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Sonntag, 27. Februar 2011

CHECK IT OUT, BABY! (2) - Picking up the Oscars?

Actress Mo'Nique and The Academy of Motion Picture Arts and Sciences President Tom Sherak announce the Best Actress nominations for The 83rd Annual Academy Awards on Tuesday, Jan. 25, 2011 in Beverly Hills, Calif. (AP Photo/Matt Sayles) Don't blame Oscars for lack of black nominees

Heute Abend werden sie wieder verliehen, die heißersehnten Film-Oscars – doch Black America weiß schon jetzt, dass es leer ausgehen wird, denn es sind erst gar keine Schwarzen nominiert worden. Lediglich Mo’Nique hat die Oscar-Kandidaten im Januar offiziell ankündigen dürfen, was die Schwarze Presse zum Anlass nimmt, darauf hinzuweisen, dass diese Oscar-Verleihung die weißeste seit zehn Jahren sein wird. 

In 2009, Morgan Freeman tied Denzel for most nominations for a black actor with 5 (he was up for best actor for Invictus). He won the best supporting actor award for Million Dollar Baby in 2004.     Slideshow: Most memorable African-American Oscar moments 

Auch schon in den letzten Jahren ist eine offensichtliche Benachteiligung der Schwarzen Hollywood-SchauspielerInnen immer wieder von der Black Community beklagt worden (und von der Filmindustrie und den Kritikern natürlich stets lautstark bestritten worden), diesmal allerdings bezeugt ein ganz besonderer Medien-Affront die Missachtung der Mainstream-Medien  und des Big Movie-Business gegenüber seinen Afro-amerikanischen Protagonisten: In einem ausführlichen Vorfeld-Bericht über die Oscars und seine Gewinner hat die weltweit meistgelesenen US-Zeitung „New York Times“ Oscar-Preisträgerin Whoopie Goldberg einfach unter den Tisch fallen lassen. Die Schauspielerin zeigte sich tief betroffen und reagierte auch empfindlich in ihrer TV-Show auf diesen in den USA bislang einzigartigen Affront, schließlich gehöre sie zu den sehr wenigen Menschen (12!) in der Show-Branche, die es geschafft haben, die Verleihung von EMMY, GRAMMY, OSCAR und TONY-Awards in ihrem Lebenswerk zu vereinen. Und:

"...The error lies with those who are reading the story incorrectly. The point of the piece was not to name every black actor or actress who has been awarded an Oscar, it was to draw a comparison between the number who won prior to 2002 (the year Halle Berry and Denzel Washington won) and those who have won since. And the story states very clearly that in 73 years, prior to 2002, only seven black actors/actresses won Oscars..."

Die Zeitung hat sich mittlerweile aufwändig bei der Schauspielerin entschuldigt, doch die – auch für ihre Meinungsfestigkeit berühmt - ist bislang noch nicht besänftigt. 

Fact Check: New York Times Snubs Whoopi Goldberg In Oscar Feature 

Allerdings ist ausgerechnet Miss Goldberg nicht der Meinung, dass es sich bei der Nicht-Berücksichtigung Schwarzer SchauspielerInnen bei den Oscar-Nominierungen um einen nachhaltigenTrend handelt. 

Trotzdem erinnern die Schwarzen Medien an glanzvolle, historische Verleihungen für Black America und lassen noch einmal die Wichtigkeit durchscheinen, die diese Auszeichnung besonders für viele Afro-Amerikaner über die Jahrzehnte bekommen hat. 

Theaters Short On Black Movies In 2010


Und die Medien fragen natürlich auch nach, woran die schlechte Aufstellung Schwarzer Filme und SchauspielerInnen liegen könnte und wie ihre Position in der Filmwirtschaft und in den Studios in Zukunft verbessert werden kann.
Die unabhängigen Filmemacher Amerikas haben da möglicherweise schon einen Weg gefunden: Sie haben im Vorfeld des diesjährigen Sundance Film-Festivals einen Verbund gegründet, der die Interessen der Schwarzen Filmarbeiter verstärkt vertreten soll. Das renommierte Filmfestival und seine Macher haben sich ohnehin stets um den Black American Film in besonderem Maße bemüht, und auch 2011 – wo u.a. Harry Belafontes Dokumentarfilm „Sing your Song“ (Berlinale) erstmals aufgeführt wurde – wurde dort wieder Bemerkenswertes auf den cinematographischen Weg gebracht.

