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Sonntag, 27. Februar 2011

CHECK IT OUT, BABY! (2) - Picking up the Oscars?

Actress Mo'Nique and The Academy of Motion Picture Arts and Sciences President Tom Sherak announce the Best Actress nominations for The 83rd Annual Academy Awards on Tuesday, Jan. 25, 2011 in Beverly Hills, Calif. (AP Photo/Matt Sayles) Don't blame Oscars for lack of black nominees

Heute Abend werden sie wieder verliehen, die heißersehnten Film-Oscars – doch Black America weiß schon jetzt, dass es leer ausgehen wird, denn es sind erst gar keine Schwarzen nominiert worden. Lediglich Mo’Nique hat die Oscar-Kandidaten im Januar offiziell ankündigen dürfen, was die Schwarze Presse zum Anlass nimmt, darauf hinzuweisen, dass diese Oscar-Verleihung die weißeste seit zehn Jahren sein wird. 

In 2009, Morgan Freeman tied Denzel for most nominations for a black actor with 5 (he was up for best actor for Invictus). He won the best supporting actor award for Million Dollar Baby in 2004.     Slideshow: Most memorable African-American Oscar moments 

Auch schon in den letzten Jahren ist eine offensichtliche Benachteiligung der Schwarzen Hollywood-SchauspielerInnen immer wieder von der Black Community beklagt worden (und von der Filmindustrie und den Kritikern natürlich stets lautstark bestritten worden), diesmal allerdings bezeugt ein ganz besonderer Medien-Affront die Missachtung der Mainstream-Medien  und des Big Movie-Business gegenüber seinen Afro-amerikanischen Protagonisten: In einem ausführlichen Vorfeld-Bericht über die Oscars und seine Gewinner hat die weltweit meistgelesenen US-Zeitung „New York Times“ Oscar-Preisträgerin Whoopie Goldberg einfach unter den Tisch fallen lassen. Die Schauspielerin zeigte sich tief betroffen und reagierte auch empfindlich in ihrer TV-Show auf diesen in den USA bislang einzigartigen Affront, schließlich gehöre sie zu den sehr wenigen Menschen (12!) in der Show-Branche, die es geschafft haben, die Verleihung von EMMY, GRAMMY, OSCAR und TONY-Awards in ihrem Lebenswerk zu vereinen. Und:

"...The error lies with those who are reading the story incorrectly. The point of the piece was not to name every black actor or actress who has been awarded an Oscar, it was to draw a comparison between the number who won prior to 2002 (the year Halle Berry and Denzel Washington won) and those who have won since. And the story states very clearly that in 73 years, prior to 2002, only seven black actors/actresses won Oscars..."

Die Zeitung hat sich mittlerweile aufwändig bei der Schauspielerin entschuldigt, doch die – auch für ihre Meinungsfestigkeit berühmt - ist bislang noch nicht besänftigt. 

Fact Check: New York Times Snubs Whoopi Goldberg In Oscar Feature 

Allerdings ist ausgerechnet Miss Goldberg nicht der Meinung, dass es sich bei der Nicht-Berücksichtigung Schwarzer SchauspielerInnen bei den Oscar-Nominierungen um einen nachhaltigenTrend handelt. 

Trotzdem erinnern die Schwarzen Medien an glanzvolle, historische Verleihungen für Black America und lassen noch einmal die Wichtigkeit durchscheinen, die diese Auszeichnung besonders für viele Afro-Amerikaner über die Jahrzehnte bekommen hat. 

Theaters Short On Black Movies In 2010


Und die Medien fragen natürlich auch nach, woran die schlechte Aufstellung Schwarzer Filme und SchauspielerInnen liegen könnte und wie ihre Position in der Filmwirtschaft und in den Studios in Zukunft verbessert werden kann.
Die unabhängigen Filmemacher Amerikas haben da möglicherweise schon einen Weg gefunden: Sie haben im Vorfeld des diesjährigen Sundance Film-Festivals einen Verbund gegründet, der die Interessen der Schwarzen Filmarbeiter verstärkt vertreten soll. Das renommierte Filmfestival und seine Macher haben sich ohnehin stets um den Black American Film in besonderem Maße bemüht, und auch 2011 – wo u.a. Harry Belafontes Dokumentarfilm „Sing your Song“ (Berlinale) erstmals aufgeführt wurde – wurde dort wieder Bemerkenswertes auf den cinematographischen Weg gebracht.

Halle Berry – ebenfalls Oscar-Preisträgerin – hat in diesen Tagen andere Sorgen als die, nicht nominiert worden zu sein. Die Schauspielerin befindet sich in einem heftigen Sorgerechtsstreit um ihre 2-jährige Tochter Nahla. Zeitweilig stieg sie deshalb auch aus den Dreharbeiten zu "New Years Eve" aus, um sich ganz auf die Verhandlungen und die Sicherheit ihrer Tochter konzentrieren zu können. Miss Berry war mit Gabriel Aubry verheiratet, der ihr nun nicht nur das gemeinsame Kind entziehen lassen will (u.a. weil es angeblich wie er weiß ist), sondern der sie auch mit dem N-Word  wiederholt aufs Übelste rassistisch beleidigt haben soll.
Zuvor schon war Halle Berry wochenlang kontroverses Thema in den Medien, denn sie hatte es abgelehnt, die Rolle von Soul-Diva Aretha Franklin in einer filmischen Biografie der schwer an Krebs erkrankten Sängerin zu übernehmen. Miss Franklin hatte sich Berry aus- und nachdrücklich gewünscht, doch die versuchte so sachte wie nur irgend möglich aus dieser Sache wieder herauszukommen.
In New York wurde dieser Tage der Nachlass von US-Sängerin, Schauspielerin und Bürgerrechts-Aktivistin Lena Horne versteigert, die im vergangenen Jahr verstorben war. Mit dabei bei der Auktionsmasse war ihr Appartement ebenso wie Einrichtungs-und Kunstgegenstände und persönliche Dinge wie Schmuck und Gaderobe.

NYC sale of Lena Horne's belongings nets $316,000

Eine andere Schwarze Sängerin und Schauspielerin macht sich auf zu neuen musikalisch-filmischen Ufern: Mary J. Blige hat eine Rolle an der Seite von Tom Cruise übernommen in der Verfilmung des Musicals “Rock of Ages“. 

Mary J. Blige Added To Musical Film 'Rock Of Ages,' Joins Tom Cruise


Auch Beyoncé hat gute Neuigkeiten: Sie wird wahrscheinlich zusammen mit Kult-Regisseur Clint Eastwood eine Neuverfilmung (die 4.!) von „A Star is Born“ auf die Leinwand bringen und selbst die Hauptrolle übernehmen. 

