich habe nie mein Amt missbraucht, weder jetzt noch irgendwann zuvor». Die «New York Times» hatte am Donnerstag enthüllt, dass der Gouverneur in einem Verfahren gegen seinen engsten Berater und Freund, David Johnson, Druck auf die Klägerin auszuüben versucht hatte..."

New Yorks Gouverneur Paterson tritt nicht mehr an Welt online 

"...Dem Gouverneur wird zudem schlechte Amtsführung vorgeworfen. Der Bundesstaat hat ein Haushaltsloch von acht Milliarden Dollar, das Paterson nicht in den Griff bekomme, hieß es. 
Paterson hatte das höchste Amt im Staat New York im März 2008 von dem gewählten Gouverneur Eliot Spitzer übernommen. Spitzer trat wegen eines Sexskandals zurück.
Mit Patersons Rückzug dürften die Chancen für den New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo auf eine Kandidatur um den Gouverneursposten im November steigen. Auch Cuomo gehört der Demokratischen Partei an..."
 FT.com / US & Canada - Paterson to quit race for New York governor


Schon seit Wochen musste Paterson um seinen Posten fürchten, denn die New York Times hatte - zunächst nur in einer einfachen Meldung - Ende Februar berichtet, dass sich der Gouverneur persönlich für seinen Chefberater und Freund David Johnson eingesetzt hatte. Dass es sich dabei eigentlich um eine Familienangelegenheit handelte, kümmerte alsbald niemanden mehr, denn in den USA ist man in solchen Fällen sehr schnell in krimalpolizeiliche und/oder gerichtliche Untersuchungen verwickelt. Was also als ein Anruf unter Freunden begonnen hatte, entwickelte sich in den Medien rasend schnell zu einem handfesten Skandal:

Statement from Governor David A. Paterson

LocalDavid Johnson, top Gov. Paterson aide at center of abuse scandal ...

Paterson aide Johnson speaks

Keep aid to fight domestic violence

New York Times' Paterson Story: Paterson Aide David W. Johnson Sold Cocaine, Has Violent History 

Ron Hart: True tales of political intrigue ... and tickling

Glaubte Paterson zu Beginn der Skandalkampagne noch, den Deckel irgendwie auf dem Topf halten zu können - schließlich hatte er gerade seinen Wahlkampf für seine Wiederwahl begonnen - so trat er schließlich die Flucht nach vor an.  Und dass er vor Politiker-Gift - vor offenen und öffentlichen Bekenntnissen also -  keine Angst hat, das hatte er schließlich schon ganz zu Beginn seiner Amtszeit bewiesen:

New York : Drogenbeichte des neuen Gouverneurs

"Auch ich hatte eine Geliebte“


Rücktritt von New Yorker Gouverneur nach Skandal: Öffentliche Erklärun... 

New York Kolumne Der Meister der schwarzen Kunst

Nach Spitzers Fall Blinder wird neuer Gouverneur New Yorks

Gov. David A. Paterson


New York State Governor David Paterson opening the 2008 Tribeca Film Festival./David Shankbone/GNU-free Documentation License/Wikimedia Commons

David Paterson – Wikipedia

Kopf des Tages: New Yorks neuer Gouverneur David Paterson 

Blinder Schwarzer wird Gouverneur in New York - netzeitung.de

NY. Gov. Paterson , wife admit they had several affairs.(David ...

Doch trotz des Exoten-Status: Es lief nicht gut für David Paterson in New York. Das Volk jubelte lieber dem charismatischen Barack Obama zu, die New Yorker halten generell nicht allzuviel von den Männern an der Spitze ihrer Stadt, ja viele wollten sogar ihren alten Sexskandal-Gouverneur zurück. Und zeitweise sah es auch so aus, als ob demnächst ein Bill Clinton oder gar eine Kennedy im Governeurspalast einziehen wollte:


Umfrage: New Yorker wollen Skandal-Gouverneur Spitzer zurück



DER SPIEGEL - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten

Außer Acht lassen kann man in NYC auch die Leute nicht, die - offen oder verdeckt - eine Wiederbelebung bzw. das Erstarken von Black Power befürchten - ganz besonders jetzt, in Zeiten des neuen schwarzen Präsidenten. Doch ebensoviele Amerikaner sehen besorgt, dass mit Patersons Karriere auch gleichzeitig eine besondere Aera zuendegeht:

Der Jubel von Harlem

From Harlem to Albany - Interactive Feature - NYTimes.com 

Rangel, Paterson and a Harlem Political Dynasty's Fall

The fall of the Harlem Clubhouse

Sun setting on Harlem 

David Paterson to Become First African American Gov in NY History ... 