Halle Berry – ebenfalls Oscar-Preisträgerin – hat in diesen Tagen andere Sorgen als die, nicht nominiert worden zu sein. Die Schauspielerin befindet sich in einem heftigen Sorgerechtsstreit um ihre 2-jährige Tochter Nahla. Zeitweilig stieg sie deshalb auch aus den Dreharbeiten zu "New Years Eve" aus, um sich ganz auf die Verhandlungen und die Sicherheit ihrer Tochter konzentrieren zu können. Miss Berry war mit Gabriel Aubry verheiratet, der ihr nun nicht nur das gemeinsame Kind entziehen lassen will (u.a. weil es angeblich wie er weiß ist), sondern der sie auch mit dem N-Word  wiederholt aufs Übelste rassistisch beleidigt haben soll.
Zuvor schon war Halle Berry wochenlang kontroverses Thema in den Medien, denn sie hatte es abgelehnt, die Rolle von Soul-Diva Aretha Franklin in einer filmischen Biografie der schwer an Krebs erkrankten Sängerin zu übernehmen. Miss Franklin hatte sich Berry aus- und nachdrücklich gewünscht, doch die versuchte so sachte wie nur irgend möglich aus dieser Sache wieder herauszukommen.
In New York wurde dieser Tage der Nachlass von US-Sängerin, Schauspielerin und Bürgerrechts-Aktivistin Lena Horne versteigert, die im vergangenen Jahr verstorben war. Mit dabei bei der Auktionsmasse war ihr Appartement ebenso wie Einrichtungs-und Kunstgegenstände und persönliche Dinge wie Schmuck und Gaderobe.

NYC sale of Lena Horne's belongings nets $316,000

Eine andere Schwarze Sängerin und Schauspielerin macht sich auf zu neuen musikalisch-filmischen Ufern: Mary J. Blige hat eine Rolle an der Seite von Tom Cruise übernommen in der Verfilmung des Musicals “Rock of Ages“. 

Mary J. Blige Added To Musical Film 'Rock Of Ages,' Joins Tom Cruise


Auch Beyoncé hat gute Neuigkeiten: Sie wird wahrscheinlich zusammen mit Kult-Regisseur Clint Eastwood eine Neuverfilmung (die 4.!) von „A Star is Born“ auf die Leinwand bringen und selbst die Hauptrolle übernehmen. 

Viel Musik wird es demnächst also im Kino geben, da überrascht es nicht einmal, dass Will und Jada (Pinkett-)Smith (zusammen mit Jay-Z und mit Sony) das Musical „Annie“ neu verfilmen wollen. Natürlich ist die Titelrolle für Tochter Willow vorgesehen – ganz egal, was es kostet und dass das Musicalgirl im Original mit ihren leuchtend roten Haaren nicht ganz demTyp der 10-jährigen Willow entspricht. 

Willow Smith to star in big screen remake of 'Annie'


Die Art und Weise wie die Smiths die Karrieren ihrer noch jungen Kinder pushen, hat übrigens in Black America gerade eine scharf geführte Kontroverse ausgelöst: Die Bestseller-Autorin Terry McMillan hatte auf Twitter verärgert in Worte gefasst, was viele Schwarze dem Schauspieler-Ehepaar schon lange verübeln: die Vermarktung ihrer Kids um jeden Preis.

Filmemacher Spike Lee hat nicht nur gerade – zusammen mit seiner Frau Tonya Lee Lewis – ein Kinderbuch veröffentlich, der Kult-Regisseur setzt sich auch vorbildlich für die Verbesserung der Bildungschancen Schwarzer Kinder in USA ein. Vor kurzem appellierte er an die jungen Männer in Amerikas Black Community, ihrem und dem Leben der Kinder einen tieferen Sinn und ein männliches, positives Vorbild zu geben und sich für den Lehrerberuf zu entscheiden.
Will Smith und Spike Lee – zwei weltberühmte Schwarze Männer aus dem Film-Business – und zwei völlig verschiedene Ansätze, die Zukunft der Kinder Black Americas auf einen besseren und erfolgreichen Weg zu bringen.