Viel Musik wird es demnächst also im Kino geben, da überrascht es nicht einmal, dass Will und Jada (Pinkett-)Smith (zusammen mit Jay-Z und mit Sony) das Musical „Annie“ neu verfilmen wollen. Natürlich ist die Titelrolle für Tochter Willow vorgesehen – ganz egal, was es kostet und dass das Musicalgirl im Original mit ihren leuchtend roten Haaren nicht ganz demTyp der 10-jährigen Willow entspricht. 

Willow Smith to star in big screen remake of 'Annie'


Die Art und Weise wie die Smiths die Karrieren ihrer noch jungen Kinder pushen, hat übrigens in Black America gerade eine scharf geführte Kontroverse ausgelöst: Die Bestseller-Autorin Terry McMillan hatte auf Twitter verärgert in Worte gefasst, was viele Schwarze dem Schauspieler-Ehepaar schon lange verübeln: die Vermarktung ihrer Kids um jeden Preis.

Filmemacher Spike Lee hat nicht nur gerade – zusammen mit seiner Frau Tonya Lee Lewis – ein Kinderbuch veröffentlich, der Kult-Regisseur setzt sich auch vorbildlich für die Verbesserung der Bildungschancen Schwarzer Kinder in USA ein. Vor kurzem appellierte er an die jungen Männer in Amerikas Black Community, ihrem und dem Leben der Kinder einen tieferen Sinn und ein männliches, positives Vorbild zu geben und sich für den Lehrerberuf zu entscheiden.
Will Smith und Spike Lee – zwei weltberühmte Schwarze Männer aus dem Film-Business – und zwei völlig verschiedene Ansätze, die Zukunft der Kinder Black Americas auf einen besseren und erfolgreichen Weg zu bringen.


Sidney Poitier is photographed with his Oscar statuette at the 36th Annual Academy Awards in Santa Monica, Calif. on April 13, 1964. He won Best Actor for his role in "Lillies of the Field." (AP Photo) Slideshow: Most memorable African-American Oscar moments




UPDATE










Dienstag, 15. Februar 2011

Berlinale: "Sing your Song" - for all and evermore, Harry Belafonte!


Berlinale Sing Your Song Standing-Ovations für Harry Belafonte

Seine Stimme ist so warm und faszinierend wie eh und je. Ein kleines bisschen angeraut, trägt sie das Charisma ihres Besitzers mühelos hinüber zu den Zuhörern der Berlinale-Pressekonferenz: Harry Belafonte ist nach Berlin gekommen, um zusammen mit seiner jüngsten Tochter Gina einen nicht nur für ihn ganz besonderen Film vorzustellen.

„Sing your Song“ ist nicht nur ein aufwändiger Dokumentarfilm über das viele jahrzehntelange, ereignisreiche Künstler-Leben des Sängers und Schauspielers Harry Belafonte, der Film erzählt auch und vor allem von seinem starken Engagement für die Bürgerrechtsbewegung in den USA und für internationale Friedens- und Menschenrechts-Initiativen.

Belafonte auf der Berlinale: "Ich war ein Dieb" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur

Dass er diesen Film gerade hier in Berlin weltweit präsentieren kann, freut den 84-Jährigen ganz besonders, denn hier trat er 1957 im Steglitzer Titania-Palast zum ersten Mal vor einem deutschen Publikum auf, und in Deutschland – in Hamburg – beendete er vor zehn Jahren auch seine Weltkarriere, so erinnert er sich. Auch in Ost-Berlin hat er schon lange vor der Maueröffnung auf der Bühne gestanden, unvergessen ist sein Auftritt zusammen mit Udo Lindenberg im Jahre 1983 in „Erichs Lampenladen“.

Belafonte auf der Berlinale: "Ich war ein Dieb" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur

Dass der Film ihm ein ganz besonderes Anliegen ist, sagt Harry Belafonte auf dieser Pressekonferenz – und das das wirklich so ist, merkt man an der Intensität und an der Ausdauer, mit der er erzählt. Niemand der ansonsten doch recht durchsetzungskräftigen Journalisten wagt es, den Mann zu unterbrechen: Nur seine sanfte Stimme erfüllt den Raum - man möchte ihr ewig lauschen…



Photos from Sing Your Song


Belafonte berichtet, dass für ihn Marlon Brandos Tod der Auslöser für diesen Film gewesen sei. Neben der Trauer um den Jugendfreund und langjährigen Weggefährten habe er einen starken Schmerz darüber gespürt, dass nun niemand mehr die andere, die mindestens ebenso wichtige Geschichte von Brando würde erzählen können. Niemand würde nun je erfahren, dass die Filmlegende auch ein sehr engagierter Bürgerrechtler gewesen war, der z.B. an der Seite von Dr. Martin Luther King jr. und mit vielen, vielen anderen durch den Süden der USA marschiert war. Diese Geschichte von Marlon Brando, vor allem aber seine eigene und die des Kampfes für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt will Harry Belafonte nun mit „Sing your Song“ erzählen und der Nachwelt als aussagekräftiges Zeitdokument hinterlassen. 

Photos from Sing Your Song

Als Regisseurin konnten Belafonte und seine Tochter Gina, die nicht nur als Co-Produzentin sondern auch als Beraterin beteiligt ist,  Susanne Rostock gewinnen. Die erfahrene Dokumentar-Filmfrau musste zunächst unzählige Meter Film sichten, auswerten und auswählen, um schließlich das aussagekräftige Dokumentar-Film-Porträt zu erschaffen, das nun aus dem Belafonte-Projekt geworden ist.

Belafonte auf der Berlinale: "Ich war ein Dieb" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur

Am Samstag hatte "Sing your Song" dann internationale Premiere im Friedrichstadtpalast, nachdem der Film im Januar schon beim (US-Independent Film)-Sundance Festival gezeigt worden war. Als Ehrengast war Udo Lindenberg, der gute Freund von damals, geladen, und vor der Vorstellung erhielt Harry Belafonte unter großem Applaus eine Ehren-Berlinalekamera für sein Lebenswerk verliehen. Das sichtlich berührte Publikum dankte dem Künstler dann aber vor allem nach der Vorführung seines Films mit minutenlangen Standing Ovations.