Ethics clouds over Rangel and Paterson are the talk of political Harlem

Harlem's rich political culture faces uncertain future

Harlem's new political elite - latimes.com  

NewsRep. Charles Rangel, Congressman Gregory Meeks and Rev. Sharpton: Let Gov ...

Sharpton calls meeting of black leaders in Harlem to discuss Gov ... 

Influential NYC black leaders say Gov. Paterson should stay in ...

Ob nun der Aufmarsch der alten Aktivisten dem Gouverneur mehr geschadet als genützt hat, sei dahingestellt, Tatsache ist, dass ihn immer weniger New Yorker auf diesem Posten sehen wollen. Selbst der Rücktritt zweier hoher Polizeibeamter konnte den Niedergang nicht mehr aufhalten:

NY State Police loses second chief in 2 weeks

In Swirl of Paterson Scandal, 2nd State Police Superintendent Quits


New York police chief Harry Corbitt resigns over domestic violence scandal

NY state police chief abruptly quits amid scandal 



Less Than Half of New Yorkers Want Gov. Paterson to Finish His Ter

New York Gov. David Paterson says he won't resign

Paterson Not Resigning, Says He's Victim Of Hysteria - NY1.com  

Paterson's Ability to Lead Is Questioned

Fleeing a Sinking Governorship

Hey Dave, Just Kiss Your Election Dreams Goodbye 

Klar, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen...Und auch dafür nicht, dass einem die lieben Parteifreunde in den Rücken fallen:

NY Sen. Gillibrand: Paterson should resign

National Democrat leader noncommittal on Paterson

Ethics panel accuses Paterson  

NY Gubernatorial Race: A New Republican Enters the Ring

NY governor in hot water, 2nd-in-command steps up

David Paterson: I Leaked Damaging Information About Myself - Political Hotsheet - CBS News

Paterson: I was the NYT source — UPDATED - Glenn Thrush - POLITICO.com

Paterson says he made initial leak to media - washingtonpost.com 

Was bleibt? Paterson wahrscheinlich bis Ende des Jahres Gouverneur. Viele Menschen, die sich den Kopf zerbrechen, wofür die Kapitulation des Politikers denn nun stehen mag. Und einige kluge (schwarze) Köpfe, die sich um Antworten bemühen:

Neither Conspiracy Nor Post-racialism

G. Derek Musgrove: CBC Investigations are Neither Conspiracy Nor Post-Racialism

Und es bleibt ein Nachfolger, der schon ganz ungeduldig mit den Hufen scharrt, und der sich in der Zwischenzeit schnell aus der Schußlinie manövriert:

Cuomo Recuses Himself in Paterson Probe - WSJ.com

New York AG Cuomo recuses himself from probe of Gov. Paterson - washingtonpost.com

New York AG names ex-judge to investigate Paterson - The Boston Globe

Cuomo will Gouverneur werden: Ein Stachel im Fleisch der Wall Street 

Und es bleibt vor allem ein schaler, bitterer Geschmack beim Lesen der New York Times. Das Blatt ließ es sich am Ende nicht nehmen, Mitgefühl auszudrücken für David Patersons 83-jährigen Vater. Der war selbst Anfang der 1970iger Jahre demokratischer Vize-Gouverneur von New York. Mehr konnte man als Schwarzer Politiker damals nicht werden, aber die Menschen haben Basil Patterson auch heute noch gut in Erinnerung - als aufrechten Politiker und als warmherzigen Menschen. Schön zu wissen, dass er zu Hause warten wird auf seinen Sohn David.

Basil Paterson - Wikipedia, the free encyclopedia 

This Whole Mess the State Is In Is Really Hard on David Paterson's Dad

Trying Times for Father of New York's Governor  By SAM ROBERTS

The New York Times
"...It has not been much easier being Governor Paterson’s father.
Basil A. Paterson, 83, has spent a lifetime developing and polishing a reputation as a political player of instincts and wisdom. Across his career, he has served as New York’s secretary of state, was appointed deputy mayor of New York and for the last several decades has worked as a labor negotiator and as a lawyer.
“It’s been very difficult for Basil to watch this happen to his son,” said Harold Ickes, a Democratic consultant who has known the Patersons for decades.
“David has enormous talents and strengths and also has some weaknesses,” Mr. Ickes said. “Basil is one of the singularly most talented, sophisticated, subtle people I know, and is very wise to the world generally and to the political world in particular. He watches this with very deep, deep concern first and foremost because of the son that he loves.”