Sidney Poitier is photographed with his Oscar statuette at the 36th Annual Academy Awards in Santa Monica, Calif. on April 13, 1964. He won Best Actor for his role in "Lillies of the Field." (AP Photo) Slideshow: Most memorable African-American Oscar moments




UPDATE










Samstag, 26. Februar 2011

Weekend-Fotoreihe: BLACK FAMILY (3) - Lived Black History

Das Bild einer Schwarzen Familie, die wahrscheinlich der Sklaverei in Richtung Kanada entkommen ist. Teil einer interessanten Ausstellung zu diesem Thema Archives of OntarioThe Black Canadian Experience in Ontario 1834-1914: Freedom Under the Lion's Paw Unidentified Black family portrait
Tintype
Alvin D. McCurdy fonds
Reference Code:  F 2076-16-4-8
Archives of Ontario, I0024785 


Aus Anlass des Black History Month präsentieren wir heute historische Fotografien von Schwarzen amerikanischen Familien, die über die Jahrhunderte das "Land of the Free" mitgeprägt haben. Dabei sind Bilder von großen Familiengemeinschaften ebenso wie die von der einzelnen Mutter mit Kind(ern), die für viele Schwarze erfahrungsgemäß die eigentliche Familienbasis darstellte. Und die Fotografien zeigen auch, wie ganz "normal unterschiedlich" seit langer Zeit die soziale Prägung der Schwarzen amerikanischen Familie ist.


African-American mother and Child -from "Portaits of African American Ex-Slaves from the US" / Library of Congress Prints and Photographs Division, Wash.D.C. USA,/ Free ClipArt, Public Domain 


Image: Photo showing Black Family, Beaufort, South Carolina, 1862
Courtesy of Library of Congress, Prints and Photographs Division History | School of History, Classics and Archaeology | University of Edinburgh

Das ist die Familie von Dr. Keith Black (links, heute ein international renommierter Neurochirurg). Mehr: The HistoryMakers



African american woman with children
For more on the African American experience and achievements in the U.S. and elsewhere visit Discover Black Heritage , a travel guide to African American history and culture. Von Black History Album /Flickr.com
All Fotos: Thank you very much!

Dienstag, 15. Februar 2011

Berlinale: "Sing your Song" - for all and evermore, Harry Belafonte!


Berlinale Sing Your Song Standing-Ovations für Harry Belafonte

Seine Stimme ist so warm und faszinierend wie eh und je. Ein kleines bisschen angeraut, trägt sie das Charisma ihres Besitzers mühelos hinüber zu den Zuhörern der Berlinale-Pressekonferenz: Harry Belafonte ist nach Berlin gekommen, um zusammen mit seiner jüngsten Tochter Gina einen nicht nur für ihn ganz besonderen Film vorzustellen.

„Sing your Song“ ist nicht nur ein aufwändiger Dokumentarfilm über das viele jahrzehntelange, ereignisreiche Künstler-Leben des Sängers und Schauspielers Harry Belafonte, der Film erzählt auch und vor allem von seinem starken Engagement für die Bürgerrechtsbewegung in den USA und für internationale Friedens- und Menschenrechts-Initiativen.

Belafonte auf der Berlinale: "Ich war ein Dieb" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur

Dass er diesen Film gerade hier in Berlin weltweit präsentieren kann, freut den 84-Jährigen ganz besonders, denn hier trat er 1957 im Steglitzer Titania-Palast zum ersten Mal vor einem deutschen Publikum auf, und in Deutschland – in Hamburg – beendete er vor zehn Jahren auch seine Weltkarriere, so erinnert er sich. Auch in Ost-Berlin hat er schon lange vor der Maueröffnung auf der Bühne gestanden, unvergessen ist sein Auftritt zusammen mit Udo Lindenberg im Jahre 1983 in „Erichs Lampenladen“.