Spiegel online hat Harry Belafonte zu seinem Film und seinem Leben befragt: 


Belafonte auf der Berlinale: "Ich war ein Dieb" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur

Dienstag, 25. Januar 2011

CHECK IT OUT, BABY! - Celebrities, Music, Films, Shows, Books and much more

Michelle Obama / Foto, Danke!: 2011 Will Be The Year Of The Black Woman


Mit zwei neuen Kolumnen wollen wir Ihnen zu einem vielfältigeren und regelmäßigeren Einblick in Amerikas Black Community verhelfen: „Check it out, Baby!“ wird Ihnen zeitnah hauptsächlich von den aktuellen Ereignissen der Kulturszene und des Alltags Schwarzer Amerikaner berichten. In der zweiten Kolumne – noch ist sie namenlos - wird unser Blick dann gerichtet sein auf die Bereiche Politik, Bildung, Finanzen, Diskriminierung und Geschichte. Wir freuen uns auf Sie als unseren regelmäßigen Leser und hoffen, Ihnen hier stets ein lebendiges und interessantes Bild von Black America und seinen Menschen vermitteln zu können.

Foto, Danke!: Oprah's OWN Missed Opportunity
Quotenkönigin der ersten Wochen des neuen Jahres ist ganz ohne Zweifel Fernseh-Superfrau Oprah Winfrey: Sie wechselte mit einem eigenen brandneuen Sender ins US-Pay-TV. Dort wird sie in Zukunft nicht nur ihre eigene Kult-Show präsentieren, es soll auch reichlich Raum und Sendeplätze geben für ganz neue, publikumsgerechtere Formate und für Leute von der Straße, die sich eine Show-Karriere zutrauen. Black America nahm den Wechsel der TV-Lady und den Start von OWN Network mit gemischten Gefühlen auf: Die einen bemängelten, dass durch das Bezahlformat nun viele treue Fans vom Empfang ausgeschlossen seien und dass man inhaltlich mit so viel medialem Aufwand weitaus mehr hätte herausholen können aus dem neuen Sender. Die anderen freuen sich über die neuen Möglichkeiten der Identifikation mit Black America auf der Showbühne oder im Talkstudio und an den explodierenden Einschaltquoten. Oprah jedenfalls tut, was sie kann: Sie plaudert und sie enthüllt unentwegt, gerade am Montag präsentierte sie nach spannender, geheimnisumwitterter Ankündigung ihre wieder gefundene Halbschwester. Im Februar wird sie in Hollywood zusammen mit Halle Berry die Oscar-Verleihung moderieren.

Auch in Deutschland sehr beliebt: die Huxtables/ Foto, Danke!: It Will Take More Than a 'Muslim Cosby Show'

Bestens bekannt – über Jahrzehnte und Generationen – ist auch hierzulande die Bill Cosby-Show, die damals zum ersten Mal enthüllte, dass auch Schwarze ein ganz normales, bildungs- und kultur-geprägtes Familienleben führen können und wollen. Die Annäherung an das für viele schwierige Thema Rasse via Comedy hat die Stimmung und das Zusammenleben von Schwarz und Weiß in USA ganz ohne Frage mehr aufgelockert als zahllose soziologische Fachbücher oder Uni-Vorlesungen. Und die Wirkung hält bis heute an. In diesem Zusammenhang hat gerade eine US-Publizistin vorgeschlagen, doch eine Art Cosby-Show über das Leben von Muslimen zu erschaffen, um das schwierige Zusammenleben in Zeiten des Terrors zu erleichtern. Natürlich gab es sogleich Gegenvorschläge, und auch die alte Diskussion vom für viele Schwarze viel zu angepassten und den Weißen gegenüber angeblich zu devoten Bill Cosby wurde auch wieder aus der Versenkung geholt und neu diskutiert.

Durch die Cosby-Show bekannt wurde damals auch Raven Symoné, die kesse Kleine mit dem unwiderstehlichen Augenaufschlag, die zum Ende der Serie hin als Stief-Enkeltochter in die Familie Dr. Huxtables kam. Natürlich ist aus ihr längst eine erwachsene Frau geworden, doch in diesen Tagen schaffte sie es erneut, Black America zu verblüffen: Raven Symoné hatte mehr als erfolgreich gegen viele Kilos Übergewicht angekämpft und überraschte nun  damit, fast genauso süß anzuschauen zu sein wie vor 20 Jahren. Allerdings hätte sich die junge Frau die Aufmerksamkeit lieber aus anderem Grund gewünscht, irgendwie ist ihr die Sache peinlich…

Raven Symoné ist wieder ein Hingucker/ Photo, Danke!: Former 'Cosby Show' Star Raven-Symone Opens Up About Weight Loss & Struggles

Noch über eine andere Show gilt es zu berichten: auf CNN hat der britische Talkmaster Piers Morgan das Mikro von Urgestein Larry King übernommen. Einer seiner ersten Gäste - gleich nach Oprah Winfrey - war Condoleezza Rice, George W. Bush’s ehemalige Sicherheitsberaterin im Weißen Haus und Außenministerin, die sich bislang immer sehr zurück gehalten hatte mit Interviews. Der als frech bekannte Moderator fragte sie dann auch u.a., was wohl alle immer schon mal wissen wollten: warum sie nicht verheiratet ist, ob sie glaubt, was Besseres zu sein und wie es ist, so als Schwarze Frau. 


Condoleezza Rice / Foto, Danke!: Piers Morgan Interviews Condoleezza Rice, Asks Why She is Not Married, Black Women Cringe

Übrigens ist das Jahr 2011 in Black America der Schwarzen Frau gewidmet. Das Thema „Schwarze Frau“ ist aber ohnehin sehr lebendig in den Schwarzen Medien und in der Community. Dabei geht es aber bei Weitem nicht nur um tolle Outfits oder um die kontroverse Debatte, wie frau ihr Haar tragen sollte - natur, geglättet, gefärbt usw… - sondern oft darum, wie sie wahr genommen wird in der Öffentlichkeit und im Alltagsleben, die Schwarze Frau, wenn sie nicht gerade eine Berühmtheit ist. Als Celebrity kann es ihr ergehen wie Venus Williams, die ständig wegen ihrer knappen Tennis-Outfits in der Kritik steht

Venus Williams / Fotos, Danke!: Are Venus Williams' Tennis Outfits a Distraction?


Eine neue Studie hat allerdings gerade behauptet, sichtbar sei die Schwarze Frau fast überhaupt nicht – sie sei so etwas wie unsichtbar in der Gesellschaft. So ganz kann das nicht stimmen - nicht mal auf dem Lande und im tiefsten Süden, auch wenn man sich in diesem Fall wohl doch viel weniger Aufmerksamkeit wünschen würde für die betroffenen jungen Mädchen. Ganz besonders stimmt es natürlich nicht, wenn man an Amerikas First Lady denkt. Sie gilt mittlerweile weltweit als absolute Stil-Ikone und als perfekt präsentables Aushängeschild ihres Landes. Und wer Michelle Obama auf dem Staatsbankett zu Ehren des chinesischen Präsidenten gesehen hat, der kann von dieser Einschätzung wirklich nicht überrascht sein. Allerdings steht auch sie - als Schwarze Frau des Schwarzen Präsidenten - ständig im Kreuzfeuer der Kritik.

First Lady in Red  Foto, Danke!: First Lady in Red
Slideshow: Obamas stun at state dinner for China


 

Sonntag, 10. Oktober 2010

Soul-Legende Solomon Burke stirbt im Flugzeug nach Europa

Preisträger Burke (2003): Mehrere Grammys gewann der Soul-Veteran in seiner 50-jährigen Karriere./Foto: AP/DANKE!/ "Architekt amerikanischer Musik": Soul-Legende Solomon Burke ist tot - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
Eine Legende ist er gewesen - und einer, der sich viele Strapazen zugemutet hat, um seine Musik, seine Stimme nach wie vor persönlich  - und nicht nur auf kleinen, glänzenden Scheiben -  zu seinen Fans überall auf der Welt zu bringen: Solomon Burke. Heute ist der Sänger auf dem Weg von USA zu neuen Konzerten in Europa kurz vor der Landung des Flugzeugs in Amsterdam gestorben.

Das Reisen fiel dem 70-Jährigem sichtbar schwer in den letzten Jahren, er saß - mittlerweile auch während seiner Konzerte auf der Bühne - im Rollstuhl , aber seiner Stimme, seinem legendären Sound und seiner Soulpower konnten weder Krankheit noch Alter und Übergewicht etwas anhaben, denn er glaubte, an das, was er sang.
Bildquelle: Rui M Leal / WENN.com/Soul-Sänger Solomon Burke stirbt am Flughafen | PromiFlash.de  /DANKE! 



"Cry to Me": Soulsänger Solomon Burke ist tot - Kultur | STERN.DE
von Thomas Burmeister/DPA

"Kaum jemand hat Gospel, Soul, Blues und Rock & Roll so wunderbar miteinander verschmolzen wie Solomon Burke. Mit 70 Jahren ist der "King of Soul & Rock" jetzt gestorben - in einem Flugzeug, kurz bevor er sein neuestes Album in Europa vorstellen konnte...
...Doch ohne Burke wäre die Welt von Gospel, Soul und R&B erheblich ärmer. Er hat etliche Hits geschrieben, aber einer überragt alle und gehört tatsächlich in die Kategorie "unsterblich", allein schon weil er bis heute immer wieder gecovert wird: "Everybody Needs Somebody to Love".
Kaum hatte Burke den Ohrwurm 1964 veröffentlicht, stellten ihn die Rolling Stones in einer Bluesrock-Variante vor. Wilson Picket, die Blues Brothers und viele andere schlossen sich an. Mit einem Song landete Burke sogar zweimal einen Superhit: "Cry to Me" eroberte die Charts in den Sechzigern und wurde 20 Jahre später noch einmal ein Welthit durch den Hollywood-Film "Dirty Dancing".
Bestimmt hätte Burke ihn jetzt auch wieder als Höhepunkt des Konzertes gesungen, das für Samstag im Amsterdamer Club "Paradiso" geplant war. Es war ausverkauft, wie die meisten Auftritte des Altmeisters, der sich in den letzten Jahren einer fast noch größeren Beliebtheit erfreute als in den Sechzigern...."

Der amerikanische Soulsänger Solomon Burke (Archivfoto vom 27.07.2007) ist tot/Foto: DPA/DANKE!/ Musik: Soulsänger Solomon Burke gestorben - Diverses - FOCUS Online

Soul: US-Sänger Solomon Burke ist tot | Kultur | ZEIT ONLINE 
 dpa/AFP
"Eine Sprecherin des Flughafens von Amsterdam-Schiphol bestätigte den Tod des als "King of Soul" bekannten Sängers. Burke sollte gemeinsam mit der niederländischen Gruppe De Dijk am Dienstagabend in Amsterdam ein Konzert geben. Über die Umstände seines Todes ist bislang nichts bekannt. Auch ob er im Flugzeug oder erst am Flughafen gestorben sei, konnte die Sprecherin nach der Ankunft seines Flugzeugs aus Los Angeles nicht sagen....
...Im Jahr 2001 wurde der Sänger, dessen Stil vom Gospel inspiriert ist, in die "Hall of Fame" des Rock'n Roll aufgenommen. 2002 erhielt er den Grammy für das beste Blues-Album für Don't give up on me...."

Solomon Burke im Grammy Museum in Los Angeles am 28. September 2010: "Die Kids halten mich für einen großen, schwarzen Weihnachtsmann"© Fred Prouser/REUTERS/DANKE! Soul: US-Sänger Solomon Burke ist tot | Kultur | ZEIT ONLINE
Musik: Soulsänger Solomon Burke gestorben - Diverses - FOCUS Online

Soul-Sänger Solomon Burke stirbt am Flughafen | PromiFlash.de

"Architekt amerikanischer Musik": Soul-Legende Solomon Burke ist tot - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
bor
"Soulsänger, Prediger, Bestattungsunternehmer: Solomon Burke wurde nie so berühmt wie Otis Redding oder Wilson Pickett, doch unter Rockstars gilt er als Vorbild und einer der Architekten moderner amerikanischer Musik. Im Alter von 70 Jahren ist der Schöpfer von Hits wie "Cry To Me" nun gestorben.
...Solomon Burke war ein Missionar in Sachen Musik. Trotz beeindruckender Körperfülle und fortgeschrittenen Alters war der Blues- und Soulsänger geradezu rastlos auf Reisen, um aufzutreten, Konzerte zu geben, das Wort Gottes zu verkünden...