Belafonte auf der Berlinale: "Ich war ein Dieb" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur

Dass der Film ihm ein ganz besonderes Anliegen ist, sagt Harry Belafonte auf dieser Pressekonferenz – und das das wirklich so ist, merkt man an der Intensität und an der Ausdauer, mit der er erzählt. Niemand der ansonsten doch recht durchsetzungskräftigen Journalisten wagt es, den Mann zu unterbrechen: Nur seine sanfte Stimme erfüllt den Raum - man möchte ihr ewig lauschen…



Photos from Sing Your Song


Belafonte berichtet, dass für ihn Marlon Brandos Tod der Auslöser für diesen Film gewesen sei. Neben der Trauer um den Jugendfreund und langjährigen Weggefährten habe er einen starken Schmerz darüber gespürt, dass nun niemand mehr die andere, die mindestens ebenso wichtige Geschichte von Brando würde erzählen können. Niemand würde nun je erfahren, dass die Filmlegende auch ein sehr engagierter Bürgerrechtler gewesen war, der z.B. an der Seite von Dr. Martin Luther King jr. und mit vielen, vielen anderen durch den Süden der USA marschiert war. Diese Geschichte von Marlon Brando, vor allem aber seine eigene und die des Kampfes für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt will Harry Belafonte nun mit „Sing your Song“ erzählen und der Nachwelt als aussagekräftiges Zeitdokument hinterlassen. 

Photos from Sing Your Song

Als Regisseurin konnten Belafonte und seine Tochter Gina, die nicht nur als Co-Produzentin sondern auch als Beraterin beteiligt ist,  Susanne Rostock gewinnen. Die erfahrene Dokumentar-Filmfrau musste zunächst unzählige Meter Film sichten, auswerten und auswählen, um schließlich das aussagekräftige Dokumentar-Film-Porträt zu erschaffen, das nun aus dem Belafonte-Projekt geworden ist.

Belafonte auf der Berlinale: "Ich war ein Dieb" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur

Am Samstag hatte "Sing your Song" dann internationale Premiere im Friedrichstadtpalast, nachdem der Film im Januar schon beim (US-Independent Film)-Sundance Festival gezeigt worden war. Als Ehrengast war Udo Lindenberg, der gute Freund von damals, geladen, und vor der Vorstellung erhielt Harry Belafonte unter großem Applaus eine Ehren-Berlinalekamera für sein Lebenswerk verliehen. Das sichtlich berührte Publikum dankte dem Künstler dann aber vor allem nach der Vorführung seines Films mit minutenlangen Standing Ovations.

Spiegel online hat Harry Belafonte zu seinem Film und seinem Leben befragt: 


Belafonte auf der Berlinale: "Ich war ein Dieb" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur

Dienstag, 8. Februar 2011

Don' t forget to remember: HIV/AIDS

HIV and AIDS in Black America: The Uphill Battle


Heute, am 7. Februar wird in USA der National Black HIV/AIDS Awareness Day begangen, nach dem Welt-AIDS-Tag in jedem Dezember eine weitere gute Gelegenheit für viele Organisationen, das ungeliebte Thema in die Medien und somit in die Gedanken der Menschen zu bringen. Wie wir hier schon beschrieben haben, hat Black America besonders große Verluste zu beklagen an Menschen, die der Krankheit erlegen sind. Die neuesten Statistiken sind alarmierend - und die Schwarze Community fragt sich natürlich, ob das nur am oft lässigen Umgang mit den Kondomen liegen mag. 

Pause Today to Remember Lost Loved Ones ...


Aber es gibt auch viel Hoffnung durch neue Strategien in der Prävention und in der Behandlung sowie durch viele Menschen, die sich der Aufgabe HIV/AIDS mit aller Kraft verschrieben haben. Das bedeutet u.a., dass sich heute wegen immer besserer und unermüdlicher Aufklärung immer mehr Menschen verantwortungsvoll schützen. Hoffnung macht aber auch, dass jene, die erkrankt sind, durch aufwändige Langzeittherapien gute Chancen auf ein Überleben von mittlerweile mehreren Jahrzehnten haben. Am Wichtigsten aber ist wohl für die Gemeinschaft und für den Einzelnen (mit seinen Befürchtungen), dass viele der Betroffenen den Mut gefunden haben, offen über ihr Schicksal zu sprechen, um vielen Anderen die Berührungsängste zu nehmen und ihnen Mut zu machen.

HIV and African Americans: What's Behind the Devastating Statistics?