....Burke, 1940 in Philadelphia geboren, wurde nie so berühmt wie seine Zeitgenossen Otis Redding oder Wilson Pickett, dennoch gilt der gewichtige Sänger in Musikerkreisen als "einer der größten Soulsänger - vielleicht der größte", wie der legendäre Gründer von Atlantic Records, Ahmet Ertegun, es einmal formulierte. Tom Waits bezeichnete Burke als "einen der Architekten amerikanischer Musik". Und Mick Jagger gab einst offen zu, dass er versucht habe, Burkes Gesangsstil zu imitieren.
Seinen ersten Hit hatte Solomon Burke 1961 mit dem Country-Song "Just Out Of Reach (Of My Two Open Arms)", es folgten weitere 32 Singles auf Atlantic Records. Burkes Mischung aus Pop, Blues und Gospel galt als Essenz amerikanischer Soulmusik und definierte das, was in den Folgejahren zum Erfolgsrezept R'n'B wurde. Zu Burkes bekanntesten Songs zählen "Cry To Me", das in den achtziger Jahren noch einmal durch den Einsatz im Schmacht-Blockbuster "Dirty Dancing" zum Hit wurde, und die Uptempo-Nummer "Everybody Needs Somebody To Love", ein Standard, der sowohl von den Rolling Stones als auch von Wilson Pickett und schließlich den Blues Brothers gecovert wurde.
Als Jugendlicher machte Solomon Burke eine Ausbildung zum Bestattungsunternehmer und arbeitete in der Firma seines Onkels. Zeitweise unterhielt er auch ein eigenes Bestattungsunternehmen in Los Angeles. Seit frühester Kindheit fühlte sich Burke zum katholischen Glauben hingezogen. Als junger Erwachsener predigte er in Philadelphia, moderierte später eine Gospelsendung im Radio und war zum Schluss spiritueller Führer der Weltkirche House of God for all People. Seine tiefempfundene Frömmigkeit hielt ihn jedoch nicht von zahlreichen Lebensfreuden ab. Angeblich hat Burke mehr als 90 Enkelkinder, wie er selbst vor zwei Jahren beim französischen Jazzfestival Juan Les Pins angab..."

Burke im Amsterdamer Konzerttempel "Paradiso" (1986): "King" Solomon nannte sich der gewichtige Sänger gerne selbst/Foto: Spiegel online.de/Corbis/DANKE!"Architekt amerikanischer Musik": Soul-Legende Solomon Burke ist tot - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur


Solomon Burke ist tot - König des Souls im Flugzeug gestorben - Kultur - sueddeutsche.de

"....Immer wieder bewies Burke, dass er etliche Stile bis hin zur Countrymusik bestens beherrschte. Kein Wunder, dass 2006 Country- Größen wie Dolly Parton, Patty Loveless und Emmylou Harris dem im wahrsten Sinne des Wortes schwergewichtigen Star ihre Referenz erwiesen und mit ihm das Erfolgsalbum "Nashville" aufnahmen.
Begonnen hatte Burke seine Laufbahn wie so viele schwarze Stars in der Kirche. Der in Philadelphia geborene Katholik war ein leidenschaftlicher Prediger. Den Durchbruch erreichte er schon als 14-Jähriger mit dem Gospelsong "Christmas Presents from Heaven".
Im Frühjahr ging Burke, der 21 Kinder und 90 Enkel hinterlässt, nach einer Riesenfete zu seinem 70. noch einmal als "King of Rock & Soul" auf Welttournee. Gestorben ist er nicht ohne einen Nachlass: Mit der niederländischen Rockband De Dijk spielt er 13 Song für sein letztes Album ein, das er in Amsterdam vorstellen wollte. Es heißt "Hold On Tight" - Nicht loslassen!

Gospel, Bluegrass, Blues und Country: Solomon Burke, hier mit Verehrern Keith Richards und Kid Rock bei seiner Inauguration in die Rock'n'Roll Hall of Fame (2001), vermengte die Ur-Elemente amerikanischer Musik zu einem originären Soul-Sound./Foto: DPA/DANKE!/ "Architekt amerikanischer Musik": Soul-Legende Solomon Burke ist tot - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur

US-Soulsänger Solomon Burke gestorben | tagesschau.de

Soul-Legende: Solomon Burke ist gestorben - Hintergründe - Feuilleton - FAZ.NET

Solomon Burke - The Legendary King of Rock & Soul  


Auf Solomon Burkes Homepage sind u.v.a. auch seine Songs zu hören:

Solomon Burke - The Legendary King of Rock & Soul

RIP, Brother Solomon!!!
We will always love you and we thank you for your music!!!

US-Soul-Musiker Solomon Burke - hier während des Montreux Jazz festival - ist im Alter von 70 Jahren gestorben. (© AFP) Solomon Burke ist tot - König des Souls im Flugzeug gestorben - Kultur - sueddeutsche.de
....

Montag, 16. August 2010

NO ANGEL no more - Nadja Benaissa steht seit heute vor ihren Richtern

2003 löste sich die Band vorübergehend auf. Nadja Benaissa nahm sich Zeit für ihre 1999 geborene Tochter Leila. 2005 startete sie dann eine Solokarriere. Obwohl sie im gleichen Jahr im Vorprogramm von Simpley Red auftrat, wollte sich der Erfolg nicht so richtig einstellen © Picture Alliance/STERN.de/Fotostrecke zu: Nadja Benaissa: Der Prozess nach der Medienschlacht - S.3 - Lifestyle | STERN.DE

Nadja Benaissa: Der Prozess nach der Medienschlacht
Von Carsten Heidböhmer/STERN.de