Sonntag, 6. Februar 2011

BLACK COMMUNITY REPORT (1)

Reverend Dr. Kevin M. Turman is a native of Akron, Ohio and the 23rd pastor of Second Baptist Church of Detroit./Oldest African-American Church In Michigan Celebrates 175th Anniversary | News One

An diesem Sonntag konnte eine ganz besondere Kirche in Michigan ein herausragendes Jubiläum feiern: seit 175 Jahren besteht die Second Baptist Church of Detroit – und ist damit die älteste Schwarze Kirchengemeinde im US-Bundesstaat. 

Second Baptist Church ( Detroit , Michigan) - Wikipedia, the free ...

Gegründet im Jahre 1836, war sie damals Sklaven behilflich auf ihrer Flucht aus dem Süden in ein neues Leben. Die Gemeindemitglieder engagierten sich später zu Zeiten Martin Luther Kings jr. auch in der Bürgerrechtsbewegung und auch heute noch bemüht man sich unter dem Dach der Gemeinde um Gerechtigkeit und soziale Unterstützung für jedermann.
The brothers of Kappa Alphi Psi Fraternity, Incorporated pose with their canes during the 2010 Howard University Step Show. (Photo: Olajumoke Obayanju, Howard University Hilltop Newspaper)/Kappa Alpha Psi celebrates 100 years of achievement

Der Gerechtigkeit, der Hilfe für Menschen und der gegenseitigen Unterstützung hat sich seit vielen Jahren auch eine andere Schwarze Gemeinschaft verschrieben, die vor kurzem ihren 100. Geburtstag feiern konnte: Die Bruderschaft von Kappa Alpha Psi wurde von Schwarzen Studenten der University of Indiana in Bloomington im Jahre 1911 gegründet und hatte von Beginn an mit Rassismus sowie viel Hohn und Spott der weißen Kommilitonen zu kämpfen. 
Kappa Alpha Psi Fraternity, Inc.®
Mittlerweile ist die Bruderschaft nicht nur auf Männer und Studenten begrenzt: Bis heute gibt es 150.000 Mitglieder, die sich aktiv oder fördernd für die Zukunft junger Schwarzer Leute engagiert haben. Dazu werden zahlreiche Studienprogramme, Stipendien und Kurse angeboten, um z.B. Black Leadership und kritisches Denken in allen Gesellschaftsschichten zu fördern und für die Black Community nutzbar zu machen. Mit großem Erfolg, denn aus den Reihen der Kappa Alpha Psi  sind bemerkenswerte und einflussreiche Männer und Frauen hervorgegangen.

Fred Rice led the Police Department from 1983 to 1987. (Tribune archive photo / March 2, 1998) /Fred Rice, Chicago's first full-time black police superintendent, dies at 84 - chicagotribune.com

Ein einflussreicher und für viele Schwarze US-Amerikaner wichtiger Mann war seinerzeit auch Fred Rice, der am 10. Januar 2011 im Alter von 84 Jahren gestorben ist. Er wurde 1983 zum ersten dauerhaft benannten Afro-amerikanischen Polizei-Superintendenten (vom ersten Schwarzen Bürgermeister Chicagos, Mayor Harold Washington) ernannt – für viele Menschen ein Zeichen dafür, dass endlich gerechtere Zeiten anbrachen in den Verwaltungen der großen Städte. 


La MaMa Theater Founder Ellen Stewart Dead at 91
Und auch von zwei prägenden Mitgliedern der Schwarzen Kulturszene muss die Community sich schon Anfang des neuen Jahres verabschieden: Ellen Stewart, Emmy-Preisträgerin und Gründerin des Off-Broadway-Theaters LaMaMa verstarb nach einem langen, der Kunst und den jungen Künstlern gewidmeten, kreativen Leben Anfang Januar im Alter von 91 Jahren. 

Remembering a Courageous Journalist
Nur 68 Jahre alt wurde hingegen der kämpferische Journalist David Hardy, der am 14. Januar einem Herzinfarkt erlag. Er führte in den 1980er Jahren einen schließlich auch erfolgreichen, öffentlichen Kampf gegen die New York Daily News, der diese Zeitung (und alle anderen!) per Gerichtsbeschluss zwang, Reporter und Redakteure Schwarzer Hautfarbe gleichberechtigt einzustellen. Auch sein weiteres Leben lang blieb der gefeierte Journalist ein kämpferischer Mann, der sich stets für die Bürgerrechte stark machte.
Auch der/die älteste US-BürgerIn Schwarzer Hautfarbe – und der/die an siebenter Stelle als weltweit ältester Mensch stehende - ist im Januar im Alter von 113 Jahren in Louisiana verstorben. Mississippi Winn war nicht nur wegen ihres salomonischen Alters eine bemerkenswerte Frau, sie konnte zufrieden auf ein erlebnisreiches Leben zurückblicken - sie war u.a. eines der letzten noch lebenden Kinder von Sklaven -, das auch mehr als ein Jahrhundert Afro-amerikanischer Geschichte ganz im Persönlichen spiegelt.
Mississippi Winn Group: Oldest Living African-American Dies At 113

Zur Schwarzen Geschichte Amerikas gehört wie in jedem Jahr unabdingbar der Februar, denn der ist – mittlerweile nicht nur in USA, sondern weltweit – Black History Month. Vier Wochen lang wird in jedem Jahr wieder versucht,  die wichtigen Ereignisse, die Entwicklungen und die Menschen des Schwarzen Amerika für alle und jeden dort aufzuzeigen und ihre Wichtigkeit für das ganze Gemeinwesen hervorzuheben. Zum Black History Month folgt übrigens demnächst hier ein weiterer, umfassender Artikel, aber hier sind schon mal zwei interessante Artikel zum Status des Schwarzen Amerika 2011
Revisionism reminds us why we need Black History Month

Shirley Chisholm ist in diesem Jahr eine der Persönlichkeiten, an die besonders erinnert wird im Black History Month: Die Schwarze Politikern wagte es als Allererste, sich im Jahre 1972 für die US-Präsidentschaft zu bewerben.
WBW Honors: Shirley Chisolm 

Zur Geschichte des Schwarzen Amerika gehört Dr. Martin Luther King jr. wie kaum ein Anderer. Nachdem noch vor wenigen Wochen sein Geburtstag als allgemeiner US-Feiertag begangen wurde und es Meldungen über einen verhinderte Bombenanschlag auf eine der vielen Ehren-Demonstrationen gab (bislang ist man dem Täter nicht auf die Spur gekommen in Spokane!), machen nun die Kinder des Bürgerrechtlers von sich reden: Seine Tochter Bernice sollte die Nachfolge ihres Vaters bei der einst mächtigen Southern Christian Leadership Conference (SCLC) antreten, ließ aber wissen, dass sie sich in Zukunft lieber auf das spirituelle und kulturelle Erbe ihrer Mutter Coretta konzentrieren will. Die Diskussion darüber verlief sehr kontrovers und die Vereinigung hatte zunächst auch große Schwierigkeiten in diesen Zeiten 
MLK's daughter turns down SCLC
einen würdigen Nachfolger Kings zu finden.

Der Sohn des Pastors, Martin Luther King III, macht ebenfalls Schlagzeilen – allerdings weniger mit christlichen oder bügergerrechtlichen Vereinigungen. Sein größtes Interesse gilt momentan den New York Mets, die er gern käuflich erwerben würde. Auch hierüber war die Aufregung groß in der Black Community ("Living the Dream - Owning a Team?"), denn viele Menschen sehen es seit langem sehr ungern, dass die Kinder der Ikone der Bürgerrechtsbewegung ihr Erbe eher in den schönen, leichten Dingen des Lebens sehen. Ermöglicht wird ihnen das u.a. durch die Tatsache, dass weltweit noch immer unzählige Bücher, Filme, Vorträge, Predigten und Fotos des Vaters (und der Mutter, die das King-Imperium jahrzehntelang pflegte) verkauft werden.

Will the SCLC survive without a King?

Dass Andere durch ihr Erbe da weitaus gehandikapter sind, zeigt ein Report aus Kalifornien, der berichtet, dass dort Schwarze Jugendliche ein Fünf-Mal größeres Risiko haben, Mordopfer zu werden als ihre weißen Altersgenossen. Eine andere Statistik enthüllt, dass Schwarze in den USA für Drogendelikte weitaus häufiger in den Knast kommen als Weiße. Eigentlich keine Überraschung – soviel hat sich seit MLK’s Zeiten vielleicht ja doch nicht geändert… 