"Ein landesweit bekannter Popstar ist HIV positiv, soll mehrfach ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt und dabei mindestens einen Mann infiziert haben. Die Presselandschaft in Deutschland überschlug sich im April 2009, als diese pikanten Details über Nadja Benaissa bekannt wurden, Sängerin der No Angels. Die Informationen kamen jedoch nicht durch harte Recherche von Journalisten ans Licht der Öffentlichkeit, sondern wurden den Medien auf dem Silbertablett serviert - ausgerechnet von der Staatsanwaltschaft Darmstadt, die derart Intimes in einer Pressemitteilung ausplauderte. Unter anderem heißt es darin, es bestehe der dringende Tatverdacht, "dass die Beschuldigte in den Jahren 2004 und 2006 ungeschützten Geschlechtsverkehr mit 3 Personen hatte, ohne diese zuvor darauf hinzuweisen, dass sie selbst HIV positiv ist"...
...Verantwortlich für diesen medialen Druck ist für viele die freizügige Öffentlichkeitsarbeit der Staatsanwaltschaft Darmstadt. Die Deutsche Aidshilfe sprach von "einer modernen Form der Hexenjagd". Auch ihr Medienanwalt Christian Schertz übte Kritik an den Behörden: Die Abwägung der Interessen hätte dazu führen müssen, "dass eine behördliche Erklärung über den Tatvorwurf hier unterbleibt". Er warf der Staatsanwaltschaft vor, die Pressemitteilung stehe "nicht im Einklang mit den geltenden Vorschriften des Landespressegesetzes".
Genau darauf berief sich damals aber der Sprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt, Ger Neuber. Auf Anfrage von stern.de rechtfertigt er seine damalige Presseerklärung damit, er sei "nach dem hessischen Pressegesetz verpflichtet, so zu handeln". Rückendeckung bekam Neuber von seinem obersten Dienstherrn. Am 29. April 2009 erklärte Hessens Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) im Landtag, dass an der Informationspolitik der Staatsanwaltschaft im Fall Benaissa nichts zu beanstanden sei.
Es geht hier um zwei Prinzipien, die sich widersprechen: Auf der einen Seite steht das Recht der Öffentlichkeit, über laufende Verfahren informiert zu werden. Auf der anderen Seite muss das Persönlichkeitsrecht der betroffenen Person gewahrt werden. Das hessische Landespressegesetz besagt, dass Medien Anspruch auf Information durch die Behörden hätten. Es gibt aber Einschränkungen, wie Jochen Wurster, Fachanwalt für Strafrecht erklärt. So bestehe kein Anspruch auf solche Informationen, die persönliche Angelegenheiten Einzelner beträfen und an deren öffentlicher Bekanntgabe kein berechtigtes Interesse bestehe. Die Staatsanwaltschaft hätte demnach von dem Verfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung berichten dürfen - allerdings ohne die HIV-Infektion der Sängerin zu erwähnen.
Die Staatsanwaltschaft hat in diesem Fall eine Abwägung zuungunsten von Nadja Benaissas Persönlichkeitsrechten getroffen. Eine Entscheidung, die auch beim Berliner Landesgericht auf wenig Verständnis stieß. Es untersagte damals der "Bild"-Zeitung, weiter über diesen Fall zu berichten - und kritisierte damit indirekt die Staatsanwaltschaft Darmstadt. Deren Pressesprecher Ger Neuber räumte damals auf Nachfrage von stern.de ein: "Ich muss darin eine Kritik an der hiesigen Pressearbeit sehen."..."


Kein Engel könnte tiefer fallen
Von Christine Keck / Tagesspiegel.de

"...Der Fall von Nadja Benaissa könnte kaum tiefer sein. Von Montag an muss sich die 28-jährige Sängerin der erfolgreichsten Castingband Deutschlands, den No Angels, vor dem Darmstadter Amtsgericht verantworten. Der Vorwurf gegen sie hatte großes Aufsehen erregt. Gefährliche Körperverletzung lautet die Anklage der Staatsanwaltschaft, sie habe ihren Körper als „Biowaffe“ eingesetzt schrieb die Boulevardpresse...


...Aufstieg und Absturz, Erfolge und Burn-out, Millionen verkaufter Alben als glitzernder No-Angel-Star und am Ostersamstag vergangenen Jahres schließlich die Festnahme in einem Frankfurter Nachtclub, kurz vor einer Soloshow. Das Leben von Nadja Benaissa ist eine einzige Achterbahnfahrt, mit vielen Höhen und noch mehr Tiefen. Zehn Tage lang saß die Musikerin in Untersuchungshaft und durfte nur unter strengen Auflagen das Frauengefängnis wieder verlassen. Viele kritisierten damals, die Justiz gebe die Frau der öffentlichen Neugier preis.
Als Infizierte geoutet wurde der Retorten-Popstar in einer Presseerklärung der Ermittlungsbehörden. Ein Vorgehen, das ebenso wie die öffentlichkeitswirksame Verhaftung heftig umstritten war und eine neue Debatte über den Umgang mit HIV-Positiven ausgelöst hat. „Die hessische Justiz will offenbar ein Exempel statuieren“, kritisierte etwa die Deutsche Aids-Hilfe und bezeichnete die spektakuläre Festnahme vor einer Disco als unverhältnismäßig...

...Dabei kennt sie die Ängste, die das Virus auslöst, genau. „Es ist immer noch ein Ausnahmezustand“, gestand sie in einem Fernsehinterview und erzählte, wie sehr sie dafür gekämpft habe, dass nicht alle Welt von ihrem Geheimnis erfahre. Nur wenige Vertraute wussten Bescheid, ihre Tochter, inzwischen zehn Jahre alt, gehörte nicht dazu.
Einen Neuanfang wünscht sich der Star, der längst keiner mehr ist. Die letzte Tour mit den No Angels hatte die alleinerziehende Mutter im vergangenen Mai kurzfristig abgesagt – aus gesundheitlichen Gründen. Jetzt versucht sie ihr Glück mit einer Biografie, die im Oktober erscheinen soll und die einen einen bezeichnenden Titel tragen wird: „Nadja Benaissa – Alles wird gut.“
Mit der Casting-Band No Angels feierte sie Anfang dieses Jahrtausends große Erfolge. Im vergangenen Jahr sorgte Nadja Benaissa jedoch für ganz andere Schlagzeilen: Die Staatsanwaltschaft Darmstadt machte publik, dass sie HIV-positiv sei - und warf ihr vor, einen Mann mit ungeschütztem Geschlechtsverkehrt infiziert zu haben. Vorläufiger Tiefpunkt einer Karriere, die die Tochter eines marokkanischen Einwanderers an die Spitze der Charts katapultiert hat.

Geboren wurde Benaissa am 26. April 1982 in Frankfurt am Main und wuchs im nahe gelegenen Langen auf. Die Jugend war alles andere als rosig: Mit 14 war sie crackabhängig, mit 17 bekam sie ein Kind © DDP/STERN.de/
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Prozess: In Sachen Nadja Benaissa | Panorama - Frankfurter Rundschau
Autor: Thomas Wolff/FRonline.de  