Blacks More Likely to Get Jail for Drug Crimes

Ganz sicher Gefängnis – im besten Fall!!! – bedeutete es jedenfalls auch damals schon für jeden Schwarzen Mann, wenn er von einer weißen Frau der Vergewaltigung bezichtigt worden war. Wie gerade jetzt erst wieder geschehen in NYC: Dort behauptetet eine junge Nonne von einem riesigen Schwarzen Unhold bewusstlos geschlagen, verschleppt und vergewaltigt worden zu sein. Die Geschichte klärte sich – diesmal! – Gott sei Dank bald auf, aber Black Americas Männer sind mehr als sauer, weil es doch nicht angehen kann, dass in Fällen wie diesem immer noch nur sie als Vergewaltiger und Brutalos herhalten müssen.
Dieses Bild des Schwarzen Mannes hatte wohl auch die junge Frau vor Augen, die in einem Laden in Rochester/NY überfallen und mit Messern angegriffen wurde. Doch ehe sie sich versah, wurde sie gerettet – von ein paar mutigen Schwarzen Tennageboys, die sich eigentlich dort nur Schokolade hatten kaufen wollen. „Wir konnten doch nicht einfach nur zuschauen“ , sagten die Jungs später in die Videokamera „Es war einfach Zeit, einzugreifen und zu helfen!“

California: Young Black Males Far More Likely to Be Murder Victims

Dienstag, 25. Januar 2011

CHECK IT OUT, BABY! - Celebrities, Music, Films, Shows, Books and much more

Michelle Obama / Foto, Danke!: 2011 Will Be The Year Of The Black Woman


Mit zwei neuen Kolumnen wollen wir Ihnen zu einem vielfältigeren und regelmäßigeren Einblick in Amerikas Black Community verhelfen: „Check it out, Baby!“ wird Ihnen zeitnah hauptsächlich von den aktuellen Ereignissen der Kulturszene und des Alltags Schwarzer Amerikaner berichten. In der zweiten Kolumne – noch ist sie namenlos - wird unser Blick dann gerichtet sein auf die Bereiche Politik, Bildung, Finanzen, Diskriminierung und Geschichte. Wir freuen uns auf Sie als unseren regelmäßigen Leser und hoffen, Ihnen hier stets ein lebendiges und interessantes Bild von Black America und seinen Menschen vermitteln zu können.

Foto, Danke!: Oprah's OWN Missed Opportunity
Quotenkönigin der ersten Wochen des neuen Jahres ist ganz ohne Zweifel Fernseh-Superfrau Oprah Winfrey: Sie wechselte mit einem eigenen brandneuen Sender ins US-Pay-TV. Dort wird sie in Zukunft nicht nur ihre eigene Kult-Show präsentieren, es soll auch reichlich Raum und Sendeplätze geben für ganz neue, publikumsgerechtere Formate und für Leute von der Straße, die sich eine Show-Karriere zutrauen. Black America nahm den Wechsel der TV-Lady und den Start von OWN Network mit gemischten Gefühlen auf: Die einen bemängelten, dass durch das Bezahlformat nun viele treue Fans vom Empfang ausgeschlossen seien und dass man inhaltlich mit so viel medialem Aufwand weitaus mehr hätte herausholen können aus dem neuen Sender. Die anderen freuen sich über die neuen Möglichkeiten der Identifikation mit Black America auf der Showbühne oder im Talkstudio und an den explodierenden Einschaltquoten. Oprah jedenfalls tut, was sie kann: Sie plaudert und sie enthüllt unentwegt, gerade am Montag präsentierte sie nach spannender, geheimnisumwitterter Ankündigung ihre wieder gefundene Halbschwester. Im Februar wird sie in Hollywood zusammen mit Halle Berry die Oscar-Verleihung moderieren.

Auch in Deutschland sehr beliebt: die Huxtables/ Foto, Danke!: It Will Take More Than a 'Muslim Cosby Show'

Bestens bekannt – über Jahrzehnte und Generationen – ist auch hierzulande die Bill Cosby-Show, die damals zum ersten Mal enthüllte, dass auch Schwarze ein ganz normales, bildungs- und kultur-geprägtes Familienleben führen können und wollen. Die Annäherung an das für viele schwierige Thema Rasse via Comedy hat die Stimmung und das Zusammenleben von Schwarz und Weiß in USA ganz ohne Frage mehr aufgelockert als zahllose soziologische Fachbücher oder Uni-Vorlesungen. Und die Wirkung hält bis heute an. In diesem Zusammenhang hat gerade eine US-Publizistin vorgeschlagen, doch eine Art Cosby-Show über das Leben von Muslimen zu erschaffen, um das schwierige Zusammenleben in Zeiten des Terrors zu erleichtern. Natürlich gab es sogleich Gegenvorschläge, und auch die alte Diskussion vom für viele Schwarze viel zu angepassten und den Weißen gegenüber angeblich zu devoten Bill Cosby wurde auch wieder aus der Versenkung geholt und neu diskutiert.

Durch die Cosby-Show bekannt wurde damals auch Raven Symoné, die kesse Kleine mit dem unwiderstehlichen Augenaufschlag, die zum Ende der Serie hin als Stief-Enkeltochter in die Familie Dr. Huxtables kam. Natürlich ist aus ihr längst eine erwachsene Frau geworden, doch in diesen Tagen schaffte sie es erneut, Black America zu verblüffen: Raven Symoné hatte mehr als erfolgreich gegen viele Kilos Übergewicht angekämpft und überraschte nun  damit, fast genauso süß anzuschauen zu sein wie vor 20 Jahren. Allerdings hätte sich die junge Frau die Aufmerksamkeit lieber aus anderem Grund gewünscht, irgendwie ist ihr die Sache peinlich…

Raven Symoné ist wieder ein Hingucker/ Photo, Danke!: Former 'Cosby Show' Star Raven-Symone Opens Up About Weight Loss & Struggles

Noch über eine andere Show gilt es zu berichten: auf CNN hat der britische Talkmaster Piers Morgan das Mikro von Urgestein Larry King übernommen. Einer seiner ersten Gäste - gleich nach Oprah Winfrey - war Condoleezza Rice, George W. Bush’s ehemalige Sicherheitsberaterin im Weißen Haus und Außenministerin, die sich bislang immer sehr zurück gehalten hatte mit Interviews. Der als frech bekannte Moderator fragte sie dann auch u.a., was wohl alle immer schon mal wissen wollten: warum sie nicht verheiratet ist, ob sie glaubt, was Besseres zu sein und wie es ist, so als Schwarze Frau. 


Condoleezza Rice / Foto, Danke!: Piers Morgan Interviews Condoleezza Rice, Asks Why She is Not Married, Black Women Cringe

Übrigens ist das Jahr 2011 in Black America der Schwarzen Frau gewidmet. Das Thema „Schwarze Frau“ ist aber ohnehin sehr lebendig in den Schwarzen Medien und in der Community. Dabei geht es aber bei Weitem nicht nur um tolle Outfits oder um die kontroverse Debatte, wie frau ihr Haar tragen sollte - natur, geglättet, gefärbt usw… - sondern oft darum, wie sie wahr genommen wird in der Öffentlichkeit und im Alltagsleben, die Schwarze Frau, wenn sie nicht gerade eine Berühmtheit ist. Als Celebrity kann es ihr ergehen wie Venus Williams, die ständig wegen ihrer knappen Tennis-Outfits in der Kritik steht

Venus Williams / Fotos, Danke!: Are Venus Williams' Tennis Outfits a Distraction?


Eine neue Studie hat allerdings gerade behauptet, sichtbar sei die Schwarze Frau fast überhaupt nicht – sie sei so etwas wie unsichtbar in der Gesellschaft. So ganz kann das nicht stimmen - nicht mal auf dem Lande und im tiefsten Süden, auch wenn man sich in diesem Fall wohl doch viel weniger Aufmerksamkeit wünschen würde für die betroffenen jungen Mädchen. Ganz besonders stimmt es natürlich nicht, wenn man an Amerikas First Lady denkt. Sie gilt mittlerweile weltweit als absolute Stil-Ikone und als perfekt präsentables Aushängeschild ihres Landes. Und wer Michelle Obama auf dem Staatsbankett zu Ehren des chinesischen Präsidenten gesehen hat, der kann von dieser Einschätzung wirklich nicht überrascht sein. Allerdings steht auch sie - als Schwarze Frau des Schwarzen Präsidenten - ständig im Kreuzfeuer der Kritik.

First Lady in Red  Foto, Danke!: First Lady in Red
Slideshow: Obamas stun at state dinner for China