"...Ein Rundfunkmoderator und sein weiblicher Studiogast reden über Sex. Es geht nicht um das Sexualverhalten der Deutschen, nicht um Sextipps oder -probleme; es geht einzig und allein um das Sexleben der Frau, Nadja Benaissa, geboren 1982 im südhessischen Langen, Sängerin der „No Angels“, die HIV-positiv ist.
Ob das Wissen um ihre Infektion ihren Sex irgendwie verändere, will der Moderator wissen (Benaissa: Ja, natürlich, die Spontaneität sei schon eingeschränkt). Was ihr während des Beischlafs durch den Kopf gehe, will er wissen – Gedanken über die Ansteckungsgefahr, „oder lässt man sich nur auf den Sex ein?“ (Ja, manchmal sei es schwierig, sich einfach fallen zu lassen). Der Moderator dankt am Ende, findet es „verdammt cool“, wie Benaissa auftrete: „Vor einem Jahr hast du zu Recht gesagt, das ist meine private Sache, und jetzt stehst du hier und plauderst doch sehr intimes Zeug aus.“ Warum die Frau das tut, warum sie dem Moderator jede dreiste Frage höflich beantwortet und sich am Ende derart verhöhnen lassen muss, warum sie ihm nicht eine Ohrfeige verpasst und das Studio verlässt – all das ist eigentlich nicht zu begreifen.
Erklärbar wird die Szene im Studio des HR-Jugendsenders YouFM am Welt-Aids-Tag, Dezember 2009, nur, wenn man sich die wechselvolle Geschichte Benaissas vor Augen hält – vor allem die Rolle, die ihr aufgezwungen wurde, seit sie durch eine Festnahme im April 2009 zum „Fall Benaissa“ wurde. Dieser wird ab kommenden Montag am Darmstädter Amtsgericht verhandelt. Die Frage, die dort geklärt werden soll, und die hinter den penetranten Fragen vieler Interviewer steckt: Hat die heute 28-Jährige im Jahr 2004 einen Sexualpartner beim ungeschützten Sex mit dem HI-Virus infiziert – und ihn zuvor nicht über die Risiken informiert?Der Vorwurf lautet auf „vollendete gefährliche Körperverletzung“. Zeuge der Anklage ist ein Frankfurter Künstlerbetreuer, der die Sängerin bereits 2008 angezeigt hat. Dazu kommt der Vorwurf „versuchter gefährlicher Körperverletzung“ in vier weiteren Fällen, die sich seit dem Jahr 2000 zugetragen haben sollen. Weil Benaissa damals noch 17 war, verhandelt ein Jugendschöffengericht: Richter Dennis Wacker, 43, sowie zwei Schöffen, die den Berufsrichter überstimmen können. Sollte das Gericht sie für schuldig halten, drohen der Angeklagten bis zu zehn Jahre Haft. Fünf Prozesstage sind bisher anberaumt.
Dass sich die Tat nach so langer Zeit beweisen lässt, wird von juristischen wie medizinischen Experten angezweifelt. Und die teils reißerischen Geschichten und Spekulationen, die seit der vorübergehenden Inhaftierung Benaissas vor einem Solokonzert im April 2009 durch den Blätterwald rauschten, dürften auch wenig hilfreich gewesen sein. Vor allem Bild-Zeitung und Staatsanwaltschaft machten schon zu Beginn intime Details aus dem Sexualleben der Sängerin publik. Nicht nur ein faires Urteil, sondern auch ein faires Verfahren zu gewährleisten: Das wird für Richter und Schöffen durch diese Umstände zur besonderen Herausforderung.
„No Angels-Star Nadja nachts in der Disco verhaftet!“, meldet der Lokalteil der Bild-Zeitung in seiner Osterausgabe 2009, und: „Es geht um schwere Körperverletzung“. Um welche Art von Verletzung, bleibt offen, bis sich kurz darauf die Staatsanwaltschaft an die Presse wendet. Es bestehe der „dringende Tatverdacht“ gegen „eine 26-jährige Sängerin“, die „ungeschützten Geschlechtsverkehr mit drei Personen hatte, ohne diese zuvor darauf hinzuweisen, dass sie selbst HIV-positiv ist“. Den Namen erwähnt die Staatsanwaltschaft nicht. Jeder kann ihn sich denken. „No Angels-Star Nadja HIV-positiv“ lautet nun die Schlagzeile in der Bild am nächsten Tag. Und: „U-Haft, um Männer vor Ansteckung zu schützen!“
Die groteske Vorstellung verfängt zumindest bei einigen. Von Infizierten, die ihren „Körper als Bio-Waffe“ einsetzen, redet kurz darauf der SPD-Abgeordnete Siegmund Ehrmann; ein Sprecher der Frankfurter Aids-Hilfe, Jörg Litwinschuh, wiederum vergleicht das Vorgehen der Justiz mit einer „Hexenjagd“. In der FR erinnert der Strafrechtler Winfried Hassemer, vormals Verfassungsrichter, daran, „dass das Ermittlungsverfahren im Grunde ein geheimes Verfahren ist“. Und: „Man muss vorsichtig sein, wenn man dieses große Rad anwirft.“
Doch das Rad rotiert bereits auf Hochtouren. Staatsanwalt Ger Neu-ber taucht nun in Talkshows auf, um seine Auskunftsfreudigkeit zu rechtfertigen. In der FR erklärt er im April 2009: Die Behörde habe angesichts der Schwere der Vorwürfe in Kauf nehmen müssen, „den Ruf der jungen Frau in gewisser Weise zu schädigen“.
Heute, kurz vor Prozessbeginn, weist er nach wie vor jede Kritik von sich. „Von uns aus wären wir nie an die Öffentlichkeit gegangen“, sagt er auf Anfrage. Seine Behörde habe auf den „medialen Druck“ reagieren müssen, „weil da ja erhebliche Spekulationen durch die Welt geisterten“. Freilich: Erst die Details der Staatsanwaltschaft haben den medialen Druck so richtig erhöht...."

Beginn im HIV-Prozess - Engel Nadja muss sich vor Gericht verantworten - Aus aller Welt - Hamburger Abendblatt
 

"...Benaissa wird ein Fall von gefährlicher Körperverletzung aus dem Jahr 2004 vorgeworfen, dazu kommen noch vier Fälle von versuchter gefährlicher Körperverletzung aus den Jahren 2000 bis 2004. Da die Angeklagte beim ältesten Tatvorwurf aus dem 2000 erst 17 Jahre alt war, muss sie sich vor einem Jugendschöffengericht verantworten. Der Vorsitzende ist Richter Dennis Wacker (43).
Unter den rund 20 Zeugen sind auch die drei Band-Kolleginnen. Außerdem soll ein Sachverständiger gehört werden. Der Mann, den Benaissa angesteckt haben soll, tritt als Nebenkläger auf.
„Wir erwarten ein großes Interesse“, sagt der Sprecher des Amtsgerichts, Albrecht Simon. Deshalb wird im Saal 3 des Landgerichts verhandelt, in dem etwa 50 Zuschauer Platz finden: „Das ist der größte Saal der Justiz in Darmstadt.“
Es sind auch besondere Sicherheitsvorkehrungen geplant. So soll es zwei Einlasskontrollen geben - einmal am Haupteingang des Gerichts und dann noch einmal vor dem Verhandlungssaal. Dabei suchen die Beamten auch nach Waffen. Handys müssen ausgeschaltet werden. Fans dürfen keine Fotos machen oder Teile der Verhandlung filmen...."

2008 traten die No Angels dann noch einmal ins Rampenlicht: Mit ihrem Song "Disappear" gewannen sie den Vorentscheid zum Eurovision Song Contest hauchdünn und durften Deutschland in Belgrad vertreten. Der große Abend endete jedoch mit einem Debakel: die vier Sängerinnen landeten auf dem 23. Platz von 25 Teilnehmern © DDP/STERN.de/Fotostrecke zu: Nadja Benaissa: Der Prozess nach der Medienschlacht - S.3 - Lifestyle | STERN.DE


Berliner Kurier - Nadja Benaissa - der gestürtze Engel
Von Uwe Killing/ 

"....Nadja Benaissa zeigt eine erstaunliche innere Stärke. Dabei hatte sie zuvor gestanden, „kaum Kraft zum Weiterleben zu haben“. Das war direkt nach dem 11. April 2009. Damals, am Ostersamstag, war sie auf spektakuläre Weise verhaftet worden: direkt nach dem Auftritt in einer Frankfurter Disco und vor den Augen von Hunderten von Fans.

Zehn Tage saß sie in Untersuchungshaft und stand öffentlich am Pranger. Als „eiskalter Todesengel“ wurde die 28-Jährige in Internet-Foren beschimpft. Ohne Beispiel war das Vorgehen der Staatsanwaltschaft: der Polizeieinsatz bedeutete ein amtliches Zwangsouting.

„Ich dachte, nicht nur mein Leben ist zerstört, auch das meiner Tochter“, so Nadja. Ihre Tochter Leila war damals neun Jahre alt, nicht HIV-infiziert. Das Drama kam für sie ohne Vorwarnung. Sie wurde auf dem Schulhof beschimpft. „Ich wollte es Leila natürlich irgendwann selbst erzählen“, so Nadja, „aber sie war noch so kindlich.“

Im No-Angels-Trubel wirkte Nadja oft selbst noch wie ein Kind. Während die anderen sich selbstbewusst in Szene setzten, besonders die rivalisierenden Alpha-Girls Sandy und Vanessa, saß der jüngste Engel gerne etwas abseits – und konnte wie ein verträumter Teenager schweigen.

Was viele gar nicht wahrnahmen: Sie war oft einfach müde, weil sie sich in jeder freien Minute um ihr Baby kümmerte. Dass sie eine alleinerziehende Mutter war, darüber redete sie anfangs nicht gerne. Genau wie über die unzähligen Bücher, die sie stets mitschleppte und zwischen den Auftritten verschlang.

Nadja Benaissa, Tochter eines Marokkaners und einer Deutsch-Serbin, passt nicht ins Schema heutiger aufgeheizter „Superstar“-Karrieren. Nadja wuchs wohl behütet in einer Reihenhaus-Idylle auf. Sie besuchte das Gymnasium, lernte früh Blockflöte und Klavier, spielte im Schultheater. Doch irgendwann, mit 14 oder 15, rutschte sie ab. Sie schloss sich einer ziemlich rauen Rockband an. Sie geriet an Drogen und an falsche Freunde. Abbruch des Gymnasiums.

Erst mit den No Angels verließ sie das schwarze Loch wieder. Vor den Gästen der Berliner Aids-Gala sagte sie dazu: „Ich wünschte, ich hätte manchmal mehr auf meine Eltern gehört, wenn sie mir immer predigten: ,Nadja, komm nicht so spät nach Hause, geh nur mit den netten Jungs aus – und benutz Kondome!’

Glauben Sie mir, es gibt keinen Tag, an dem ich nicht bereue, in einer einzigen Nacht nicht die richtige Vorsorge getroffen zu haben.“ Nadjas Charakter kann durchaus irritieren. Mal wirkt sie gedankenverloren und abweisend. Und dann ist sie diejenige, die sich im Foto-Studio von allen Girls in die heißesten Posen wirft. Dass sie dabei keine Unschuldsmine auflegt, hat manchen Reporter zu wilden Spekulationen getrieben.

Natürlich erst recht, als die Aids-Story und böse Gerüchte im Internet auftauchten. Anderseits zeigt Nadja in Interviews eine erstaunliche Sprachgewandtheit – und die Fähigkeit, über sich und ihr ungewöhnliches Leben kritisch zu reflektieren.

Auf die Frage, wen sie sehe, wenn sie in den Spiegel schaue, antwortete sie einmal: „Eine junge, mal mehr, mal weniger ausgeglichene, auf gar keinen Fall vollkommene Frau.“

Nachdenklich und trotzdem zuversichtlich: Nadja Benaissa hat alles erlebt – vom glamourösen Aufstieg bis zum bitteren Sturz. ddp/Berliner Kurier


Affäre um Sex trotz HIV-Infektion: No-Angels-Sängerin Benaissa vor Gericht

Prozesse: No-Angels-Sängerin Nadja kommt vor Gericht - Boulevard - FOCUS Online  

Gerichtsprozess: Nadja Benaissa steht ihr schwerster Auftritt bevor - Nachrichten Panorama - Leute - WELT ONLINE 


Artikel vom Beginn der "Affäre Benaissa"

Schwarz, geil und tödlich - SoultrainC - Schwarz auf Weiß - @ myblog.de

„No Angel“ in U-Haft: Ist Benaissa der schweren Körperverletzung schuldig? - Kriminalität - Gesellschaft - FAZ.NET

Nach Nadja Benaissas Verhaftung: Aids-Hilfe: Moderne Form der Hexenjagd - Kriminalität - Gesellschaft - FAZ.NET


Verhaftung von Nadja Benaissa: Staatsanwaltschaft im Kreuzfeuer der Kritik - Lifestyle | STERN.DE


Schlammschlacht um No-Angels-Star: Ende der Unschuldsvermutung - taz.de


In Germany, No Angels Star Nadja Benaissa Faces HIV Charges - TIME

No Angel – Nadja Benaissa unter Verdacht (Panorama, NZZ Online)

FOTOS: Thank you! Dankeschön!

1. Nadja Benaissa /© Picture Alliance/STERN.de
2. © DDP/STERN.de/
3.  Die "No Angels"/© DDP/STERN.de/
 Fotostrecke zu: Nadja Benaissa: Der Prozess nach der Medienschlacht - S.3 - Lifestyle | STERN.DE
4. Nadja/ddp/Berliner Kurier
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